Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Pfanne auf den Kopf

Angeklagter bestreitet versuchten Totschlag

Vor dem Tübinger Landgericht muss sich seit Freitag ein 37-Jähriger wegen versuchten Totschlags verantworten. Vor zwei Jahren soll er während einer Feier einen Mann mit einer Bratpfanne schwer am Kopf verletzt und auf einen anderen mit einem Küchenmesser eingestochen haben.

04.09.2010

Reutlingen/Tübingen. Der Angeklagte bestreitet den Tathergang. Er habe sich nur vor den beiden Angreifern verteidigen wollen – nach dem ersten Verhandlungstag steht damit Aussage gegen Aussage. Der Angeklagte ist serbisch-montenegrinischer Staatsangehöriger, Vater zweier Kinder und hatte vor der Tat seit mehreren Jahren mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen.

Wie es zu den beiden handgreiflichen Auseinandersetzungen kam, konnte bislang aufgrund der widersprüchlichen Aussagen seitens des Angeklagten und der Zeugen noch nicht rekonstruiert werden.

Aussage steht gegen Aussage

Fest steht allerdings, dass sich am Abend der Tat der Angeklagte und die beiden Opfer zum gemeinsamen Feiern in der Wohnung eines Bekannten eingefunden hatten. Man sei gemütlich beisammen gesessen und habe „über Gott und die Welt“ geredet, beschreibt einer der Zeugen die Stimmung vor der Tat. Auch habe man viel getrunken und mit einem Wurfstern gespielt. Womöglich seien auch härtere Drogen konsumiert worden. Daran kann oder will sich aber keiner der Zeugen mehr erinnern. Irgendwann sei die Situation dann in der Küche eskaliert und der Angeklagte habe einem 34-jährigen Student wegen einer Lappalie die Bratpfanne über den Kopf gehauen und ihm anschließend brutal in den Daumen gebissen. Die Version des Angeklagten ist allerdings eine ganz andere. Danach habe ihn der Student wegen eines zuvor entfachten Streits mit der Pfanne angegriffen und verletzt.

Um den Streit zu schlichten, ging einer der Feiernden in die Küche. Dort sei er dann sofort vom Angeklagten mit einem Küchenmesser attackiert worden, dieser habe auf brutalste Art und Weise mehrere Male auf ihn eingestochen, sagte der 42-Jährige. Auch dieser zweiten Zeugenaussage widerspricht der Angeklagte: Da er sich weigerte, an den Kosten für gekaufte Drogen zu beteiligen, sei der vermeintliche Streitschlichter mit dem Wurfstern in der Hand auf ihn los gegangen – mit dem Küchenmesser habe er sich bloß zur Wehr gesetzt.

Aufgrund seiner lebensbedrohlichen Verletzungen am Hals und am Bauch lag das Opfer nach der Tat für mehrere Wochen im Krankenhaus. Die zwei Jahre des Wartens auf den Gerichtsprozess seien psychisch nur schwer für ihn zu ertragen gewesen der Prozess musste wegen Krankheit zweimal verschoben werden. – Auch Richter Jürgen Walker hofft, dass er in den nun folgenden vier Verhandlungstagen zu Ende gebracht werden kann. Der Prozess wird am Dienstag, 14. September, 8.30 Uhr, fortgesetzt. kab

Info: Vorsitzender des Schwurgerichts: Jürgen Walker; Verteidiger: Stephan Lohrmann; Staatsanwalt: Lorenz Holl.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

04.09.2010, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball