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Klettern ist ihr Hobby

Andrea Roller liebt ihren Beruf als Baumpflegerin

Seit sie zum ersten Mal im Baum hing, wollte Andrea Roller nichts anderes mehr machen. Die naturverbundene Baumpflegerin wünscht sich mehr weiblichen Zuwachs.

25.08.2010
  • MARLENE STAIB

Wer Andrea Roller im Tübinger Stadtgebiet bei der Arbeit sieht, dem kann schon vom Zuschauen schwindelig werden: In den hohen Bäumen, beispielsweise am Institut für Politikwissenschaft, klettert sie herum und sägt Äste ab. Die 26-Jährige ist von Beruf Landschaftsgärtnerin bei der Nehrener Firma Albrecht Bühler Baum und Garten. An sich nichts Frauen-Untypisches. Die Lizenz zum Klettern besitzen jedoch die wenigsten ihrer Kolleginnen. Dafür hat Roller vor etwa eineinhalb Jahren einen speziellen Baumkletter-Schein erworben. Die Ausbildung für den Umgang mit der Motorsäge erhielt sie dieses Jahr.

„Ich bin ein Naturmensch“, sagt Andrea Roller über sich. Daher war ihr schon immer klar, dass sie im Beruf gerne draußen arbeiten will. „Gartenpflege hat mir im ersten Lehrjahr sofort zugesagt. Baggerfahren, Steine schleppen, einfach richtig zupacken.“ Nur Fällungen sind ihr zu anstrengend: „Das ist die beinharte Männerarbeit.“ Als sie beim Schnupper-Klettern zum ersten Mal im Baum hing, hatte Roller ihren Traumberuf entdeckt. „Ich wollte am liebsten die Lehre zur Landschaftsgärtnerin abbrechen und von dem Tag an nichts anderes mehr machen“, berichtet Roller.

Das Hobby zum Beruf oder den Beruf zum Hobby gemacht – beides trifft auf sie zu: In ihrer Freizeit geht sie am liebsten in den Wald zum Klettern oder „Zapfenpflücken“, das heißt dem Förster bei der Zapfenernte helfen und somit den Waldbestand pflegen. Außerdem schwimmt sie gerne. In Neuhausen lebt sie zusammen mit ihrem Freund und ihrer neunjährigen Tochter.

Im Betrieb ist sie eine von drei Baumpflegerinnen. Auch auf internationalen Wettkämpfen, an denen ihre Kollegen teilnehmen, sieht sie nur sehr wenige Frauen. Dabei haben ihrer Meinung nach viele Mädels das Zeug dazu: Bei der Azubi-Messe lernten sie das Klettern oft schneller als ihre Mitschüler. „Wenn sich davon einige für den Beruf entscheiden würden, fände ich das toll.“

Roller wünscht sich nämlich mehr weibliche Gesellschaft. Bis es soweit ist, kommt sie mit den Männern jedenfalls gut aus: „Die Baumleute sind wie eine Familie.“ Sie schätzt die Art, die ihrer Meinung nach für Baumpfleger typisch ist. „Jeder hat seinen eigenen Kopf. Trotzdem geht es nur im Team: Vom Bodenmann bis zum Kletterer muss es eine Stimme sein.“ Dabei ist, so Roller, „jeder immer für den anderen da“.

„Gemeinsam das Mammut jagen“, heißt es auf der Website des Betriebs unter dem Stichwort Philosophie. Wie bei der urzeitlichen Mammutjagd ist für Betriebschef Albrecht Bühler Teamgeist oberstes Gebot. Für das Wintersemester hat sich Roller für eine Fortbildung zur Fachagrarwirtin beworben. Dazu sind eigentlich zwei Jahre Berufserfahrung nötig. Oder aber ausreichende Zusatzqualifikationen, wie Roller sie besitzt.

Andrea Roller liebt ihren Beruf als Baumpflegerin
Hoch hinauf: Andrea Roller klettert für ihr Leben gern. Bild:Metz

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25.08.2010, 12:00 Uhr

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