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Das Mittwochs-Interview

Arge-Vorsitzender Peter Straubinger über Synergie im Horber Sport

Vor zwei Wochen ist Peter Straubinger auf den lange interimsmäßig besetzten Posten des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Horber Sportvereine (Arge) gewählt worden. Im Interview mit der SÜDWEST PRESSE spricht der Vorsitzende des TSV Dettingen über seine Ziele, den Sinn der Arge und deren einst ramponiertes Image.

11.07.2012
  • Tobias Zug

SÜDWEST PRESSE: Herr Straubinger, Sie sagten, Sie haben lange überlegen müssen, das Amt des Arge-Vorsitzenden zu übernehmen. Was gab dann den Ausschlag?

PETER STRAUBINGER: Weil es sonst niemand gemacht hätte.

Das war alles?

Ich bin überzeugt, dass wir in absehbarer Zeit immer größere Probleme ausschließlich finanzieller Natur bekommen. Alle öffentlichen Hände werden immer weniger Geld zur Verfügung haben – und da finde ich es einfach schwach, wenn die Sportverbände in dem Moment nicht stark genug sind.

Ihnen ist also wichtig, dass eine Arbeitsgemeinschaft wie die der Horber Sportvereine überhaupt weitergeführt wird.

Ja, ich habe keine Zweifel, dass ein Udo Gühring und Alexander Kramer hervorragende erste Vorsitzende gewesen wären – aber sie wollten es halt nicht machen. Und so war das immer ein Provisorium, ein unvollständiges Gebilde. Und ich finde, so etwas kann nur funktionieren mit Leuten, die zumindest im Vorstand oder in einem Gremium eines Sportvereins sitzen. Da habe ich mich trotz der vielen Arbeiten – wir haben beispielsweise das Haus gerade umgebaut, wir ziehen im Verein gerade eine Umlage für die Kunstrasensanierung durch – bereitschlagen lassen. Solange ein Robert Schwarz wieder zurückkommt, ein Udo Gühring, ein Alexander Kramer noch da sind, ein Artur Paplinski die Finanzen verwaltet nur als Beispiel, dann denke ich, sind wir jetzt mit vielen engagierten Menschen gut aufgestellt.

Was ist die Arge für Sie?

Sie ist für mich eine Interessenvertretung, da geht es darum, die Vereine als Sprachrohr zu haben.

Also mehr, als nur ein Veranstalter von Stadtteilturnieren?

Diese laufen wirklich hervorragend. Und ich bin überzeugt, mit der Arge lässt sich noch was machen. Wobei ich das weniger in der Gestaltung sehe als beispielsweise, wie es in der Versammlung angesprochen wurde, bei der Pflege der Anlagen.

Alfred Klink hatte dort angeregt, einen Stadtgärtner zu engagieren.

Ob das jetzt ein Stadtgärtner ist oder ob wir sagen, wir organisieren als Arge da jetzt mal was: Jedenfalls könnte man sich gemeinsam an einen Tisch setzen und sich austauschen – sicher kann man auch drüber nachdenken, ihr kauft nen Dünger selbst, wir kaufen nen Dünger, oder kaufen dies über die Stadt ein, dann gibt es Mengenrabatte. Wir haben ja ein sehr breites Sportfeld in Horb. Und alle, die Freiflächen oder Flächen benutzen, müssen die auch unterhalten. Es gab ja auch schon Stimmen, da die Schützenhäuser ewig weit außerhalb sind, ob die Stadt im Winter nicht wenigstens den Weg freispuren kann.

Sie haben es allerdings schon angesprochen: Die Kommunen sind nicht mehr so freigiebig und zahlungsfreudig für den Sport wie noch in früheren Jahren.

Wir haben hier ja ländliche Strukturen, lauter kleine Vereine im Vergleich zu Stuttgarter Vereinen beispielsweise. Das heißt, die Förderung ist schon allein aufgrund der Mitgliederzahlen relativ niedrig. Wir müssen aber dennoch einen Sportplatz unterhalten, Tennisplätze und so weiter. Und wenn weniger Geld in den Kassen ist, dann wir kurz über lang irgendwas auf der Strecke bleiben: die Qualität der Angebote oder die Qualität der Anlagen. Das will niemand, und das muss man verhandeln. Und das kann kein Gegeneinander sehen – wir müssen ja froh sein, dass die Stadt überhaupt was fördert. Das müssen sachliche und konstruktive Gespräche sein. Und ich glaube auch nicht, dass man immer nur mehr Geld braucht.

Sondern gemeinsam Ideen entwickelt, um die Kosten zu verringern?

Genau: Synergieeffekte nutzen. Jeder Verein braucht ja ein eigenes Geld. Für mich ist die Arge deshalb nicht noch jemand, der Veranstaltungen organisiert. Die Vereine sollen die Veranstaltungen innerhalb der Arge wie das Stadtteilturnier weiter selbst organisieren. Sicher muss die Arge auch mal eine Veranstaltung wie zuletzt das Neckarblühen selbst organisieren und sich präsentieren. Aber ansonsten sehe ich die Aufgabe der Arge, mit den Vereinen, mit der Stadt, die Synergien, die da sind, zu nutzen.

Können Sie da ein konkretes Beispiel nennen?

Ich hatte vorgestern eine Ausschusssitzung in meinem Verein; bei uns hat die Übungsleiterin der Senioren aufgehört – das wäre doch wunderbar, wir hätten einen Austausch, wo man sagen könnte: Mensch Meier, wir haben hier drei Mal Seniorengymnastik mit der und der Übungsleiterin – die freut sich vielleicht auch, wenn sie das noch in Dettingen anbieten kann! Dünger einkaufen, Platzpflege, wo kann man mal im Winter trainieren? Kann die Stadt die 50 Meter noch räumen im Winter? Das sind keine Millionenbeiträge, aber den Vereinen wäre unheimlich viel geholfen, wenn man so was nutzen und ansprechen könnte. Und da sehe ich meine Hauptaktivität in Zukunft.

Könnte es zu Interessenkonflikten kommen, wenn Sie Vorsitzender eines Arge-Vereins, des TSV Dettingen, sind und gleichzeitig Vorsitzender der Arge sind?

Also, da sind mit mir im Ausschuss zehn Leute oder neun, mit den Kassenprüfern noch mehr – da kann ich nicht zugunsten meines Vereins einfach entscheiden. Klar habe ich jetzt gesagt, weil es am einfachsten ist, die erste Ausschusssitzung machen wir im Sportheim bei uns – denn da habe ich einen Schlüssel. Da haben wir aber schon drüber nachgedacht, ob wir das bei den Vereinen reihum machen oder auch privat zuhause. Aber wer mich einigermaßen kennt, der hat keine Angst, dass ich zugunsten des TSV da was mache.

Sie haben schon eine Veranstaltung als Arge-Vorsitzender besucht?

Ich war beim Jubiläum der Schützenabteilung in Dettensee. Eine Aufgabe der Arge ist natürlich auch die Repräsentation. Aber ich kann nicht jedes Wochenende bei jedem Vereinsjubiläum auftreten, das habe ich schon gesagt, da werden wir uns in der Arge auch abwechseln müssen. Aber ich habe auch gesagt: Wenn Vereine nie bei einer Versammlung der Arge sind, nie Funktionäre abstellen für die Arge, nie bei Festaufbauten helfen wie jetzt „Horb feiert“, dann dürfen diese Vereine auch nicht erwarten, dass man dann bei ihren Veranstaltungen am Wochenende auch immer noch für eine lange Zeit hingeht – zumal wir ja dafür null Vergütung bekommen.

Die Außendarstellung der Arge war im Vorjahr arg ramponiert, Esther Glatt trat nach einer E-Mail-Affäre als Vorsitzende zurück.

(lacht) … ja, wir Horber Sportvereine haben da wirklich nicht für positive Schlagzeilen gesorgt. Für euch ist das jetzt vielleicht schade, wenn es ruhiger wird – aber für die Sportvereine ist das ja das Schlechteste was passieren, wenn man junge Mitglieder gewinnen will, und man über die Arge nur um persönliche Streitereien und Rücktritte liest. Und deshalb jetzt: klare Sacharbeit, wir vertreten die Interessen des Horber Sports, wir nutzen Synergien, wir sind der Ansprechpartner für die Stadt.

Arge-Vorsitzender Peter Straubinger über Synergie im Horber Sport
Arge-Vorsitzender Peter Straubinger

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11.07.2012, 12:00 Uhr

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