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Tonnenschwere Stahlregale · Alles wird recycelt

Am DHL-Gelände an der Osttangente hat Abriss begonnen

Der Abriss des ehemaligen Hochregallagers hat begonnen. Bis zum Jahresende soll das frühere DHL-Gelände frei geräumt sein. Wann und wie es danach weiter geht, ist noch unklar.

23.07.2015
  • Michael Hahn

Rottenburg. Das Scheppern der Stahlstangen ist weithin zu hören. Meter um Meter arbeitet sich Manfred Unger mit seinem riesigen Abbruchbagger durch die etwa 20 Meter hohe Halle. Im Nebengebäude sind neun Kollegen mit dem Entkernen beschäftigt: Kabel raus, Glas, Holz.

Am DHL-Gelände an der Osttangente hat Abriss begonnen
Dieser Anblick des ehemaligen Hochregallagers (von Osten) bietet sich nur noch wenige Tage. Denn von Westen her arbeitet sich unaufhaltsam der Abrissbagger durch die Halle.

Seit Ende Juni hat die Winterlinger Abbruchfirma Libare Rückbau GmbH ihre Baustelle auf dem etwa sieben Hektar großen Gewerbe-Areal an der Osttangente eingerichtet. Die Stadt Rottenburg hat den kompletten Abbruch-Auftrag für 665 000 Euro an die Firma vergeben.

Am vergangenen Freitag ging es dann richtig los: Die Westwand des ehemaligen Hochregallagers kam weg. Die riesigen Stahlplatten liegen jetzt auf einem großen Haufen auf dem früheren Parkplatz.

Nun geht es also ans Innere. Auch die Regalstangen sind aus hochwertigem Stahl. Er dürfte mehrere Dutzend Tonnen wiegen. Das Lager war gerade mal 20 Jahre alt. Libare wird den Stahl weiter verkaufen; dazu unterhält die Wingerlinger Firma einen eigenen Schrotthandel bei Karlsruhe (also am Rhein). Auf die Anwohner kommen in den nächsten Wochen noch einige LKW-Fahrten zu.

Erst wenn die Regale rausgerissen sind, kommen auch das Dach und die Seitenwände weg. „So bleibt der Stahl drinnen schön sauber“, erklärt Vorarbeiter Unger von seinem Bagger herab. Unter dem Dach sind auch noch andere Materialien verarbeitet. Mit Schadstoffen sei in der erst 20 Jahre alten Halle aber nicht zu rechnen, sagt Unger.

In der Halle selbst ist es überraschend kühl. Aus den Rohren der früheren Sprinkler-Anlage tropft noch Wasser. Der Strom ist längst abgeklemmt. Nur draußen auf dem Parkplatz, wo Unger die Stahlteile ablädt, ist es drückend heiß.

Am DHL-Gelände an der Osttangente hat Abriss begonnen
Schade drum: Die etwa 20 Meter hohen Stahlregale wirken noch fast wie neu.

Auf den früheren Park- und Rangier-Flächen sprießt das Grün. Die Abbruchfirma wird den Straßenbelag entfernen. Und die mächtige Bodenplatte des Hochregallagers und die Grundmauern (Unger: „sauberer Beton!“) werden vor Ort kleingeraspelt und zurück in die Baugrube gefüllt. Am Ende wird die Firma einen ebenen, freigeräumten Platz übergeben – vermutlich geschottert.

Eigentlich sollte Libare auch eine extra Zufahrt anlegen. „Das ist in Arbeit“, sagt Unger. Denn die Baufahrzeuge sollen den Post-Autos, die das Atrium-Gebäude im Ostzipfel des DHL-Geländes ansteuern, möglichst wenig in die Quere kommen.

Das Atrium-Gebäude, das Hochhaus und die zwei Flüchtlingsunterkünfte sollen erst mal stehen bleiben. Aber einige andere kleinere Alt-Gebäude kommen in den nächsten Monaten weg. Mindestens in zwei von ihren befindet sich auch Asbest. Der wird „händisch“ entfernt, sagt Vorarbeiter Unger. Mit dem notwendigen Atemschutz.

„Wir hatten Anfang Juli auf eine Entscheidung gehofft“, sagte Oberbürgermeister Stephan Neher gestern am Telefon. Aber auch dieser Termin ist verstrichen.
Wie berichtet, verhandelt der Investor, der das DHL-Gelände mit Fachmärkten bebauen will, noch mit einem Elektro-Großmarkt. „Ohne den macht das Einkaufszentrum keinen Sinn“, hat Neher mehrfach bekräftigt. Er bleibe optimistisch, sagte der OB dem TAGBLATT.
Und auf die Frage nach einem „Plan B“ antwortete er: „Wir machen uns Gedanken.“ Am Westrand des Geländes (also neben dem Wohnheim Dätzweg) soll auf jeden Fall eine weitere Flüchtlingsunterkunft entstehen.

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23.07.2015, 12:00 Uhr

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