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Angst vor den Konzernen
Kommentar Anbauverbot

Angst vor den Konzernen

Kompromisse können in Konflikten sehr hilfreich sein. Doch die Einigung zwischen Union und SPD zum Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen ist das völlige Gegenteil. Dieses Gesetz schafft mehr Bürokratie, weil sich jedes Bundesland nun einen Expertenstab leisten muss, will es ein Verbot durchsetzen.

03.11.2016
  • MARTIN HOFMANN

Es wälzt Entscheidungen auf die Länder ab, weil der Bund den Streit mit Großkonzernen vermeiden will. Und es macht Behörden zu Bittstellern bei Unternehmen, die genverändertes Saatgut herstellen.

Nun wissen die Regierungsparteien genau, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung genveränderte Nutzpflanzen ablehnt. Die meisten Verbraucher haben gute Gründe. Genpflanzen verringern die genetische Vielfalt auf noch weniger Sorten. Sie schaden zusammen mit ausgebrachten Pestiziden der Umwelt. Sie liefern auf die Dauer nicht mehr Ertrag. Und sie machen die Bauern abhängig vom Saatguthersteller.

Eine Bundesregierung muss in der Lage sein, triftige Gründe für ein Anbauverbot zu benennen. Aber sich in diesem Bereich um Entscheidungen zu drücken, stellt Union und SPD ein Armutszeugnis an politischem Gestaltungswillen aus.

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03.11.2016, 06:00 Uhr

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