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Vom Ract! zum Wacken

Anna Kummer organisiert gern Festivals mit

Anna Kummer, 22, hat zwei Jahre beim Ract!-Festival ehrenamtlich mitgearbeitet. Dafür hat sie hauptverantwortlich die Helfer koordiniert und war im Presse- und Öffentlichkeitsbereich tätig. Nun macht sie ein Praktikum beim Wacken, dem größten Metal-Festival der Welt. Davon berichtete sie am Telefon.

05.10.2010

Wie bist du zu dem Praktikum beim Wacken-Festival gekommen?

Ich habe mich im Mai innovativ beworben, das heißt, ich habe angerufen und gefragt, ob es die Möglichkeit gibt, als Praktikantin dort zu arbeiten. Ich sollte eine Bewerbung schreiben und habe mich dann auf den 1. Oktober beworben. Anschließend wurde ich zum Vorstellungsgespräch Ende Juni eingeladen, welches allerdings nur noch reine Formsache war. Dort wurde mir sogar mitgeteilt, dass ich gleich Ende Juli anfangen könnte. Das hat mich selbst auch total überrascht, denn normalerweise geht das nie so schnell. Aber ich glaube, mein Portfolio hat genau auf das gepasst, was die Veranstalter gesucht haben. Ich wurde sogar schon angefragt, nächstes Jahr wieder mitzuarbeiten.

Was genau hast du gemacht?

Während des Festivals habe ich den sogenannten Artist-Shuttle koordiniert, war also dafür zuständig, dass die Künstler rechtzeitig vom Flughafen aufs Festivalgelände und anschließend zum Hotel gefahren werden. Ich war offiziell als Assistentin in der Nachtschicht tätig, habe aber in beiden Schichten fließend gearbeitet. Außerdem habe ich während der Arbeit für zwei Wochen auf dem Festivalgelände gelebt, was natürlich eine neue und ganz andere Erfahrung war. Nach dem Festival habe ich dann im Büro gearbeitet, wo ich jetzt auch noch bis Ende Februar bleiben werde.

Wie hat dir die Arbeit auf dem Wacken gefallen?

Natürlich war die Arbeit anstrengend, aber sie hat mir total gut gefallen und war sehr lehrreich. Die Art der Arbeit kannte ich ja schon vom Ract!, wo ich zwei Jahre lang für die Helferkoordination zuständig war. Daran ändert sich an sich wenig. Das Arbeitsgefühl – und die Gemeinschaft – sind gleich wie beim Ract!. Man steht aber natürlich unter einem größeren Druck. Es war nicht nur reine Praktikantenarbeit, sondern ich hatte richtig viel Verantwortung. Was mir sicherlich sehr geholfen hat war mein Semester in England, wodurch ich fast fließend Englisch spreche, welches man in dieser Branche permanent braucht. Im Moment arbeite ich im Büro 42 Stunden die Woche. Man muss sich bewusste sein, dass man, wenn man auf einem Festival arbeiten will, teilweise extreme Arbeitszeiten hat, 18 Stunden sind da mal normal, und das alles auch unter Hochdruck.

Willst du später einmal etwas in diese Richtung machen?

Ja, ich möchte gerne in die Veranstaltungsbranche. Durch das Ract! und jetzt durch das Wacken bin ich mit solcher Arbeit schon vertraut. Ich habe einen abgeschlossenen Bachelor in Kulturwissenschaften und möchte nun noch einen Master im Bereich Kulturmanagement machen. Ich habe zuvor schon zwei Praktika gemacht, bei denen ich Erfahrungen gesammelt habe, die mir beim Wacken sicherlich sehr hilfreich waren. Ein Praktikum habe ich studienbegleitend im Kindermuseum in Berlin gemacht, wo ich interaktiv gearbeitet und Führungen gemacht habe. Beim anderen Praktikum, bei der Langen Nacht der Museen in Berlin, war ich im Bereich Presse, worauf ich mich auch beworben hatte, um zu sehen, ob das etwas für mich wäre, und habe herausgefunden, dass das nicht das ist, was ich will. Auch solche Praktika sind eine lehrreiche Erfahrung, weil man danach oft noch klarer definieren kann, in welche Richtung man gehen beziehungsweise nicht gehen möchte. Und ich möchte nicht nur Pressearbeit machen.

Warum wolltest du ausgerechnet zum Wacken?

Die Arbeit auf einem Festival kannte ich ja schon, und das Wacken ist natürlich optimal, um dem Ziel Veranstaltungsbranche nachzugehen. Außerdem mag ich den Gedanken, der dahinter steht. Es ist das weltgrößte Metalfestival und hat trotzdem den Anspruch, Nachwuchs zu fördern. Es gibt zum Beispiel eine Stiftung, die junge talentierte Bands unterstützt und ihnen finanziell Starthilfe gibt. Außerdem bin ich der Metal-Musik auch nicht abgeneigt. Man sollte immer dahinterstehen können und keine Abneigung gegen das haben, was man so macht.

Fragen: Annkathrin Paulus, 17

Anna Kummer organisiert gern Festivals mit

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05.10.2010, 12:00 Uhr

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