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Squaredance mit 80

Amerikanischer Tanz hält auch geistig fit

Mit Squaredance hält sich Franz Mattes körperlich und geistig fit. Das ist für den 80-Jährigen aber nicht der einzige Schlüssel zum Jungbleiben.

03.07.2012
  • Sascha Geldermann

Mit Menschen seines Alters kann der 80-jährige Franz Mattes nichts anfangen: „Die reden doch immer nur über Krankheiten“, sagt er. Statt Schlager hört er auch lieber Techno. Wenn er in einen Club geht, wird er von den Jüngeren oft belächelt. „So einige Mädchen haben dort bereits versucht, mich kaputt zu tanzen – aber das ist ihnen nie gelungen“, sagt Mattes.

Seit vier Jahren gehört er nun zu den sechzig Mitgliedern des Tübinger Squaredance-Vereins Stoke-Boat Promenaders. Vorher hatte er noch nie etwas von dem amerikanischen Tanz gehört. „Ich habe mich anfangs auch nicht dafür interessiert, da ich dachte, dass dabei nur Countrymusik gespielt wird“, so Mattes. Doch schnell stellte er fest, dass Squaredance heute auch mit Rock, Pop und Techno unterlegt wird.

Ein sogenannter Caller sagt beim Tanz an, welche Schrittabfolge als nächste folgt. Dass die Mitglieder die Figuren beherrschen, müssen sie im Verein erst einmal in einer theoretischen und einer praktischen Prüfung unter Beweis stellen. In den acht Monaten des Anfängerkurses lernte Mattes siebzig solcher Schrittabfolgen. Vor einem Monat erreichte er die zweite Stufe mit dreißig zusätzlichen Figuren. „Durch das Lernen hält mich der Squaredance nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit“, sagt Mattes.

Der 80-Jährige wohnt in Schömberg bei Calw und tanzt mittlerweile auch für die SquareMiners im ganz in der Nähe gelegenen Neubulach. Bei den 2001 gegründeten Stoke-Boat Promenaders fühle er sich aber wohler. Bevor er mit dem Tanzen angefangen habe, sei er nie besonders sportlich gewesen. Mit 50 litt er unter Ischiasschmerzen. „Doch je älter ich werde, desto besser geht es mir“, sagt Mattes.

Squaredance halte ihn jung, reiche dafür aber allein nicht aus. Es gebe noch andere Projekte, die ihn antreiben. Mattes hat vor der Rente als Grafikdesigner und als Regisseur für Wissenschaftsfilme gearbeitet. Als Designer hatte er noch bis zum Alter von 70 Jahren Lehraufträge an der Fernuniversität Hagen. Er sagt: „Es tat mir gut, mich mit jungen Leuten zu umgeben.“

Angetrieben wird Mattes auch durch sein Hobby: Er betreibt mit Leidenschaft Architekturforschung und schreibt Artikel zu dem Thema. Ihn fasziniert, wie sich im Design der Gebäude die Gesellschaftsform der jeweiligen Zeit wiederfindet.

Was fürs Jungbleiben aber am Wichtigsten sei: „Das ist das positive Denken“, so Mattes. Das könne man als Rentner nicht haben, wenn man nur über Krankheiten spreche oder sich jeden Tag vom Kaffee zum Bier schleppe. Rentner müssten an der Gesellschaft teilnehmen und die Arbeitenden unterstützen. „Ich koche zum Beispiel für Freunde, die den ganzen Tag arbeiten müssen“, so der 80-Jährige.

Am Samstag zeigte Mattes seine positive Lebenseinstellung, als er mit den anderen Stoke-Boat Promenaders beim Spielefest des Deutsch-Amerikanischen Instituts ausgelassen im Alten Botanischen Garten tanzte. Nach dem Auftritt sagte er: „Ich denke, ich bin ein Muster für kommende Generationen – fitte 80-Jährige sind bald nichts Besonderes mehr.“

Amerikanischer Tanz hält auch geistig fit
Der 80-jährige Franz Mattes tanzte mit seinem Tübinger Verein am Samstag ausgelassenen Squaredance im Alten Botanischen Garten.

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03.07.2012, 12:00 Uhr

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