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Amerikanisches Idyll

Amerikanisches Idyll

Drama über den Zerfall einer amerikanischen Fabrikantenfamilie nach dem Roman von Philip Roth.

Amerikanisches Idyll

American Pastoral
USA 2016

Regie: Ewan McGregor
Mit: Ewan McGregor, Jennifer Connelly, Dakota Fanning

109 Min. - ab 12 Jahren

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14.09.2016
  • Dorothee Hermann

Sie sind zu glatt, um durchzuhalten, wenn es schwierig wird: die ehemalige Schönheitskönigin Dawn (Jennifer Connelly) und der ebenso umschwärmte frühere High-School-Fußballkapitän Seymour Levov, genannt „der Schwede“ (Ewan Mc Gregor, der auch Regie führt). Ihre perfekte Vorstadt-Existenz im ländlichen Speckgürtel von New York bekommt erste Risse, als die einzige Tochter Merry (je nach Alter: Ocean James, Hannah Nordberg, Dakota Fanning) ein schweres Stottern zeigt.

Der Kosename Merry, eine Abkürzung von Meredith, klingt wie eine Forderung, was ihre Eltern von der Tochter erwarten: fröhliche Unkompliziertheit. Doch das Mädchen empfindet vor allem die Beziehung zum Vater als eine Reihe von schmerzhaften Zurückweisungen.

Seine Adaption des preisgekrönten Philip-Roth-Romans gerät dem britischen Schauspielstar ein wenig schematisch: als wäre da die wie gemeißelte Vorderansicht der Figuren, von denen man in der Folge aber nie erfährt, was sich hinter der präsentierten Schauseite wirklich verbirgt. Seymour bleibt immer der blasse Sohn des jüdischen Patriarchen Lou Levov (Peter Riegert als erfolgreicher Handschuhfabrikant).

Im Vergleich zum Roman konzentriert sich der Film stark auf die höchst ambivalente Vater-Tochter-Beziehung zwischen Besitzanspruch, Misstrauen und Kontrollwunsch. Völlig aus dem Konzept gebracht ist Seymour, als die 16-jährige Merry untertaucht, nachdem der örtliche Postbeamte bei einem Bombenanschlag umgekommen ist, der linksradikalen Extremisten zugeschrieben wird.

Es bleibt offen, ob Merry als Teenager nur ein bisschen labil ist und gängige Parolen der sechziger Jahre nachplappert, oder ob sie angesichts des Vietnamkriegs tatsächlich ein politisches Bewusstsein entwickelt.

Traut sich leider nur Postkartenansichten vom Auseinanderdriften einer US-Familie in den Sixties zu.

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14.09.2016, 14:21 Uhr

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