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Nuklear-Gipfel in Washington befasst sich mit IS-Miliz

Angst vor Atom-Terror

Auf dem Gipfel für nukleare Sicherheit in Washington wurde erstmals auch über die Gefahr durch den Islamischen Staat (IS) beraten. Das Regime in Nordkorea nutzte das Treffen für eine neue Drohgebärde.

02.04.2016

Washington. Zerstörerisches Atommaterial in den Händen von Terroristen oder Schurkenstaaten - diese Gefahr überschattet kurz nach den Brüsseler Anschlägen den Gipfel für nukleare Sicherheit in Washington. Nach den Bombenexplosionen war bekannt geworden, dass die IS-Attentäter auch einen belgischen Atomforscher ausspioniert hatten. In der Folge wurde darüber spekuliert, dass von ihm womöglich radioaktives Material für eine "schmutzige Bombe" erpresst werden sollte. "Nuklearer Terrorismus ist eine der größten Bedrohungen unserer gemeinsamen Sicherheit", so sieht es die US-Regierung.

Tatsächlich beriet der Gipfel in Washington am Freitag erstmals in diesem Format auch über den Kampf gegen die Terrormiliz - es war der Haupttag der zweitägigen Beratungen, an denen Delegationen aus mehr als 50 Ländern teilnahmen. US-Präsident Barack Obama sagte zum Auftakt: "Kein Zweifel: Wenn diese Verrückten ihre Hände an dieses Material bekommen, würden sie so viele Menschen töten wie möglich." Er mahnte ein gemeinsames internationales Vorgehen an, um die Bestände nuklearen Materials zu sichern: "Keine Nation kann das alleine lösen."

Obama hatte 2009 in Prag beim ersten der bisher vier Gipfel das Fernziel einer atomwaffenfreien Welt ausgegeben, das aber eine Vision geblieben ist. So treibt auf staatlicher Ebene weiter Nordkoreas Atomprogramm die Weltgemeinschaft um. Obama setzte ein Zeichen, indem er in Washington Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye und Japans Premierminister Shinzo Abe traf - und mit ihnen den Schulterschluss gegenüber Nordkorea demonstrierte. Offenkundig als Reaktion darauf schoss das nordkoreanische Militär nach Angaben aus Seoul wieder eine Rakete in Richtung offenes Meer ab. Oliver Meier von der Stiftung Wissenschaft und Politik sagte der ARD: "Nordkorea ist sicherlich das größte Risiko im Moment, einfach weil es so unberechenbar ist und man nicht genau einschätzen kann, welche Ziele das Regime verfolgt."

Der neueste Raketenabschuss reiht sich in eine Serie von Provokationen durch Pjöngjang seit Jahresbeginn ein. Im Januar hatte Nordkorea seinen vierten Atomwaffentest seit 2006 bekanntgegeben.

China kündigte am Rande des Gipfels an, mit den USA die Suche nach nuklearem Material an den Landesgrenzen intensivieren zu wollen. Beide Länder würden seit Jahren eng zusammenarbeiten, um "nuklearen Terrorismus" und die "illegale Verarbeitung von nuklearen und radioaktiven Substanzen" zu unterbinden, sagte Li Wei, Vizechef der chinesischen Zollbehörde. Russland hatte eine Teilnahme an den Gesprächen in Washington abgelehnt. dpa

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02.04.2016, 06:00 Uhr

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