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Terror

Anschlag auf Club in Istanbul erschüttert Türkei

Ein Massaker mit mehr als 30 Toten setzt die Attentatsserie fort. Der Verdacht fällt diesmal vor allem auf die Terrormiliz IS.

02.01.2017
  • GERD HÖHLER

Istanbul. Für die Türkei beginnt das neue Jahr mit einem Massaker: ein Attentäter stürmt mit einem automatischen Gewehr einen Nachtclub in Istanbul und feuert in die feiernden Gäste. Mindestens 39 Menschen sterben, darunter zahlreiche Ausländer. Der Täter ist auf der Flucht. Erst vor drei Wochen rissen zwei Selbstmordattentäter vor einem Istanbuler Fußballstadion 45 Menschen in den Tod. Der Angriff am Neujahrsmorgen lässt befürchten: Auch 2017 steht die Türkei im Fadenkreuz des Terrors.

Das „Reina“, ein weitläufiger Komplex aus Restaurants, Bars und Tanzflächen am Ufer des Bosporus, ist seit 15 Jahren ein angesagter Treffpunkt der Istanbuler Prominenz und entsprechend bewacht. Der Täter erschoss vor dem Eingang einen Polizisten und einen Türsteher, stürmte dann in den Club und feuerte in die Menge. Am Tag nach dem Attentat gibt es viele offene Fragen. Innenminister Süleyman Soylu sprach von nur einem Attentäter, der mit „wahrlich unmenschlicher Brutalität“ vorgegangen sein. Unter den 39 Toten seien 15 Ausländer, teilten die Behörden mit. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, zu den Opfern gehörten Saudis, Marokkaner, Libyer, Libanesen und eine Israelin.

Nach der Welle von Terroranschlägen, die im vergangenen Jahr allein in Istanbul 108 Tote forderte, hatte die Polizei zu Silvester besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Rund 17 000 Beamte waren im Einsatz.Über die Identität des Täters und das Motiv für den Anschlag gibt es bisher keine gesicherten Erkenntnisse. Die Bluttat erinnert aber an Attentate der IS-Terrormiliz wie das Massaker im Pariser Bataclan-Theater am 13. November 2015. Erst am Samstag hatte die türkische Polizei in der Hauptstadt Ankara acht mutmaßliche Mitglieder des IS festgenommen. Staatschef Erdogan rief die Bevölkerung zur Geschlossenheit im Kampf gegen den Terror auf. Die Terroristen versuchten, mit Angriffen auf Zivilisten „Chaos“ zu verbreiten.

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02.01.2017, 06:00 Uhr

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