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Parkplätze und Radspur vermisst

Anlieger kritisieren umgebaute Heinlenstraße

Die Stadt hat die Derendinger Heinlenstraße umgebaut. Doch nicht alle Anwohner und Geschäfte sind mit dem neuen Konzept einverstanden.

25.09.2012
  • Janosch Beyer

Tübingen. „Das ist ganz schlecht: Die Leute können nicht mehr parken, sie brauchen einen Parkschein. Jeder schimpft darüber“, sagt Ulrike Klein, Verkäuferin in der K & U Bäckerei. Die Heinlenstraße ist komplett saniert worden, Richtung Steinlach sind neun große Verkehrsinseln in der Mitte entstanden und gut 18 Parkplätze durch den Umbau verloren gegangen.

Eine Fahrradspur auf die viele gehofft haben – Fehlanzeige. „Das liegt daran, dass generell in einer Zone 30 eine Fahrradspur nicht üblich ist“, sagt Anja Degner-Baxmann von der Pressestelle der Stadt Tübingen: „Wir hoffen auf ein gutes Miteinander zwischen Fahrrad- und Autofahrern.“ Im Gespräch mit dem TAGBLATT bemängeln aber viele Anwohner, dass die Fahrradfahrer den ganzen Verkehr aufhielten. Die Autos ließen sich dadurch zu teilweise gefährlichen Überholmanövern zwischen den Verkehrsinseln verleiten. Teilweise weichen die Radfahrer sogar lieber auf den Gehweg aus, wo es dann wieder Konflikte mit Fußgängern gibt.

Zudem sind die verbliebenen Parkplätze inzwischen gebührenpflichtig. „Kurz anhalten ist für die Kundschaft nicht mehr möglich, die kleinen Geschäfte brauchen Kunden, wir merken das“, sagt Bati Hüseyin, Besitzer des Fruchtstandes vor der Metzgerei. Doch hier widerspricht Degner-Baxmann: „In Tübingen haben wir eine Kulanz von drei bis fünf Minuten. Kurz zum Bäcker gehen ist daher problemlos möglich.“

Auch in der Metzgerei Zeeb ist Kritik an dem Umbau zu hören. Verkäuferin Christa Helle gibt vor allem zu bedenken, dass zur Hochbetriebszeit ständig Stau durch die drei kleineren Verkehrsinseln in Richtung Ampel entstehe. „Die Umweltbelastung ist auch höher, weil die Autos nun viel länger brauchen, bis sie durch die Straße gekommen sind“, sagt sie weiter.

Der Bau der bremsenden Verkehrsinseln war die Reaktion auf die vielen Beschwerden darüber, dass in der Heinlenstraße gerast würde. Doch wie die Anwohner beobachtet haben, hat sich der Verkehr dadurch auch nicht beruhigt. „Wir können uns das nur so erklären, dass die Straße nun subjektiv lauter geworden ist, da es in der lange Bauzeit natürlich ruhiger war“, sagt Degner-Baxmann. Die Straße habe sogar einen neuen leiseren Belag bekommen.

Ein weiteres Problem ist Lieferverkehr, wie zum Beispiel durch Handwerker. Sie können in der Straße nicht mehr länger stehen bleiben, um Material zu entladen. „Kurz ausladen ist in Ordnung, aber es kann auch nicht ewig die Straße blockiert werden“, kommentiert Degner-Baxmann.

Auch äußerlich hat die Straße noch Mängel. Die Verkehrsinseln sind geschlossene Kiesflächen, das Unkraut hat sich schon durchgekämpft. Von den versprochenen Bäumen ist nichts zu sehen. Die sollen aber kommendes Jahr gepflanzt werden.

Die Straße hat aber auch Unterstützer. So sagt Johanna Gutensohn von der Bären-Apotheke: „Ich habe morgens kein großes Problem hier durchzukommen, natürlich ist es ein wenig schwieriger geworden. Ich denke, dass für die Anwohner die Beruhigung des Verkehrs positiv ist.“ Eine Nutzung des Mittelstreifens für Parkplätze, wie von vielen gefordert, ist nicht möglich, da „wegen der Straßensicherheit ein Parkplatz in der Mitte zu gefährlich ist“, so Degner-Baxmann von der Stadt.

Anlieger kritisieren umgebaute Heinlenstraße
Nicht wenige Radfahrer ziehen den Gehweg der verkehrsberuhigten Heinlenstraße vor. Bild: Sommer

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25.09.2012, 12:00 Uhr

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