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Staatsanwaltschaft beschuldigt Ex-Milliardär des vorsätzlichen Bankrotts

Anklage gegen Schlecker

Es war die größte Einzelhandelspleite, die Deutschland je erlebte. Nun erheben die Ermittler schwere Vorwürfe gegen Anton Schlecker samt Familie.

14.04.2016
  • DPA/TS

Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen den Ex-Drogeriemarktkönig Anton Schlecker wegen vorsätzlichen Bankrotts erhoben. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Stuttgart gestern. Der 71 Jahre alte Schlecker und weitere Familienmitglieder sollen kurz vor der Schlecker-Pleite Millionen beiseite geschafft und dem Zugriff der Gläubiger entzogen haben. Über die Anklage berichteten auch die "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten" und das "Handelsblatt". Die Familie Schlecker war zunächst nicht zu erreichen.

Im Falle von Schlecker geht es um vorsätzlichen Bankrott in mehreren Fällen, bei seiner Frau Christa und den Kindern Meike und Lars um die Beihilfe. Schleckers Sohn und Tochter müssen sich auch wegen Insolvenzverschleppung und Untreue verantworten. Auf Bankrott stehe eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft, bei besonderes schweren Fällen bis zu zehn Jahren Haft.

Nach Informationen der Blätter geht es in der Anklageschrift konkret um angebliche Geschenke Schleckers an seine Kinder und Enkel und um Millionensummen, die Schlecker an eine Firma seiner Kinder übertragen haben soll. Die Strafverfolger werfen Schlecker offenbar auch vor, falsche Bilanzangaben gemacht und eine Falschaussage an Eides statt abgegeben zu haben.

Europas ehemals größte Drogeriekette ging im Januar 2012 in die Insolvenz. Etwa 25 000 Menschen verloren ihren Job. Die Gläubiger forderten rund eine Milliarde Euro. Das Handelsunternehmen mit Sitz in Ehingen hatte zu seinen Bestzeiten rund 9000 Märkte. Nach einem Streit um übertragenes Vermögen zahlte die Familie Schlecker dem Insolvenzverwalter gut ein Jahr nach der Pleite 10,1 Millionen Euro.

Leni Breymaier, Verdi-Vorsitzende in Baden-Württemberg, erinnert sich noch gut an die Schlecker-Pleite. Vor allem das Schicksal der so genannten Schlecker-Frauen hat die Gewerkschafterin mitgenommen. "Gestandene Frauen, die haben alles umgetrieben" - und dann alle ihren Arbeitsplatz verloren. Die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Anton Schlecker will Breymaier nicht kommentieren. Egal wie es ausgehe, "die Frauen haben nichts mehr davon."

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14.04.2016, 06:00 Uhr

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