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American Honey

American Honey

Das Roadmovie folgt einer Gruppe Jugendlicher, die auf einer Suche nach einem Platz in der Gesellschaft durch die USA zieht.

American Honey

USA 2016

Regie: Andrea Arnold
Mit: Sasha Lane, Shia LaBeouf, Riley Keough

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14.05.2016
  • Dorothee Hermann

Alles von außen sehen und verzweifelt versuchen, selbst etwas abzubekommen: So lebt die 18-jährige Star (Sasha Lane), die mit ihren beiden jüngeren Halbgeschwistern, denen sie die Mutter ersetzt, Essen aus Abfallcontainern fischen muss. Zuhause erwartet der Stiefvater, dass sie sich seinen sexuellen Übergriffen fügt.

Von ihrem bisherigen Leben hat Star so wenig zu erwarten, dass ihr die seltsam aufgedrehte Truppe auf dem Supermarkt-Parkplatz als Ausweg erscheint: Sie landet direkt in einer Drückerkolonne.

Weil die anderen kaum erwachsene, verlorene Kids sind wie sie selbst, erinnert die gemeinsame Geschäftstour durch den Mittleren Westen der USA mitunter an die überdrehte Lustigkeit einer Klassenfahrt. In Motels am Straßenrand müssen sie zu mehreren ein Zimmer teilen, weil es so billiger ist. Den Lebensstil ihrer potenziellen Kunden besichtigen sie wie hinter einer Glaswand.

Das desillusionierende Roadmovie der britischen Regisseurin Andrea Arnold („Fish Tank“) führt durch ein abgewracktes Amerika, in dem menschliche Kontakte fast ausschließlich auf Geschäftsbeziehungen oder direkte Unterwerfung beschränkt sind.

In nur acht Wochen gedreht, wurden die Darsteller vielfach auf der Straße gecastet. Die berühmten weiten Horizonte oder eine imposante Skyline leuchten nur kurz auf. Ein Zuhause, Träume oder gar Per-spektiven gibt es für die Protagonisten nicht, die von Tag zu Tag überleben müssen.

Dass sich die toughe Star, die sich von niemandem manipulieren lässt, ausgerechnet in den etwas verdrucksten Schwallheimer Jake (Shia LaBeouf als Drückerkolonnen-Vize) verknallt, wird nicht ganz plausibel.

Viel überzeugender ist Star, wenn die Regisseurin sie in Konfrontationen mit Männern schickt, bei denen erst recht alle Alarmglocken schrillen müssten. Mitunter verzichtet sie aber auf harten Realismus und lässt die marginalisierte Schöne aphroditegleich aus einem Pool oder See emportauchen – und Atem holen für die Zukunft.

Bitterer Abgesang auf den amerikanischen Traum, der seine Figuren aber nie ganz abstürzen lässt.

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14.05.2016, 14:46 Uhr

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