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Das Fremdbier muss zuhause bleiben

Am Wochenende ist wieder Umsonst und Draußen auf dem Hegwiesensportplatz

Was ist da los beim sonst so traditionsreichen Mössinger Open-Air-Festival? Knapp eine Woche vor dessen 29. Ausgabe sind fast alle 280 Helferschichten besetzt, der Wetterbericht verspricht statt apokalyptischer Regengüsse und Kühlschranktemperaturen satte 27 Grad. Nicht das einzig Neue dieses Jahr.

23.07.2012
  • Kathrin Löffler

Mössingen. Der sich seit Jahren um die Deckung des Rock ’n‘ Roll-Bedarfs im Steinlachtal verdient machende Verein Monokultur als Veranstalter in Kooperation mit der Stadtjugendpflege, der für hingebungsvolle Pogo-Performanzen und Metamorphosen in einen aufgeweichten Acker prädestinierte Hegwiesensportplatz als Ort des Geschehens, gesäumt von einer exorbitanten Fressmeile mit Döner, Crêpes und indischen Schmankerln im Angebot, zwei Tage lang von der bewährten dreckig-tanzbaren Mischung aus Reggae, Ska und Punk beschallt und mit dem Musikverein Mössingen wieder vom hiesigen absoluten Kracher-Act gerockt: alles wie gehabt beim U & D. Fast.

Novum Nummer eins: Am Eingang gibt es jetzt Kontrollen. Denn: Aufgewärmt, vom Hertragen durchgeschüttelt, womöglich irgendeine geschmacksneutrale Billig-Plörre – so ein Bier mag nun wirklich niemand trinken. Sollte man meinen. Die spielverderbenden Fremdalkohol-Schmuggler auf dem Gelände erwiesen sich in den letzten Jahren aber als belehrungsresistent. Für ein Festival, das sich über den Getränkeverkauf finanziert, ein Todesurteil – zumal die Organisatoren seit dem Platzwechsel 2009 mit höheren Fixkosten zu kämpfen haben, Wetter und entsprechend Zulauf sowie Flüssignahrungskonsum zuletzt nicht so super waren und am Ende die Miesen standen.

Und: „Die Leute, die viel harten Alkohol trinken, werden immer jünger, das ist auch bei uns so“, hat Monokultur-Vorsitzende Stefanie Dürr beobachtet. Auch solchen Tendenzen soll durch Taschen- und Rucksack-Checks der Security-Kräfte am Einlass entgegen gewirkt werden. Novum Nummer zwei: Das U & D geht neuerdings in die Verlängerung. Bislang musste um 24 Uhr der letzte Bass gezupft, die letzte Textzeile ins Publikum gebrüllt sein. Das Ordnungsamt wollte es so. Obwohl noch bis 2 Uhr möglich, mochte sich danach auch kaum mehr jemand ein Absackerbierchen schmecken lassen, bei ganz unsommerlich-spärlichen zehn Grad leerte sich der Platz nach Verklingen der Bands im Vorjahr schlagartig. Und das war – siehe oben – ganz schlecht für die Kasse. Um den Getränkeverkauf anzukurbeln, darf deshalb heuer zwei Stunden länger musiziert und geschwoft werden. Zu HipHop und Bassmusic von den Plattentellern am Freitag, Gitarrenlastigem am Samstag. Beides nachbarschaftsfreundlich, da einerseits im eigens geliehenen After-Show-Zelt und andererseits unplugged stattfindend. Genehmigt von höchster Stelle. Dürr erleichtert: „Wir freuen uns, dass Michael Bulander uns so entgegen gekommen ist und die Stadt uns nicht hängen lässt.“

Drittes Novum: Elektro. Auf dem U & D. Elektro auf dem U & D? Der letzten Bastion leidenschaftlicher Metal-Matten-Schüttler, Psycho-, Rocka- und sonstigen Billies? Gab’s ja noch nie! Die Diskussion, ob mit diesem scheinbaren Tabu gebrochen werden sollte, schon länger. „Mit typ:t.u.r.b.o“ – so der musikalische Stein des Anstoßes – „haben wir dieses Jahr mal was gewagt“, sagt Marcel Valin vom Orga-Team.

Novum vier bis acht: Wer damit geschmacklich nicht ganz einverstanden oder einfach ein bisschen empfindlich ist, kann erstmals auf dem Festival Ohrstöpsel erstehen, das bereits zu regionaler Popularität gelangte Jes-Projekt „trink:bar“ versorgt dürstende Rockstars und -fans mit alkfreien Cocktails, Hüftenschwinger der nächsten Generation (von denen sich, auch weil die Monokultisten teils selbst schon zwei haben, immer mehr auf dem Gelände tummeln) dürfen sich beim Kinderschminken amüsieren, Simon Berhe macht den neuen Moderator. Und: So ganz bretthart auf die Mütze gibt’s nicht mehr. Den traditionell Punk-orientierten Samstag lässt man nun etwas tanzbarer angehen. Zur Beruhigung: „Suffrock“, und „Höllenstürme“ kündet das Programmheft ebenso an.

Am Freitag geht‘s um 17 Uhr los mit er einzig verbliebenen Güterschuppen-Band Junk Children, es folgen Limited Evidence und, als fester Bestandteil, die Schlägerei. Um 18.50 gibt‘s Funk von Splice, Posaunenchor-Ska-Punk mit Ezzo, Vantion Dantion, und um 22.45 Uhr Elektro von typ:t.u.r.b.o. Run iniQ legt im Aftershow-Zelt auf. Stramme Märsche serviert der Musikverein am Samstag um 15 Uhr, dann kommt Buster van Socke. Um 17 Uhr rocken Bad Liver, die New York Wannabes, The Low Four und Nina & The Hot Spots. Um 21.20 Uhr Punkrock von The Renderings, Headliner sind The Peacocks. Aftershow mit Stumfol und Malum Persicum.

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23.07.2012, 12:00 Uhr

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