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Tapfere Nonne verzückt

Am Mittwochabend wurden die Preise der Französischen Filmtage verteilt

Am Ende der 31. Französischen Filmtage steht die Hoffnung. Das Flüchtlingsdrama „Hope“ gewann den Preis für das beste Nachwuchswerk; der Mut machende Klosterfilm „Marie Heurtin“ wurde am Mittwochabend im Kino Museum mit dem Publikums- und Verleihförderpreis bedacht.

05.11.2014
  • Klaus-Peter Eichele

Am Mittwochabend wurden die Preise der Französischen Filmtage verteilt
Überzeugte das Publikum: der Klosterfilm "Marie Heurtin" ("Die Sprache des Herzens").

Bei der mit 20000 Euro am höchsten dotierten Filmtage-Auszeichnung, dem von Unifrance und der baden-württembergischen Filmförderung MFG gestifteten Verleihförderpreis, war das Rennen nach Auskunft von Festivalleiter Christopher Buchholz extrem eng. Nach Auszählung der Stimmzettel gab eine Zehntelnote den Ausschlag gegen den Eröffnungsfilm "Timbuktu" und für "Marie Heurtin", die zu Tränen rührende Geschichte einer Nonne, die ein blindes, taubes und stummes Mädchen zu sich ins Kloster holt. Das Geld geht an den Münchner Concorde-Verleih, der den Tübinger Publikumsliebling unter dem Titel "Die Sprache des Herzens" im Januar nächsten Jahres in die Kinos bringt. Zusätzlich kriegt der Regisseur Jean-Pierre Améris 2500 Euro.

Auch die dreiköpfige Jury des Wettbewerbs um den besten Nachwuchsfilm hatte nach eigenem Bekunden die Qual der Wahl, alle neun nominierten Filme seien "herausragend" gewesen. Letzten Endes entschieden sich die Juroren für "Hope" von Boris Lojkine. "Der Film begleitet zwei Flüchtlinge auf ihrem Weg durch Afrika nach Europa ohne Schwarzweißmalerei und mit einem guten Gespür für die Grausamkeit der Situation", heißt es in der Begründung. Das Preisgeld (5000 Euro von Kinobetreiber Volker Lamm) geht hälftig an den Regisseur und den Produzenten des Films. Als beste Darsteller wurden Newcomerin Endurance Newton ("Hope") und Reda Kateb ("Qui vive") ausgezeichnet.

Am Mittwochabend wurden die Preise der Französischen Filmtage verteilt
Überzeugte die Jury: Das Flüchtlingsdrama "Hope"

In den kleineren Wettbewerbs-Sektionen räumte "Mommy" ab. Das hochintensive Mutter-Sohn-Drama des kanadischen Wunderkinds Xavier Dolan gewann die Preise der Tübinger und Stuttgarter Jugendjury sowie den Stuttgarter Publikumspreis. Der Film kommt bereits am 13. November regulär in die deutschen Kinos.

Im Jahr nach dem 30-jährigen Jubiläum war die Besucherzahl leicht rückläufig. Nach der gestrigen Hochrechnung kamen, alle fünf Festivalstädte zusammengerechnet, rund 12000 Zuschauer, 500 weniger als 2014. Ein Grund ist für die Festivalleitung die zunehmende Unübersichtlichkeit des Programms mit diesmal 150 kurzen und langen Filmen. Viele seien nur ein oder zweimal gelaufen, "da kann sich keine Mundpropaganda entwickeln", so Pressesprecherin Andrea Bachmann bei der gestrigen Abschluss-Pressekonferenz. Im nächsten Jahr soll der Spielplan daher entschlackt werden. Überdies bedauert Christopher Buchholz, dass der Filmtage-Funke nicht so recht auf die ganze Stadt überspringe. "Wenn man nach Tübingen kommt, spürt man kaum Festival-Flair". Ansonsten sei er aber "glücklich" mit dem Verlauf seiner fünften Französischen Filmtage. "Der Hammer", ergänzt Bachmann, war das improvisierte Konzert der jungen Rapperin KT Gorique aus dem Film "Brooklyn" bei der Festivalparty im Epplehaus – "ein heiliger Filmtage-Moment".

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05.11.2014, 12:00 Uhr

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