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Fast alle sind zum Tanzen da

Am Festwochenende weilt eine Delegation aus Hajos in Hirrlingen

72 Gäste aus Hajos kamen am Freitag zur Mittagszeit nach über 15-stündiger Busreise und durchfahrener Nacht in Hirrlingen an. Fast alle werden am Samstag mit Trachtentänzen zum Festabend der Hirrlinger Heimatzunft beitragen. Auch beim großen Festumzug an Sonntag anlässlich des Gautrachtentreffens sind die Ungarn dabei.

19.06.2015
  • Hete Henning

Hirrlingen. „Wer nicht mittanzt, singt“, sagt Edina Mayer, das seien aber nur vier oder fünf Leute. Die 40-jährige frühere Kindergärtnerin, die jetzt im neuen Museum im Schloss in Hajos arbeitet, ist unter anderem als Dolmetscherin mit nach Hirrlingen gekommen. Einige Kinder hätten der 1100 Kilometer langen Fahrt in die Partnergemeinde seit zwei Jahren entgegengefiebert, erzählt Mayer. Bis auf die Kindergartengruppe hätten sich am Donnerstag alle Trachtentanzgruppen auf den Weg gemacht. Ein paar Hajoser, denen die Fahrt zu mühsam war, kam auch per Flieger.

Anlass ist das große Festwochenende zum Abschluss des Jubiläumsjahrs zum 50-jährigen Bestehen der Hirrlinger Heimatzunft, gekoppelt mit dem Gautrachtentreffen des Trachtengaus Schwarzwald am Sonntag. Beim Festumzug am Sonntag werden 36 Trachtengruppen, zehn Musikkapellen, neun Fanfarenzüge und die Böllerschützen des Hirrlinger Schützenvereins dabei sein. Alles in allem, sagt Helmut Saile, Ehrenzunftmeister der Heimatzunft, werden 1800 Teilnehmer erwartet.

Die Freundschaft zwischen Hirrlingen und Hajos geht bis ins Jahr 1971 zurück, als die Volkstanzgruppe der Heimatzunft an einem Internationalen Folklore-Festival in Südungarn teilnahm, in Hajos untergebracht wurde und dort auch den örtlichen Wein kennenlernte. 1982 wurde daraus die erste offizielle Partnerschaft einer westdeutschen mit einer ungarischen Gemeinde. „Wenn wir nach Hirrlingen kommen, ist es, als würden wir nach Hause kommen“, schwärmt Edina Mayer, die damals noch ein Kind war und nun zum vierten Mal in Hirrlingen ist. Der 50-jährige Hans Saile war seinerseits schon 33 Mal in Hajos. „Wir haben uns von Anfang an verstanden“, sagt er über das Verhältnis zwischen Hirrlingen und Hajos.

Das Schwäbische beflügelt die Freundschaft

Das liegt nicht zuletzt an der gemeinsamen Sprache. In der Anfangszeit sprachen vor allem die alten Leute das etwas altertümlich wirkende Donauschwäbisch. Inzwischen, berichtet Mayer, hat Hajos eine Schule, in der die Kinder jeden Tag Deutsch lernen. Im Fach Heimatkunde lernen die Mädchen und Jungen Schwäbisch, in Form von Spielen und Reimen, „damit das Donauschwäbisch nicht ausstirbt“.

Die Gastfreundschaft ist auf beiden Seiten groß. Die 72 Gäste, die gestern per Bus ankamen und am Montag wieder abreisen, sind bei 30 Hirrlinger Gastgeberfamilien untergebracht. Acht weitere Männer und Frauen aus Hajos haben sich auf eigene Faust eine Unterkunft organisiert. Die Vorbereitungen für das große Besuchswochenende hätten schon im März vergangenen Jahres begonnen, sagt Hans Saile. Geeignete Quartiere aufzutun, sei kein Problem gewesen. „Wenn hier 200 Leute aus Hajos kommen, krieg‘ ich die auch unter.“

Am Festwochenende weilt eine Delegation aus Hajos in Hirrlingen
72 Männer, Frauen und Kinder kamen gestern aus Hajos in Hirrlingen an. Für viele war es ein freudiges Widersehen, für manche das erste Mal. Bilder: Henning

Am Festwochenende weilt eine Delegation aus Hajos in Hirrlingen
„Die Kinder lernen bei uns in Heimatkunde Schwäbisch“, sagt Edina Mayer aus Hajos. Rechts Helmut Saile, der Ehrenzunftmeister der Hirrlinger Heimatzunft.

Am heutigen Samstag ist in der Hirrlinger Ortsmitte ein Sternmarsch mit neun Fanfarenzügen aus Pforzheim, Triberg, Rottenbug, Wehingen, Löffingen, Stetten, Schwenningen Möhringen und Ravensburg. Anschließend spielen alle gemeinsam am Schlossweiher, bevor es in einem Umzug zum Festzelt geht. Dort beginnt um 19 Uhr das Abendprogramm mit Fanfarenzügen und donauschwäbischen Tänzen der Gäste aus Hajos. Anschließend ist Ü30-Party mit DJ Wolle. Der Eintritt ist frei.
Die Feierlichkeiten am Sonntag beginnen mit einem Gottesdienst um 9.15 Uhr in St. Martin. Um 10.30 Uhr ist ein Empfang für geladene Gäste im Bürgerhaus, um 11 Uhr beginnt im Festzelt der Frühschoppen. Mittagessen gibt es ab 11.30 Uhr. Der große Umzug mit 36 Trachtengruppen beginnt um 13.30 Uhr, danach wird im Festzelt weitergefeiert.

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19.06.2015, 12:00 Uhr

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