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Die Bauruine verschwindet

Am 25. Juli beginnt an der Blauen Brücke der Abriss

Bis Herbst soll planiert sein. Die Wei-Ruine an der Blauen Brücke wird in den kommenden Monaten abgerissen. Endzeit-Stimmung macht sich derzeit aber auch auf der anderen Straßenseite breit, wo Gastronom Ulf Siebert zum Jahresende seine Musik-Lounge „Blauer Turm“ schließen muss. Vorher wird heute und morgen aber noch kräftig gefeiert – das Zehnjährige.

13.07.2012
  • Wilhelm Triebold & Matthias Stelzer

Am 25. Juli beginnt an der Blauen Brücke der Abriss
Der Himmel über Tübingen: So ähnlich wie auf unserer (De-)Montage von Ulrich Metz soll es an der Blauen Brücke bald wieder aussehen. Am 25. Juli rücken dort die Abrissbagger an, um die Wei-Ruine zu schleifen. Mit verschwinden wird dann aber auch das Foyer (rechts im Bild).

Tübingen. Für Boris Palmer ist es ein lange herbeigesehnter Termin: Am Mittwoch, 25. Juli, wird der Tübinger Oberbürgermeister sich symbolisch an Tübingens bekanntester Ruine verbeißen – zum Abriss. Der Rohbau an der Blauen Brücke, der von den hochtrabenden Konzertsaal-Plänen des Tübinger Musikpädagogen Wei Tsin-Fu zeugt, soll bis Herbst komplett geschleift werden.

Kosten von etwa 500.000 Euro sind für den Abriss veranschlagt. Auch, weil das Skelett und das benachbarte Foyer erst fallen können, wenn die Baugrube und der Damm, auf dem die Friedrichstraße verläuft, statisch gesichert sind. Zurzeit werden Grundstück und Gebäude noch für den Abriss vorbereitet. Aus dem Foyer-Bau entfernen Arbeiter den gesundheitsschädlichen Taubendreck.

Für Ulf Siebert, der im Bürogebäude auf der anderen Straßenseite zusammen mit seinem Kompagnon Stefan Schwend die Musiklounge „Blauer Turm“ betreibt, bedeutet das, dass er seinen Gästen bald eine bessere Sicht gen Westen bieten kann. Doch der Gastronom und ehemalige Stadtrat hat andere Probleme: Weil seine Vermieter, ein Brüderpaar aus Stuttgart, nach Ablauf des bisherigen Zehnjahres-Vertrags plötzlich mehr Geld haben wollen, muss Siebert seinen „Blauen Turm“ vermutlich zum Jahresende aufgeben. „Ich bin aus einem ruinösen Pacht-Poker ausgestiegen“, sagt er. Und: Er müsse nun eben diesem Mitbewerber Platz machen.

Neuer Betreiber der Flächen im Erd- und Untergeschoss des Bürogebäudes wird dann offenbar ein Stuttgarter Konsortium sein. Die „Alte Kanzlei“, eine Gaststätte am Stuttgarter Schillerplatz, wolle die Gastronomie im Parterre übernehmen, heißt es. Außerdem wollten die Eigentümer den Diskobetrieb ausweiten – aufs Stockwerk darunter.

Keine Ausweitung des Diskobetriebs

Am 25. Juli beginnt an der Blauen Brücke der Abriss
Der „Blaue Turm“ bei der Eröffnung vor zehn Jahren.Archivbild

Das stößt bei der Tübinger Stadtverwaltung auf wenig Gegenliebe. „Wir lassen keine Ausweitung des Betriebs auf Kosten der Anwohner zu“, sagt OB Boris Palmer. Eine Linie, mit der den neuen Betreibern eine Diskokonzession wohl bis auf Weiteres verwehrt bleibt. Zumal auch Siebert und sein Teilhaber nie als Disko firmieren konnten. Der „Blaue Turm“ wurde als „Music-Bar-Lounge“ (so der „Arbeitstitel“) eröffnet. „Tübingens erste Lounge“, vermeldete das TAGBLATT im Juli 2002, „wurde bei der Eröffnungsparty geradezu überrannt“. Boris Palmer, damals noch Abgeordneter, ließ sich ebenso blicken wie Dieter Thomas Kuhn und Ammerbuchs Bürgermeister Friedrich von Ow.

In der Folge zeigte sich, dass es offenkundig Bedarf für eine Mischform aus Musikbar und Café gibt. Der „Blaue Turm“ fand seine Nische zwischen den Kneipen und der „Top 10“-Disko weiter draußen im Depot. Umso mehr schmerzt Siebert das absehbare Ende: „Der Blaue Turm feiert jetzt das Zehnjährige und stirbt dann zum 31. Dezember.“

Letzteres wird Boris Palmer übrigens aus der Kurzdistanz verfolgen können. Denn im August zieht auch der Oberbürgermeister ins Bürogebäude an der Blauen Brücke. Die Stadtverwaltung hat sich beim Stuttgarter Brüderpaar für die Zeit der Rathaus-Sanierung eingemietet.

Freitag, 13. Juli: DJ Schowi, Rapper und Produzent der Hip-Hop-Gruppe „Massive Töne“. Er bekommt Support von Whooomp-Macher und NYADS-Mitglied Run iniQ.

Samstag, 14. Juli: Der Niederländer Egbert gilt als einer „der freshesten und momentan angesagtesten jungen Künstler im elektronischen Musikzirkus“. Unterstützung bekommt er von den „Los Pornos“ und Mario Pietsch.
Beginn: Jeweils um 21 Uhr.

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13.07.2012, 12:00 Uhr

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