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600 Stunden geschuftet

Altheimer rüsten ihre Moste zur Apfelsaftherstellung auf

Der Anbau an die Moste ist fertig, die Apfelsaftherstellungsanlage installiert und schon diesen Herbst werden die Altheimer frisch gepressten Saft aus dem eigenen Obst genießen können.

23.08.2010
  • Rita Ott

Altheim. Dieses Projekt konnte nur umgesetzt werden durch die ehrenamtlichen Helfer, die in über 600 Arbeitsstunden den nötigen Anbau von Grund auf in Eigenleistung erstellt haben. In der Hauptsache waren es die TSV-Oldies, ohne deren tatkräftige Mithilfe der Anbau nicht zu verwirklichen gewesen wäre.

Schon öfter kamen aus der Bevölkerung Anfragen, ob es nicht möglich wäre, in der Moste neben Most auch Apfelsaft herzustellen. Weil es rund um Altheim ausgedehnte Streuobstwiesen gibt, nahm die Idee, aus den eigenen Äpfeln Apfelsaft zu pressen, immer mehr Gestalt an. Vor allem Helmut Grenz und die „Oldies“ hatten darauf gedrängt – „mir blieb gar nichts anderes übrig als zuzustimmen“, meinte der Ortsvorsteher und Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Andreas Bronner am Freitagabend beim verspäteten Richtfest, bei dem zugleich die Fertigstellung gefeiert wurde. Besonders nicht angesichts des Versprechens der „Oldies“, den Anbau hochzuziehen – sie haben ihr Wort gehalten.

So muss der Heimat- und Kulturverein lediglich die Materialkosten in Höhe von rund 5000 Euro tragen, die Arbeiten selbst wurden über Eigenleistungen in 600 ehrenamtlichen Arbeitsstunden erledigt – eine bemerkenswerte Leistung, besonders, wenn man das Ergebnis betrachtet: „Es ist wirklich ein schönes Werk, das wir geschaffen haben“, betonte Bronner und dankte all denen, die mitgeholfen haben. Allen voran den „Oldies“, die den Anbau erst ermöglichten.

Der stellvertretende Ortsvorsteher Anton Scherrmann hat die Arbeiten koordiniert und selbst kräftig mit Hand angelegt, gefliest hat Rainer Scherrmann, für das Elektrische war Hans Trometer zuständig, die Zimmererarbeiten übernahm Ortschaftsrat Jürgen Walz, von Ortschaftsrat Hans-Peter Schmid stammen Planung und Entwurf, Brunhilde Lechler war zuständig für die finanzielle Abwicklung. Dass Peter Zimmermann aus Bildechingen als Auswärtiger so viel geholfen hat (er erledigte die Gipserarbeiten) würdigte der Ortsvorsteher besonders.

Es ist ein rundum gelungenes Gemeinschaftswerk und ohne den Anbau hätte in der vereinseigenen Mosterei keine Apfelsaftherstellungsanlage aufgestellt werden können. So kann jetzt nach dem Pressen das eigene Obst nicht nur als Most in Fässer abgefüllt, sondern zu Apfelsaft weiter verarbeitet werden. Der Süßmost wird dabei von der Mosterei direkt in die Anlage gepumpt, pasteurisiert und in Tetrapacks abgefüllt. Mitbetreut wird die Anlage von Moster Rainer Scherrmann.

Damit die Möglichkeit, Apfelsaft herstellen zu lassen, von Einheimischen und Auswärtigen auch angenommen wird, wird der Saft praktisch zum Selbstkostenpreis abgegeben: Ein 5-Liter Tetrapack soll 2,50 Euro kosten, ein 10-Liter-Pack das Doppelte. Dieser günstige Preis soll Anreize schaffen, das Obst in der Anlage verarbeiten zu lassen. Weil die ausgedehnten Streuobstwiesen das Landschaftsbild prägen und zum großen Teil in Landschafts- und Naturschutzgebieten oder in FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat) liegen, hat das Ganze noch einen weiteren Hintergrund: Der Heimat- und Kulturverein und die Ortschaftsverwaltung Altheim wollen die Besitzer dazu animieren, die Streuobstwiesen zu pflegen und das Obst zu ernten.

Wohl auch deshalb wird die Anlage gefördert von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg: 14 000 Euro kostet die Apfelsaftanlage der Firma Alfass aus Horb, 11 000 Euro übernimmt der Naturschutzfonds; die restlichen 3000 Euro muss der Heimat- und Kulturverein an Eigenmitteln aufbringen.

Schon jetzt sei die Nachfrage groß, informierte Bronner. „Wir hoffen, dass es eine gute Sache wird und dass Einheimische und Auswärtige die Anlage annehmen“, sagte der Ortsvorsteher und Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins.

Am Freitag wurden erst einmal Richtfest und Fertigstellung des Anbaus gefeiert, die neue Apfelsaftanlage wird dann am 18. September um 18 Uhr vor dem Beginn des Mostbesens eingeweiht und offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Und dann kann man nicht nur den Most, sondern auch den Apfelsaft probieren.

Altheimer rüsten ihre Moste zur Apfelsaftherstellung auf
Die ehrenamtlichen Helfer vor dem neuen Anbau an die Altheimer Mosterei.Bilder: ria

Altheimer rüsten ihre Moste zur Apfelsaftherstellung auf
Moster Rainer Scherrmann neben der neuen Apfelsaftherstellungsanlage, die im neuen Anbau untergebracht ist.

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23.08.2010, 12:00 Uhr

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