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Bewegtes Denkmal im Kreis

Am Sonntag geht es um Reisen, Handel und Verkehr

Nicht nur Kirchen und Rathäuser sind Kulturdenkmäler, die Kultur liegt manchmal sogar auf der Straße, wie am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, gezeigt wird.

09.09.2010
  • Ulla Steuernagel

Kreis Tübingen. In Tübingen wird eine Dampfwalze aus dem Jahr 1899 durch die Straßen rollen, sie gehört zu den ältesten erhaltenen Dampfwalzen im Land und war noch in den sechziger Jahren voll im Einsatz. Der Koloss wird zwei Mal zu Fahrten aufbrechen. Um 11 und um 13 Uhr geht es am Heizwerk in der Brunnenstraße los. Angefeuert wird ab 10.30 Uhr.

Welche Tübinger Straße bewegt die Gemüter wie kaum eine andere? Richtig, die Mühlstraße. Sie ist eine Station des Denkmaltages. Schon im 19. Jahrhundert war sie eine wichtige Verbindung zwischen Neckar- und Wilhelmsvorstadt. Von den Veränderungen dieser Straße werden die Denkmalpfleger Beate Hertlein und Sebastian Schnirch in einer Führung um 10 Uhr berichten (Treffpunkt Schulberg, Pfleghof).

Auch der Neckar war eine wichtige Verkehrsstraße, allerdings in Einbahnrichtung. Von der Neckarflößerei, die nicht nur Handelswaren, sondern auch Reisende mitführte, berichtet Tilmann Marstaller (Treffpunkt, 11 Uhr, Holzmarkt-Brunnen).

Von den frühen Formen der Mobilität zeugt nicht nur die Eisenbahn, sondern zeugen auch ihre Bauten. Mit dem Oldtimerbus „Heidi“ vom Museum Boxenstop werden sie am Sonntag abgeklappert. Der Kunsthistoriker Gernot Närger übernimmt die Reiseleitung, wenn es um 14 und um 16 Uhr vom Boxenstop aus zum Hauptbahnhof, dem Bahnbetriebswerk und der Eisenbahnbrücke der Ammertalbahn geht. Wer sich beeilt, kann noch kostenlose Karten beim Verkehrsverein an der Tübinger Neckarbrücke ergattern. Auch für die Führungen durch die Astronomische Rathausuhr (11.30, 13.30 und 14.30 Uhr) mit den Uhrenexperten Martin Boertzel und Wolfgang Binder kann man sich im Verkehrsverein noch kostenlose Karten sichern.

Am Sonntag geht es um Reisen, Handel und Verkehr
Früher wurde hier gehandelt (mit Waren), heute wird hier diskutiert: der Tübinger Rathaus-Sitzungssaal. Archivbild: Sommer

Was hat der Sitzungssaal des Tübinger Rathauses mit dem Motto des Tages zu tun? Heute wird hier diskutiert, früher wurde hier gehandelt – mit Waren. In der Eingangshalle konnte man im 15. Jahrhundert Gebäck und Fleisch kaufen, im heutigen Sitzungssaal waren die Gerber zugange. Führungen durchs Haus macht Dagmar Waizenegger (Treffpunkt 11, 13 und 14 Uhr am Eingang).

Auch das Schloss Hohentübingen darf nicht fehlen. Selbst wenn es nicht direkt zum Motto des Tages gehört, verspricht Sigrid Schumacher um 10 und um 14 Uhr kurzweilige Führungen durch Schlosskirche, Fürstenzimmer und Schlossküche, in der es nicht nur um die Bedeutung des Hauses für die Orts- und Landesgeschichte, sondern auch für die Wissenschaft geht.

Rottenburg: Neu in der Reihe der Sehenswürdigkeiten ist in Rottenburg in diesem Jahr der Amannhof 11, das ehemalige Oberamtsgefängnis. Inzwischen hat sich im Sülchgauer Altertumsverein eine eigene Abteilung dafür etabliert, die das unter Denkmalschutz stehende Gebäude als Kulturzentrum erhalten will. Beim Tag des offenen Denkmals stellt sich das Projekt vor. Von 14 bis 17 Uhr gibt es laufend Führungen – unter anderem durch die zwei erhaltenen Gefängniszellen im Erdgeschoss –, eine Präsentation der historischen Quellen und die Architektenpläne für den Ausbau.

Mössingen und die Steinlach-Gemeinden bieten keine eigenen Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals an. Kulturlos ist Mössingen deshalb noch lange nicht. Am Wochenende ist hier Stadtfest und auf dem Gomaringer Schloss eine Revue zur dortigen 50er-Jahre-Ausstellung zu sehen.

Hechingen: Neben der Zollernburg hat Hechingen noch andere Kulturadressen. Etwa die Villa Eugenia. Hier beginnt der Denkmaltag um 10.30 Uhr mit einem Matinee-Konzert. Um 15 Uhr werden Bilder zur Restaurierung der Villa gezeigt. Das klassizistische „Lustgartenhaus“ wird als Kultur-und Tagungszentrum genutzt.

Ammerbuch: Die St. Magnus Kirche in Altingen macht ihren Wehr- und Wachturm den Besuchern zugänglich. Außerdem erklärt Pfarrer Martin Uhl bei Führungen um 14 und um 15.30 Uhr die Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert im Chorraum der Kirche, auch die Glockenstube kann besichtigt werden, und von 13.30 Uhr an gibt es Speisen und Getränke auf dem Kirchplatz.

In Reutlingen gibt es keine besonderen Präsentationen – aus Protest gegen die vom Gemeinderat beschlossene Streichung der Zuschüsse (2000 Euro).

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09.09.2010, 12:00 Uhr

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