VfB Stuttgart

Alte Liebe, neue Liebe

Sportdirektor Sven Mislintat denkt immer wieder laut über eine Rückkehr nach Dortmund nach.

10.04.2021

Von STN

Arbeitseifrig: Sven Mislintat, Sportdirektor VfB Stuttgart. Foto: Eibner

Stuttgart. Auch Sven Mislintat weiß, dass ein Gentleman normalerweise schweigt und genießt – in diesem speziellen Fall aber konnte er nicht anders: Die Freude platzte nur so aus ihm heraus, als er Ende Februar mit Gerüchten über das Interesse von Borussia Dortmund und eine mögliche Rückkehr zu seinem Herzensverein konfrontiert wurde. Dann hörte er gar nicht mehr auf zu reden. Ausführlich sprach der Sportdirektor des VfB Stuttgart über seine alte Liebe, den BVB. Man konnte fast den Eindruck bekommen, dass Mislinta notfalls auch barfuß zurück ins Ruhrgebiet laufen würde, um endlich wieder für den BVB arbeiten zu können.

Sieben Wochen sind vergangen. Wenn es am Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim Bundesligaspiel zwischen dem VfB und der Borussia zum Wiedersehen zwischen dem Ex-BVB-Chefscout und seinen Ex-Weggefährten kommt, dann ist die so stürmisch aufgeflammte Wiederannäherung merklich abgekühlt. Bei der Borussia soll sich die Begeisterung über Mislintats Offenherzigkeit in Grenzen gehalten haben.

Alte Liebe oder neue Liebe – diese Frage dürfte Sven Mislintat in seiner Karriereplanung dennoch auch weiterhin begleiten. Zwar war es Sebastian Kehl selbst, der kurz nach Aufkommen der Mislintat-Gerüchte verkündete, dass er beim BVB 2022 die Nachfolge von Manager Michael Zorc antreten wird. Doch ist erstens die Beförderung des Leiters der Lizenzspieler-Abteilung bislang nur per Handschlag vereinbart. Zweitens gibt es im Umfeld der Schwarz-Gelben nicht wenige, die Zweifel hegen, ob der 41 Jahre alte Ex-Nationalspieler schon alle Voraussetzungen für diese Aufgabe mitbringt.

Wie ein Löwe im Käfig

Seine Stärken hat Kehl im eloquenten Auftritt, der Repräsentation und Organisation – zusammen mit dem Transferexperten und Spielerversteher Mislintat könnte sich ein perfektes Gespann ergeben. Und doch genießt Mislintat seinen Job in Stuttgart. „Fakt ist, dass meine Reise hier beim VfB eine saucoole ist“, sagt der 48-Jährige, der wohl bei kaum einem anderen Klub so viele Freiheiten und uneingeschränkte Kompetenzen bekäme, schon gar nicht bei einem Großverein wie dem BVB. Beim VfB kann er im Kerngeschäft des Bundesligisten die Weichen stellen.

Tatsächlich kann ihm trotz seiner Gedankenspiele über eine Rückkehr nach Dortmund niemand vorwerfen, dass er nicht alles dafür tun würde, den VfB nach vorne zu bringen. Derzeit ist er intensiv damit beschäftigt, die Planungen für die neue Saison voranzutreiben. Sein Arbeitseifer beeindruckt auch Pellegrino Matarazzo, der sagt: Mislintat ist „wie ein Löwe im Käfig“, berichtet der VfB-Trainer, „dazu passen auch seine Haare“. Marko Schumacher

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Erstellt:
10. April 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. April 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. April 2021, 06:00 Uhr

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