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Zeitreise in Bewegung

Am Donnerstag hat das Sommertheater auf der Neckarinsel Premiere

„Der arme Konrad“ auf der Neckarinsel gilt als ausverkauft. Das ist die gute Nachricht für die Melchinger Lindenhöfler und eher eine schlechte für jene, die sich noch keine Karte gesichert haben. Für all die jetzt wiederum eine gute Nachricht: Mit etwas Geschick und Glück lässt sich da vielleicht noch etwas machen...

07.07.2014
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. 19 Vorstellungen à 330 Zuschauer sind geplant. Die Tickets sind eigentlich alle schon verkauft oder reserviert, doch die Theaterleute spenden noch ein wenig Trost und Hoffnung: Es gibt immer mal wieder Restkarten, etwa wenn Reservierungen aufgehoben werden. Oder zum Beispiel jetzt, ganz kurzfristig, für die öffentliche Probe am Dienstagabend. Die Billetts gibt’s an der Abendkasse, ansonsten empfiehlt es sich, den Wunschtermin per Warteliste anzusteuern (Tel. 07126 92930 oder karten@theater-lindenhof.de.)

Und wenn das Wetter nicht so mitspielt wie gewollt? Dann hat sich das Lindenhoftheater einige Ausweichtermine, meistens dienstags, freigehalten. Wenn Vorstellungsausfall droht, weil Unwetter über die Neckarinsel hinwegfegen, informieren die Lindenhof-Homepage und der Anrufbeantworter des Theaters über nötige Konsequenzen. Ansonsten aber wird gespielt.

Es gibt – Achtung, wichtig! – noch mehr zu bedenken: Erstens fangen alle Vorstellungen bereits um 19.30 Uhr an. Ausnahme: die „öffentliche Probe“, die kurioserweise schon als „Jubiläumsvorstellung“ läuft, weil auf den Tag genau vor 500 Jahren der „Tübinger Vertrag“ zustande kam. Diese „Vor-Premiere“ beginnt am Dienstag, 8. Juli, um 19 Uhr. Als Vorspiel aufs WM-Halbfinale sozusagen.

Zweitens ist das Sommertheater nur über die Alleenbrücke zwischen Wildermuthgymnasium und Fußgängertunnel zu erreichen. Der Zugang über die Neckarbrücke (Eberhardsbrücke) und Platanenallee ist ebenso wenig möglich wie über den Indianersteg. Das sollte man beim Anmarsch einkalkulieren. Überhaupt empfiehlt sich neben wetterfester Kleidung ebensolches Schuhwerk.

Es ist eine „sehr aufwendige und risikoreiche Produktion“, macht Lindenhof-Kointendant Stefan Hallmayer nochmal deutlich. Insgesamt, sagt Geschäftsführer Christian Burmeister-van Dülmen, kostet sie 350.000 Euro. Außer dem Zuschuss aus Fellbach, wo im Mai die Indoor-Fassung des „Armen Konrad“ herauskam, haben die Melchinger 30.000 Euro an festgeschriebener Tübinger Sommertheater-Förderung zur Verfügung plus einen Sonderbetrag von 10.000 Euro aus den „Tübinger Vertrag“-Mitteln. Ein größerer Betrag kommt noch von der Baden-Württemberg-Stiftung, drei örtliche Sponsoren sind auch mit dabei.

Es lag „doppelt auf der Hand“, so Hallmayer, im Jubiläumsjahr des „Armen Konrads“ und des Tübinger Vertrags“ sich jenes Bauernkriegs-Schauspiel vorzunehmen, das der Hechinger Landarzt und aufstrebende Dramatiker Friedrich Wolf Anfang der 1920-er Jahre unter anderem in Tübingen zusammentrug und niederschrieb. Dazu legten die Melchinger entsprechende Anfragen aus Fellbach und Tübingen zusammen – von „dort, wo der Aufstand war“, wie Hallmayer erläutert, „und dort, wo der Vertrag einen unmittelbaren Bezug zum Aufstand hatte.“

Regisseur Klaus Hemmerle muss das jetzt kompatibel machen. „Wir haben uns von Anfang an eine Raumlösung überlegt, die man auf Tübingen übertragen kann“, sagt der Stuttgarter Schauspieler, der Wolfs Stück noch hautnah aus den früheren Esslinger Tagen des – dort nun wieder neu anfangenden – Intendanten Friedrich Schirmer kennt. Es sei, sagt Hemmerle, „eine Melchinger Tradition, das Publikum in Bewegung zu halten“. Deshalb wird auf der Neckarinsel auch gewandert, ehe die Zuschauer am steinernen Silcher Platz nehmen dürfen – zwischen Seufzerwäldchen und Allee.

Auch Hemmerle hätte Wolfs Stück gern auf dem Schloss inszeniert. Schon „aus politischen Gründen: Wir hatten den Ehrgeiz, die Bauern endlich aufs Schloss zu bringen“, nachdem ihnen vor 500 Jahren auch von den Tübingern so übel mitgespielt wurde. Überhaupt macht es ihn fuchsteufelswild, denkt er an schönfärberische Würdigungen des „Tübinger Vertrags“. Hemmerle; „Der Tenor, dass hier die Demokratie erfunden wurde, hat sich viel zu lange gehalten. Die Geschichte schreiben immer die Sieger.“

    www.theater-lindenhof.de

      Am Donnerstag hat das Sommertheater auf der Neckarinsel Premiere
      Hat was von Abendmahl. Ist aber der „Arme Konrad“, versammelt um Anführer Konz (Berthold Biesinger, Mitte) und den blinden Andres (Bernhard Hurm, mit Binde). Hier noch in Fellbach im Trockenen. Demnächst in Tübingen.

  • Von rund 70 Beteiligten stehen im diesjährigen Sommertheater 50 auf der Bühne.
  • >Zusätzliche Parkmöglichkeit: Der Busparkplatz nahe der Bahnschranke steht ausnahmsweise für motorisierte Theaterbesucher zur Verfügung.
  • >Die Abendkasse ist für eventuelle Restkarten ab 18.30 Uhr geöffnet, dann beginnt auch die Bewirtung.
  • >Wenn nach mehr als 40 Minuten witterungsbedingt abgebrochen werden muss, gilt die Vorstellung „als gespielt“.
  • >Die Aufführungstermine: Öffentliche Probe am Dienstag, 8. Juli, um 19 Uhr. Premiere am Donnerstag, 10. Juli, dann 11. und 12. Juli, 15. bis 20. Juli, 23. bis 27. Juli, 30. Juli bis 3. August, jeweils 19.30 Uhr.

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07.07.2014, 12:00 Uhr

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