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Die Hintermänner bleiben im Dunkeln

Amtsgericht verurteilt rumänische Diebesbande

Eine rumänische Diebesbande musste sich gestern vor dem Reutlinger Schöffengericht verantworten. Sie hatten Kleider in Outlet-Centern gestohlen, zuletzt in Metzingen.

10.07.2012
  • Matthias Reichert

Reutlingen / Metzingen. Für ihre Diebstähle verwendeten sie innen mit Aluminium verkleidete Taschen, um die Diebstahlsicherung an den Beutestücken zu umgehen. Die Angeklagten sind zwischen 25 und 38 Jahre alt. Drei von ihnen klauten laut Anklage am 4. Februar dieses Jahres in einem Factory-Outlet in Herzogenaurach Jacken und Schuhe im Wert von knapp 4000 Euro. Alle vier stahlen am 6. Februar in diversen Metzinger Outlet-Läden Schuhe, Jacken und Kaschmirpullover für mehr als 2000 Euro, dazu in einem Baumarkt Werkzeug für 120 Euro.

Angeklagt waren die Taten als gemeinschaftlicher schwerer Bandendiebstahl, weil sie sich damit eine Einnahmequelle erschließen wollten. Wie die Polizei sie erwischte, wurde nicht bekannt. Drei Angeklagte räumten die Vorwürfe über ihre Verteidiger ein. Der Jüngste von ihnen hatte schon bei der Haftprüfung gestanden, die beiden anderen erst jetzt vor Gericht. Sie bekamen alle Bewährungsstrafen, weil sie gestanden hatten und in Deutschland nicht vorbestraft sind. Seit Februar sitzen sie in Untersuchungshaft.

Von den persönlichen Verhältnissen der Angeklagten wollte Richter Eberhard Hausch wenig wissen. „Wir könnten ihnen lange zuhören. Nach meiner Erfahrung sind das immer Leute, die es besonders schwer gehabt haben. Ich kann auf ihre Lebensgeschichte verzichten.“ Der Jüngste kam aufgrund seines frühen Geständnisses mit einem Jahr und zwei Monaten davon, die beiden Älteren bekamen je zwei Jahre, alle zur Bewährung. „Sie sind eher die Lehrlinge und Gesellen in einem größeren internationalen Bandengeflecht“, sagte Hausch. „Die Hintermänner sitzen woanders.“ Als Auflage müssen die drei Verurteilten 200 beziehungsweise 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, wenn sie länger als drei Tage nach Deutschland kommen. Jeden Aufenthalt müssen sie beim Gericht anmelden.

Der vierte Angeklagte – er ist 37 Jahre alt – stand schon unter Bewährung. Im September 2011 hatte ihn das Amtsgericht Kassel wegen Diebstahls zu drei Monaten verurteilt. Zuvor hatte er einen Strafbefehl über 600 Euro erhalten, ebenfalls wegen Diebstahls. Weil er nicht zahlte, musste er eine Ersatzstrafe absitzen. Der 37-Jährige war nur an den Metzinger Diebstählen beteiligt. Als die anderen drei schon verurteilt waren, räumte er nach einer Beratungsunterbrechung die Taten über seinen Anwalt Horst Epple ein, nachdem das Gericht bei einem Geständnis eine Strafe von zweieinhalb Jahren in Aussicht gestellt hatte.

Dabei blieb es – Epple plädierte vergebens auf einige „minderschwere Fälle“ und zwei Jahre Gesamtstrafe. Die alte Bewährungsstrafe muss er wohl ebenfalls verbüßen. „Normalerweise wird er nach der Hälfte der Haft abgeschoben“, so Hausch.

Info Vorsitzender Richter: Eberhard Hausch; Schöffen: Renate Beck-Proföhr, Bernd Gitt; Staatsanwalt: Marc Barunovic; Verteidiger: Stephan Lohrmann, Alexander Schick, Horst Epple, Steffen Kazmaier.

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10.07.2012, 12:00 Uhr

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