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An der Soße wird nicht gespart
Anna und Herbert Idler. Foto: Ingrid Sachsenmaier
Gastro-Tipp

An der Soße wird nicht gespart

Herbert und Anna Idler betreiben im Remstal den Prototyp einer schwäbischen Weinstube.

03.11.2016
  • INGRID SACHSENMAIER

Stetten. Die Stuttgarter reden vom „Idler“, in Stetten sagen alle „Linde“. Der schöne, alte Wirtshausausleger gibt den Stettenern Recht, auf ihm steht nämlich in goldenen Buchstaben „Gasthaus zur Linde“. Seit fünf Generationen, genau seit 1876, ist dieses im Besitz der Familie Idler. Die schwäbische Küche ist seit jeher „saugut“, wie ein Gast am Nebentisch anerkennend sagt, man solle unbedingt die „Sauren Kutteln“ mit Bratkartoffeln (11,20 Euro) bestellen.

Das „Idler“ ist genau so, wie man sich eine schwäbische Weinstube vorstellt mit einer eher niedrigen Gaststube, gemütlichen Eckbänken aus dunklem Holz, weißen Tischdecken und einer geschmackvollen Dekoration. „Grüß Gott“ schallt es den Eintretenden herzlich entgegen.

Herbert Idler steht mit seinen 73 Jahren selbst in der Küche, bei ihm kommt keine Päckles-Soße auf den Tisch, „jedes Gericht wird frisch gekocht“. Mit Raffinesse – und doch bodenständig. Idler hat Metzger und Koch gelernt. Dass er sich auskennt bei Fleisch und Innereien, das merkt man. Die Kalbsleber Berliner Art ist super zart (20,50 Euro), sie zergeht zusammen mit dem Sahne-Kartoffelpüree auf der Zunge. „Jedes Gericht hat seine eigene Soße“, erklärt er. Mit ihr wird nicht gespart, zu jedem Gericht kommt noch eine extra Portion in einer kleinen Saucier auf den Tisch. Genau so mag es der Schwabe. Die Pfefferrahm-Soße von den Kalbsnierle (20,50 Euro) ist so fein, sie mundet auch pur. Dazu passt hervorragend ein Strümpfelbacher Lemberger vom Weingut W. Haidle aus Stetten. Der Untertürkheimer Gips vom Weingut Aldinger in Fellbach ist idealer Begleiter für den Gaisburger Marsch (11,80 Euro) oder die Ochsenbrust mit Meerrettichsoße, Rahmwirsing und Röstkartoffeln. Das Gemüse kommt übrigens direkt aus Stetten.

Man muss eigentlich zum Stammgast werden im „Idler“. So gut schwäbisch hat früher nur die Großmutter gekocht, denn sie hat sich Zeit gelassen beim Zubereiten der Speisen. So wie Herbert Idler. Montags und dienstags ist Ruhetag in der Weinstube, dann machen er und seine Frau Anna Maultaschen. Bis zu 600 Kilogramm. Nicht nur fürs eigene Lokal, sondern auch für die Markthalle. Ingrid Sachsenmaier

Info www.linde-stetten.de

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03.11.2016, 06:00 Uhr

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