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Der Löwen ist los

Alternative Liste will Genossenschaftsladen im alten Kino

Die treuen Kunden des Tübinger „Netto“-Markts dürfen hoffen. Als Ersatz für den bedrohten Supermarkt in der Langen Gasse will die Alternative Liste einen Genossenschaftsladen im ehemaligen Kino Löwen einrichten. Eine Idee, die in der Stadt gut ankommt.

17.07.2014
  • Ulrich Janßen

Tübingen. Kann ein kleiner Genossenschaftsladen wirklich den Netto-Supermarkt in der Langen Gasse ersetzen? Bruno Gebhart-Pietzsch jedenfalls ist fest davon überzeugt. Der AL-Stadtrat zählte einst zu den Gründern des Pfrondorfer Dorfladens und war dort lange Zeit im Aufsichtsrat tätig. Er kennt das Geschäft mit Lebensmitteln und glaubt, dass dank günstiger Großhandelspreise ein Genossenschaftsladen heute zumindest ein begrenztes Sortiment an Grundnahrungsmittel ähnlich günstig anbieten könnte wie der Netto-Markt.

Alternative Liste will Genossenschaftsladen im alten Kino
Wollt Ihr diesen Laden? AL-Stadtrat Bruno Gebhart-Pietzsch (mit roter Tasche) vor dem ehemaligen „Löwen“-Kino.

Wie berichtet muss Netto zum Jahresende sein Quartier in der Langen Gasse verlassen. Grund dafür ist, dass der Textil-Konzern H&M, der in den Etagen über Netto residiert, seine Tübinger Filiale unbedingt um die Kellerfläche erweitern möchte. Das schwedische Unternehmen ist seit 2004 Hauptmieter des Gebäudes, das der Familie Bleckmann gehört. Die Stadt Tübingen hat die Erweiterung der H&M-Verkaufsfläche mittlerweile genehmigt. Viele Innenstadtbewohner aber sind über den Mieterwechsel nicht glücklich. Im Netto können sie günstig einkaufen, ohne lange Wege gehen zu müssen.

Entsprechend attraktiv erscheint vielen Tübingern offensichtlich die Genossenschafts-Idee der Alternativen Liste. Nach einem ersten Zeitungsbericht meldeten sich spontan über 100 Interessenten, die einer Genossenschaft beitreten würden und sogar bereit wären, mit 100 Euro einzusteigen. Laut Gebhart-Pietzsch müssten sich 500 Leute finden, die zusammen das nötige Startkapital von 50 000 Euro aufbringen könnten.

Kann ein kleiner Laden den Netto ersetzen?

Mit 180 Quadratmetern ist die Ladenfläche im Erdgeschoss des Kinos, das im Jahr 2006 geschlossen wurde, etwa dreimal so groß wie die Verkaufsfläche im Pfrondorfer Laden. „Das reicht aus“, meint Gebhart-Pietzsch. Zum Vergleich: Der Netto-Markt belegt aktuell 420 Quadratmeter.

Sollte es gelingen, weitere 200 Leute zu mobilisieren, will die AL das Projekt weiter vorantreiben. Geplant ist unter anderem eine Info-Veranstaltung für potenzielle Investoren, auf der die weiteren Schritte geplant werden könnten.

Voraussetzung für den Laden ist, dass die Wohnungs- und Gewerbebaugesellschaft GWG, die das Gebäude im Jahr 2007 erwarb, die Räumlichkeiten im Erdgeschoss renoviert und der Genossenschaft zu einem „fairen“ Mietpreis zur Verfügung stellt. Genau für solche Aufgaben, findet Gebhart-Pietzsch, ist die GWG auch da.

Tatsächlich half das Unternehmen schon einmal einem Genossenschaftsladen. Im Jahr 2011 erwarb es die Räumlichkeiten des Herrlesberg-Ladens, weil die dortigen Betreiber wegen einer drohenden Mieterhöhung vor dem Aus standen. Seither vermietet die GWG die Lustnauer Ladenfläche zum Selbstkostenpreis an die Genossenschaft.

Ein ähnliches Modell will Gerhard Breuninger für den „Löwen“ zumindest nicht ausschließen. Der GWG-Chef betonte aber gegenüber dem TAGBLATT, dass sich die Miete für einen solchen Laden „an den wirtschaftlichen Belangen in der Altstadt“ orientieren müsse. Sprich: Zumindest die Kosten müssen gedeckt werden. Derzeit ist das Erdgeschoss des „Löwen“ an einen Klamottenladen vermietet. Dieser Mietvertrag kann kurzfristig gekündigt werden.

Die Kosten müssen gedeckt sein

Wegen der Diskussionen um den Konzertsaal am Museum, waren die Planungen für den „Löwen“ erst einmal gestoppt worden. Nach dem Scheitern des Projekts wird jetzt wieder verstärkt über die künftige Nutzung des stattlichen Gebäudes diskutiert. Breuninger wies daraufhin, dass die Renovierung speziell des alten Kinosaals auch Folgen fürs Erdgeschoss haben könnte. Schließlich müssten für einen Veranstaltungssaal Brandschutzbestimmungen eingehalten und der barrierefreie Zugang ermöglicht werden.

Info Wer Interesse am Laden im Löwen hat und 100 Euro einbringen könnte, kann eine unverbindliche E-Mail an buero@alternative-liste.de schicken.

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17.07.2014, 12:00 Uhr

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