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Stelzen für das neue Viertel

Alte Weberei: Erste Pfähle in den Boden gerammt

Lustnau wächst: In wenigen Jahren werden rund 700 Leute dort wohnen, wo die Firma Egeria einst ihre Frottierwaren produzierte. Seit drei Wochen schaffen die Bauarbeiter an der Bodenwanne für die ersten sechs Baugemeinschafts-Häuser. Im September beginnen die Bauarbeiten auch auf der anderen Seite der Nürtinger Straße.

16.08.2012
  • Martin Mayer

Tübingen. Das Lustnauer Wohngebiet „Alte Weberei“ nimmt Konturen an. Wo einst das Heizwerk und die Verwaltungsgebäude der Firma Egeria standen, heben sich mittlerweile die Zufahrtswege des neuen Stadtviertels mit ihren schwarzen Straßendecken markant von den staubigen Baugruben rechts und links der Nürtinger Straße ab.

Im ersten Baufeld, nicht weit von der Einmündung der Gartenstraße in die Nürtinger Straße, wummert das Rammgerät. In der etwa vier Meter tiefen Baugrube laufen seit gut drei Wochen die Gründungsarbeiten für die Hochbauten von sechs Baugemeinschaften. Immer wieder stehen Zaungäste am Gitter um die Baustelle und verfolgen interessiert die Vorarbeiten für den Bau der dortigen Tiefgarage, die etwa 70 Stellplätze haben wird.

Inzwischen wurden schon -zig hellgraue Betonpfähle von zehn Metern Länge ins Erdreich gerammt. 250 Pfähle werden insgesamt nötig sein, um den Gebäuden, die in diesem „Hof 1“ entstehen werden, Halt im Neckar- und Ammerschlick zu geben, wie Architekt Michael Haering vom Tübinger Büro Baisch und Fritz dem TAGBLATT auf Nachfrage erklärte.

Blickfang, Cambium, Licht und Luft

Unter den künftigen Gebäuden wird laut Projektentwickler Andreas Stein von der Stadtverwaltung eine sogenannte „weiße Wanne ausgebildet“, die auch einem Hochwasser standhält und den Auftrieb vom Grundwasser abfängt. Am Zusammenfluss von Ammer und Neckar muss wasserdicht gebaut werden.

Bis „Ende des Jahres soll die Tiefgarage fertig sein“, sagt Architekt Haering. Anfang nächsten Jahres könne man – wenn alles im Zeitplan bleibt – mit den Hochbauten beginnen. Die Bautafel an der Nürtinger Straße zeigt Passanten bereits wie das „Plus-Energiehaus im Passivhausstandard“ der Baugemeinschaft „Licht und Luft“ mal aussehen soll. Andere Gemeinschaftsprojekte im Baufeld „Hof 1“ tragen so vielversprechende Namen wie „Blickfang“ oder „Neckarblick“, „Cambium“ oder einfach „Open“.

Auf die Pfahlgründung folgt der Einbau der Bodenplatte. Demnächst wird wohl auch mit dem Gründungs- und Tiefgaragen-Bau in den Höfen 2 und 3 begonnen, die ebenfalls südlich der Nürtinger Straße liegen. Baubeginn auf den Bauflächen, die nördlich der Nürtinger Straße an den Lustnauer Ortsrand anschließen, wird laut Andreas Stein „im September“ sein. Im Herbst 2013, schätzt er, werden wohl die ersten Neu-Lustnauer in der „Alten Weberei“ ihre Wohnungen beziehen können.

Wochentags gesperrt für Durchgangsverkehr

Vorerst aber ist wegen des Baustellenverkehrs die Nürtinger Straße wochentags zwischen 6 und 18 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt – bis Ende März. Ein Durchkommen mit dem Auto ist dort werktags nur am ganz frühen Morgen möglich und feierabends nach 18 Uhr sowie an Wochenenden, samstags, sonntags und feiertags. Sobald die Betondeckel der Tiefgaragen fertig sind, könne ab Ende März die Nürtinger Straße auch tagsüber wieder für den Verkehr freigegeben werden, heißt es.

Alte Weberei: Erste Pfähle in den Boden gerammt

Zwischen 600 und 700 Einwohner wird das neue Wohnviertel im Osten der Stadt haben. 200 bis 250 Wohneinheiten in 40 bis 45 einzelnen Gebäuden werden auf dem ehemaligen Egeria-Gelände gebaut. Baubürgermeister Cord Soehlke hat bereits 46 Baugenehmigungen für Häuser und Tiefgaragen in dem Quartier vorliegen. Elf Bauanträge sind bereits komplett oder für Teilabschnitte genehmigt, damit mit dem Bau begonnen werden kann. Bis Jahresende, schätzt Soehlke, werden wohl sämtliche Baugenehmigungen für das Viertel erteilt sein. Entstehen werden dort neben Doppelhäusern und Reihenhäusern sowie Baugemeinschafts-Projekten mit bis zu 30 Wohneinheiten auch Sozialwohnungen: 15 Prozent der Wohneinheiten, so Soehlke, werden von GWG, Kreisbau und einem privaten Bauträger für den Sozialwohnungsbau geplant.

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16.08.2012, 12:00 Uhr

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