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Wiederwahl mit Wermutstropfen

Armin Jöchle ist weitere acht Jahre Bürgermeister / 16,5 Prozent der Wähler sagten Nein zu Jöchle

Armin Jöchle bleibt, wie erwartet, Bürgermeister von Eutingen. Bei der gestrigen Wahl entfielen 81,1 Prozent auf den Amtsinhaber. Sein Gegenkandidat Michael Eckardt von der Nein-Partei erhielt 16,5 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 32,5 Prozent.

09.03.2015
  • dunja bernhard

Eutingen. Schon vor der gestrigen Wahl war abzusehen, dass Armin Jöchle eine vierte Amtszeit in Eutingen bekleiden würde. Sein Gegenkandidat Michael Eckardt von der Nein-Partei hätte das Amt auch dann nicht angenommen, wenn er mehr Stimmen als der amtierende Bürgermeister bekommen hätte.

Armin Jöchle war gestern Abend dennoch recht angespannt. Er hatte darauf spekuliert, dass das Wahlergebnis vor dem geplanten Zeitpunkt bekannt gegeben würde. Das war jedoch nicht der Fall. Der Bürgermeister, seine Familie, aus Holzgerlingen angereiste Freunde, Vertreter der Politik und einzelner Vereine und einige Bürger mussten sogar noch zehn Minuten länger warten. Der Sekt wurde schon mal eingeschenkt und an die Wartenden verteilt. Dürfe man schon was trinken? Klar, meinten die meisten. Der eine oder andere gratulierte auch schon, erste Geschenke sammelten sich auf einem Tisch an. Armin Jöchle nutzte die Zeit um Landrat Klaus Michael Rückert einige Anliegen vorzutragen. Nach und nach gesellten sich die Ortsvorsteher der Teilorte zu den Wartenden im Rathaus. Mit einem wissenden Grinsen – sie wussten zumindest, wie die Wahl in ihrem Flecken ausgegangen war.

Um halb acht trat die Vorsitzende des Wahlausschusses, Claudia Medinger, vor die abendlichen Besucher des Rathauses. Bei 4299 Wahlberechtigten waren 1356 gültige Stimmen abgegeben worden. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 32,5 Prozent. Auf Armin Jöchle entfielen 81,1 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent Michael Eckardt, der am gleichen Tag auch in Sulz angetreten war, erhielt 16,5 Prozent. 32 Stimmen entfielen auf andere Personen, die von Hand auf die Stimmzettel geschrieben wurden. Keiner von ihnen bekam jedoch mehr als sechs Stimmen, sagte Medinger.

Jöchle zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. Er war in einem Interview mit der SÜDWEST PRESSE von einer Wahlbeteiligung von 35 Prozent ausgegangen. „Die haben wir fast erreicht.“ Das Ergebnis sei wie die letzten beide Male ausgefallen. Da hatte Jöchle jedoch ernsthafte Gegenkandidaten. Mit den paar Gegenstimmen könne er gut arbeiten, sagte der 53-Jährige. „Man kann es nicht jedem recht machen.“ Dafür seien die Menschen und ihre Belange zu verschieden. „81 Prozent Spaß-Faktor ist okay.“ In den nächsten acht Jahren habe er noch viel vor. „Ich freue mich auf spannende Aufgaben.“ Dabei hoffe er, dass die Fehlerquote niedrig bleibt.

Landrat Klaus Michael Rückert gratulierte Jöchle zu der gewonnenen Wahl und lobte seine hervorragende Leistung. „Armin Jöchle bekleidet rund um die Uhr das Bürgermeisteramt“, sagte er. Kein Belang sei ihm zu klein und er arbeite mit Nachdruck an den Dingen. Während der Wartezeit habe er ihm schon drei Sachen ans Herz gelegt, die Eutingen nach Meinung des Bürgermeisters brauche. „So kenne ich ihn.“ Viele Verkehrsthemen verbinden den Landkreis und Eutingen, sagte Rückert und nannte den Bahnhaltepunkt Nord und die Kreisstraße zwischen Eutingen und Göttelfingen. Jöchle engagiere sich noch über das Amt hinaus, sagte der Landrat. Im Kreistag sei er Sprecher aller Bürgermeister und trage die Informationen kreis- weit zusammen. Als Ansprechpartner wisse er um die Belange aller Gemeinden und koordiniere die anstehenden Themen. Zuletzt sei es um die Unterbringung von Asylsuchenden gegangen. „Das schadet Eutingen nicht, wenn er draußen herum springt.“ Als Vertreter der CDU-Fraktion schätze er ihn im Kreisrat als wichtigen Partner, sagte Rückert. Er freue sich auf weitere acht Jahre Zusammenarbeit. „Halt“, fiel da dem Landrat ein. Er sei ja nur noch für dreieinhalb Jahre gewählt. Gelächter.

Kämmerer Walter Volk sprach für die Bediensteten des Rathauses und übergab Jöchle einen Regenschirm, den Bilder aus den vier Teilorten zieren. „Damit Sie nicht als begossener Pudel dastehen“, sagte er. Er habe auf ein paar Neinsager weniger gehofft, gestand er.

In Rohrdorf bekam Armin Jöchle prozentual die wenigsten Stimmen. Das war jedoch bei der Wahl vor acht Jahren auch schon so. Ortsvorsteher Rolf Walddörfer konnte sich dieses Ergebnis nicht so recht erklären. Vielleicht spiele der Railport oder die Umgehungsstraße – für beides macht sich Jöchle stark – eine Rolle, sagte er.

* Die mit Stern markierten Zahlen für die Tabelle lagen nicht vor.

Siehe auch die Wahltabelle und den Kommentar auf dieser Seite sowie das „Außerdem“ auf der Horber Chronik.

Armin Jöchle ist weitere acht Jahre Bürgermeister / 16,5 Prozent der Wähler sagten Nein zu
Armin Jöchle und Ehefrau Helga freuten sich gestern Abend im Rathaus über die Wiederwahl mit 81,1 Prozent für eine vierte Amtszeit.Bild: dun

Armin Jöchle ist weitere acht Jahre Bürgermeister / 16,5 Prozent der Wähler sagten Nein zu

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09.03.2015, 12:00 Uhr

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