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Lebens-Wert

Alter Schwede

Das Porsche Museum in Zuffenhausen hat noch vor dem Fünfjährigen die Besuchermarke von zwei Millionen geknackt. Schon im Eröffnungsjahr 2009 hatten über eine halbe Million Besucher das Museum besichtigt und mehr als 35 Prozent kommen aus dem Ausland.

24.10.2014
  • TEXT: Simone Maier | FOTOs: Unternehmen

Ein Porsche-Sammler aus Schweden war einige Tage in Zuffenhausen, um im historischen Archiv des Porsche-Museums zu stöbern. Auf dem Weg zum Mittagessen mit dem Leiter des historischen Archivs, Dieter Landenberger, kamen sie an der Niederlassung vorbei und die Augen des Sammlers leuchteten beim Anblick des neuen GT3. Auf dem Rückweg ließ er Landenberger vorgehen, kam eine Stunde später wieder ins Museumsarchiv und verkündete keck, dass er im GT3 zurück nach Schweden fahren würde. Kurz in der Mittagspause gekauft.

Nur eine von vielen Anekdoten Landenbergers, der sich wie kaum ein anderer in den Annalen der Porsche Historie auskennt.

Ein Mythos? Ein Spleen? Größenwahn oder einfach nur eine spannende Geschichte? Egal was. Tatsache ist, dass die Augen bei (fast) jedem leuchten, der über die Entwicklung der Porsche-Geschichte und deren Produkte redet.

„Diejenigen, die das Glück haben, aus einem Traum ein Geschäft zu machen, schulden es der Welt, die Hüter dieser Träume zu sein,“ sagte Ferdinand Porsche einmal und damit war der gedankliche Grundstein zum Porsche-Museum gelegt. Im Jahre 2009 wurde aus diesem Gedanken Wirklichkeit. Ein futuristisches Gebäude ist entstanden, das vom Wiener Architekturbüro Delugan Meissl entworfen wurde. Aus 170 Bewerbern hat man sich Anfang 2005 für die Wiener entschieden. Warum? Weil sie all das perfekt vereinten, was der Anspruch des Unternehmens an ein Museum war, so Landenberger. Attribute wie schnell, leicht, clever, stark, intensiv und konsequent werden auf einer Ausstellungsfläche von 5600 Quadratmetern und mit mehr als 80 Fahrzeugen transportiert. Grenzbereiche ausloten und sich dennoch selbst treu bleiben – ein Teil der Philosophie von Porsche, der im Museum umgesetzt wurde. Von der ersten Porsche-Konstruktion der Welt, dem „Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton“ aus dem Jahre 1898 bis zur aktuellen Generation des Porsche 911 ist im Museum die komplette Produktpalette zu sehen.

Fahrzeuge und nicht „Stehzeuge“

Jederzeit startbereite Sportwagen sind in der Ausstellung und halten die Geschichte des Unternehmens somit sehr lebendig. Das „rollende Museum“ bietet statt einer statischen Ausstellung immer wieder neu arrangierte Objektkombinationen und somit ein ständig wechselndes Bild. Mit diesem innovativen Konzept geht Porsche seinen eigenen Weg, denn die Museumsexponate erfüllen damit ihren ursprünglichen Zweck: sie fahren. Denn tatsächlich sind alle Fahrzeugexponate „mobil“, das heißt die Zusammenstellung der Ausstellung kann problemlos samt aller Medieninstallationen kurzfristig verändert werden.

Durchblick garantiert

In der Museumswerkstatt werden die historischen Renn- und Sportwagen gewartet und gepflegt. Das Besondere daran: der Besucher kann zuschauen. Die gläserne Werkstatt gewährt Einblicke zu Meister und Mechaniker und kann somit die Arbeit an den unterschiedlichsten Porsche-Klassikern live mitverfolgen.

Der eigentliche Ausstellungsbereich besteht aus einer Stahlkonstruktion, die auf drei Betonkernen ruht und optisch zu schweben scheint. Spannweiten von bis zu 60 Metern werden dabei überbrückt. Der Leitfaden, den der Besucher an die Hand bekommt transportiert die „Idee Porsche“: schnell, leicht, clever, stark, intensiv und konsequent – elementare Herausforderungen im Automobilbau.

Über eine lange Rolltreppe betritt der Besucher den oberen Ausstellungsraum. Dann beginnt die Zeitreise durch die Unternehmensgeschichte. Bewusst wird auf Showeffekte oder gar eine Erlebniswelt verzichtet. Die Sportwagen sollen für sich selbst sprechen. Und das tun sie auch.

Und selbst wenn man kein Porsche Freak ist, fangen die Augen unweigerlich an zu leuchten.

Von Prime Cars zu Prime Beef

Verrät das Porsche Kundenmagazin „Christophorus“ – beim einen oder anderen nicht nur Porsche-Autohändler ausliegend – die Affinität oder gar den Besitz eines Zuffenhausener Sportwagens, so steht der Name gleichzeitig auch für besonders hochwertige Gastronomie. Zu finden im zweiten Obergeschoss des Museums. Die Restaurantgäste haben durch die Glasfassade einen Panoramablick auf den Porscheplatz und die Produktionsgebäude. Gleichzeitig haben sie auch einen Ausblick auf die Museumsfahrzeuge – nebenher können sie sich kulinarisch verwöhnen lassen. Der Luxus vereint sich am Porscheplatz eben auf vielen Ebenen.

Alter Schwede
Am 31. Januar 2009 wurde das Porsche-Museum eröffnet. Ein Blick von der Rolltreppe zeigt den Ausstellungsbereich »Prolog-Porsche vor 1948«; daneben sind »Targa Florio« Exponate zu sehen, die am gleichnamigen Straßenrennen in Sizilien teilgenommen haben (Bilder im Uhrzeigersinn).

Alter Schwede

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24.10.2014, 12:00 Uhr

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