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Nico Zager trifft auf seinen ehemaligen Verein Berlin Volleys

Angreifer in Wartestellung

Im letzten Spiel der Vorrunde empfängt der TV Rottenburg in der Volleyball-Bundesliga den bislang ungeschlagenen Deutschen Meister Berlin Volleys. Für Rottenburgs Diagonalangreifer Nico Zager (18) eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit.

07.12.2012
  • Vincent Meissner

Rottenburg. Für Nico Zager hat sich der Wechsel zum TV Rottenburg schon jetzt gelohnt. Dabei hat der 18-Jährige gerade mal eine Handvoll Kurzeinsätze in seiner Premieren-Saison in der Bundesliga auf dem Feld erlebt. Meistens steht er abseits in der Ecke und klatscht den Kollegen zu. Dennoch hat die sportliche Akklimatisation gut geklappt: „Weil ich mit Hans Peter Müller-Angstenberger und Oliver Heiming zwei gute Trainer habe“, sagt Zager. Vergangenes Jahr spielte er beim VCO Berlin in der Zweiten Liga. Individuelles Training wie jetzt in Rottenburg gab es dort kaum: „Da bleibt der Einzelne auf der Strecke“, sagt Zager. „Ich bekomme hier viel mehr erklärt.“

Ein Schwäche bei sich sieht der Diagonalangreifer in der Abwehr. Sein Stellungsspiel bei der Blockabsicherung ist ausbaufähig, meint Zager. Mit seinen 103 Kilogramm auf 2,01 Meter ist sein Körper nicht gerade dazu geschaffen, die Bälle in der Verteidigung vom Boden zu kratzen. Doch als Diagonalspieler ist er auch in erster Linie für den Angriff zuständig. Und da hat er sich schon weiterentwickelt. An seiner Ausholbewegung hat er viel gearbeitet: „Das ist viel besser geworden, als es letztes Jahr war“, sagt Zager. Sein größtes Problem ist freilich in erster Linie die konstante Form von Rottenburgs Stamm-Diagonalangreifer Markus Pielmeier (siehe Zahl des Tages).

Untergekommen ist Zager in einer Rottenburger Gastfamilie. „Da fühle ich mich sehr wohl“, sagt er. Am Anfang war die Distanz zur Heimat in Brandenburg zwar belastend. „Aber man gewöhnt sich daran.“ Momentan ist er zum Praktikum in einem Büro für Landschaftsplanung in Rottenburg. Dort beschäftigt er sich mit Windenergie-Projekten. Eventuell möchte er ab Sommer etwas in Richtung Geografie studieren.

Mit dem Volleyballspielen begann Zager als Jugendlicher beim TSV Rudow in der Nähe von Berlin. Nach zwei Jahren wechselte er zum SCC Berlin, dem Stammverein der Berlin Volleys. Bei den Profis in der Sporthalle Charlottenburg war er als Balljunge oder Wischer im Einsatz. Selbst schmetterte er ein Jahr in der Berlin-Liga, bevor er ein Doppelspielrecht bekam und in erster Linie für den VCO Berlin, das Junioren-Nationalteam, auflief.

In der Vorbereitung vor der vergangenen Saison durften die Nachwuchs-Spieler dann unter dem späteren Meister-Trainer Mark Lebedew bei den Profis mittrainieren. „Das Tempo war schon anders“, sagt Zager. Besonders Paul Carroll beeindruckte ihn. Er spielt wie Zager auf der Diagonalen. Am Sonntag kommt es nun zum Wiedersehen mit den ehemaligen Trainings-Gefährten. „Wir werden unser Bestes geben“, sagt Zager. Ob auf dem Feld oder auch unterstützend am Rand.

Angreifer in Wartestellung
Und wumm: Rottenburgs Diagonalangreifer Nico Zager hier bei einem seiner Kurz-Einsätze für Volleyball-Bundesligist TV Rottenburg gegen Haching. Weil er viel Gutes vom TV Rottenburg gehört hatte, wechselte er vor der Saison auf eigenen Wunsch aus Berlin zu seinem neuen Verein in den Süden.Archivbild: Ulmer

Die Eintritts-Tickets für das Heimspiel am Sonntag (17 Uhr) in der Tübinger Paul-Horn-Arena gegen die Berlin Volleys gehen diesmal besser weg als bei den bisherigen Heimspielen in dieser Saison: „Der Deutsche Meister zieht“, sagt Rottenburgs Pressesprecher Philipp Vollmer. Allerdings ging der Trend schon zuvor mit jedem Sieg der Rottenburger Volleyballer nach oben. Dennoch sagt Vollmer: „Es könnte immer noch ein bisschen besser sein.“ Von einer ausverkauften Halle mit mehr als 3000 Zuschauern wie in den Anfangsjahren der Rottenburger Bundesliga-Zeit ist der Erstligist derzeit weit entfernt. Derweil hat auch der Vorverkauf für das Pokal-Halbfinale des TV Rottenburg gegen den Moerser SC begonnen. Sollte Rottenburg dieses Spiel gewinnen, stünde der Verein zum ersten Mal in seiner Geschichte im Pokal-Finale in Halle/Westfalen. Mit rund 10 000 Zuschauern der Höhepunkt des deutschen Volleyball-Jahrs. „Der Volleyballgott ist dieses Jahr Rottenburg Fan“, sagt Rottenburgs Manager Jörg Papenheim. „Wir haben erneut Heimrecht und sind Generali Haching aus dem Weg gegangen.“ Karten für die Partie am 29. Dezember (20 Uhr) in der Tübinger Arena gibt es in den Geschäftsstellen des TAGBLATTs.

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07.12.2012, 12:00 Uhr

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