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„Als Star darf man sich alles erlauben“
Sagten ihre Termine mit Trump ab: Mike Pence (links) und Paul Ryan. Foto: afp
US-Wahl

„Als Star darf man sich alles erlauben“

Kurz vor dem TV-Duell taucht ein Skandalvideo von Donald Trump auf. Selbst Parteifreunde wollen ihn nun loswerden.

10.10.2016
  • PETER DETHIER

Washington. Im unmittelbaren Vorfeld des TV-Duells mit der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, das heute Nacht stattgefunden hat, ist der republikanische Spitzenkandidat Donald Trump über einen Videomitschnitt von ihm gestolpert. Trump erzählt darin stolz, wie er eine verheiratete Frau zu verführen versuchte. Sogar Republikaner fordern ihn nun auf, seine Kandidatur zu beenden.

Der frühere Präsidentschaftskandidat John McCain sagte ebenso wie ein gutes Dutzend weiterer prominenter Politiker, dass sie den Unternehmer nicht wählen werden. Sowohl Paul Ryan, der einflussreiche Sprecher des Repräsentantenhauses, als auch Trumps eigener Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence sagten ihre Teilnahme an geplanten Wahlkampfveranstaltungen mit dem 70-Jährigen ab. Selbst Trumps Ehefrau Melania ließ via Twitter verlauten, dass die Worte ihre Mannes „anstößig und inakzeptabel“ sind.

Der aufsehenerregende Video-Clip stammt aus dem Jahr 2005. Auf dem Weg zu den Dreharbeiten für eine Seifenoper, auf der Trump als Stargast auftreten sollte, erzählte der New Yorker Unternehmer dem Moderator Billy Bush, Cousin des ehemaligen Präsidenten, wie er eine verheiratete Frau zum Beischlaf aufgefordert hatte. Dann sagte Trump: „Wenn man ein Star ist, dann kann man sich alles erlauben, man kann sie selbst an die Pussy grabschen.“ Die Aufzeichnung wurde der Tageszeitung Washington Post zugespielt und machte am Wochenende im Fernsehen sowie in den sozialen Medien Furore.

Obwohl ihm prominente Republikaner in Scharen davonlaufen und Parteichef Reince Preibus offen darüber nachdenkt, ob man den Spitzenkandidaten kippt und seinen designierten Stellvertreter Pence in Trumps Position hievt, scheinen der Partei die Hände gebunden zu sein. Im äußersten Fall wäre es möglich, Trump den Geldhahn abzudrehen und ihm Wahlspenden vorzuenthalten, die während des letzten Monats der Präsidentschaftskampagne entscheidend sein werden.

Danach gefragt, ob er erwäge, dem Aufruf anderer Republikaner zu folgen und das Handtuch zu werfen, sagte Trump: „Niemals, ich bleibe hundertprozentig im Rennen. Ich gebe niemals auf.“ Clinton hüllte sich vorerst in Schweigen und wollte während der TV-Debatte zu der jüngsten Entgleisung ihres Gegners Stellung nehmen.

Peter DeThier

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10.10.2016, 06:00 Uhr

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