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Eine tückische Erkrankung

Am 20. November ist Lebertag am Uniklinikum

Die Bevölkerung auf die Gefahren einer Lebererkrankung hinweisen – das möchte die Medizinische Klinik mit ihrer Arzt- Patienten-Leberveranstaltung am 20. November erreichen.

03.11.2014
  • Angelika Brieschke

Tübingen. „Die Hälfte der Lebererkrankungen haben nichts mit Alkohol zu tun“, betont Nisar Malek, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Universitätsklinik. „Viele denken ja, Leberkranke sind selbst schuld: Das sind Säufer oder die essen eben zu viel.“ Gegen dieses Vorurteil möchten Malek und Oberarzt Christoph Berg mit ihrem Patiententag am 20. November angehen. Der Patiententag ist Teil der bundesweiten 15. Leberwoche und hat das Motto: „Lebererkrankungen können jeden treffen.“

Außer durch Alkohol und ungesundem Essen kann die Leber auch durch verschiedene Viruserkrankungen geschädigt werden, wie zum Beispiel Hepatitis B oder C. Oder man kann an einem genetischen Defekt leiden oder an einer Autoimmunkrankheit, bei der das eigene Immunsystem aus noch unerklärlichen Gründen die eigenen Leberzellen angreift. Allein an chronischer Hepatitis B und C sind etwa eine Million Menschen in Deutschland erkrankt. Die meisten, ohne es zu wissen.

„Eine Lebererkrankung ist eine schleichende, eine tückische Erkrankung“, sagt Malek. Es kann lange – Jahre bis Jahrzehnte – dauern, bis eine Leber geschädigt wird. Auch durch eine ungesunde Ernährung. So finden es die beiden Ärzte besorgniserregend, dass immer mehr Menschen in Deutschland starkes Übergewicht haben. Über zehn Millionen Deutsche haben eine Fettleber. „Ab und zu über die Stränge schlagen, ist nicht das Problem“, sagt Malek, „sondern das regelmäßige Zuviel.“ Ein üppiges Festessen zu Weihnachten macht der Leber nichts aus, aber regelmäßig zu viel essen oder zu viel Alkohol trinken schon. Jeden Tag einen viertel Liter Wein trinken zum Beispiel, ist für die Leber einer Frau zu viel – allerdings meist erst nach zwei, drei Jahren. Im Gegensatz zu anderen menschlichen Organen hat die Leber nämlich „eine hohe regenerative Fähigkeit“ (Malek). Verletzte oder geschädigte Teile der Leber können sogar nachwachsen. „Die Leber kann viel ab“, sagt Malek.

Und sie tut (leider) nicht weh. Das macht eine Lebererkrankung so tückisch: Weil ernste Beschwerden oft erst spät auftreten, ist es sehr schwierig, eine Erkrankung früh zu erkennen. Und das wäre zum Beispiel bei Leberkrebs besonders wichtig, weil er eine hohe Sterblichkeitsrate hat.

Eine kranke Leber äußert sich vor allem durch Müdigkeit. Müdigkeit aber ist auch bei vielen anderen Krankheiten ein Symptom. Zur Klärung hilft da eine Untersuchung der Leberwerte im Blut. Die beiden Ärzte am Uniklinikum fänden es deswegen sinnvoll, wenn bei einer jährlichen Blutwertuntersuchung auch gleich die Leberwerte mitbestimmt würden. „Die ein, zwei Werte mitzuermitteln, ist nicht teuer“, sagt Malek.

Eine weitere, sinnvolle Untersuchung, um früh Schädigungen der Leber feststellen zu können, ist der Ultraschall. „Ultraschall ist eine wunderbare Technik“, erklärt Malek. „Man kann viel sehen, sie tut nicht weh, sie schadet nicht und man kann sie so oft machen, wie man will.“ Und teuer ist sie auch nicht. „Allein schon mit Blutwerten und Ultraschall kann man über 90 Prozent aller Lebererkrankungen feststellen“, sagt Berg.

Malek und Berg hoffen nun, dass sie mit ihrem Arzt-Patienten-Tag die Aufmerksamkeit für die Lebererkrankungen in der Bevölkerung erhöhen können. Denn die gute Nachricht ist: „Es gibt nahezu keine Lebererkrankung, gegen die wir nichts tun können“, sagt Oberarzt Christoph Berg.

Am 20. November ist Lebertag am Uniklinikum
Christoph Berg und Julia Schwarz, Ärzte an der Medizinischen Klinik, demonstrieren an einer Studentin die Leberuntersuchung mit dem Ultraschall. „Die Stärke beim Ultraschall ist, dass es eine Live-Untersuchung ist“, sagt Schwarz, „das Bild bewegt sich.“ So kann man zum Beispiel auch den Blutdurchfluss sehen und messen. Beim Patiententag am 20. November kann jeder, der möchte, seine Leber „schallen lassen“.

  • Wann? Am Donnerstag, 20. November, von 16.30 Uhr bis 20.30 Uhr.
  • >Wo? Uniklinikum Tübingen, Kliniken Berg, Hoppe-Seyler-Straße 3, Crona-Gebäude, Großer Hörsaal.
  • >Was?Verschiedene Vorträge wie zum Beispiel „Erhöhte Leberwerte – ist das schlimm?“, „Was bedeutet eine Fettleber?“oder auch „Das ABC der Virushepatitis“. Dazu können Fragen gestellt werden.
  • >Zudem kann jeder eine Ultraschall-Untersuchung von seiner Leber machen lassen.
  • >Der Eintritt ist frei, es ist keine Anmeldung erforderlich.

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03.11.2014, 12:00 Uhr

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