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Kenianer eine Klasse für sich

Arne Gabius als Vierter beim Stadtlauf wieder bester Deutscher

Auf eines ist Verlass: Wenn sich Mitte September der Läufer-Tross durch die Tübinger Altstadt schlängelt, dann lacht die Sonne. Ungewöhnlich diesmal aber, dass die Läufer aus Kenia keinen Platz für einen deutschen Athleten auf dem Podest gelassen haben. Arne Gabius, zweimal Dritter, wurde diesmal bei seinem geliebten Heimrennen Vierter.

20.09.2010
  • bernhard schmidt

Tübingen. Ein kenianisches Trio dominierte vom Start weg den 17. Tübinger Stadtlauf. Schon in der ersten Runde im Fußgängertunnel verschärfte Vorjahressieger Patrick Kimeli das Tempo, folgen konnten ihm nur die beiden kenianischen Landsleute Titus Kosgei und Kiprop Tuwei. Lokalmatador Arne Gabius musste abreißen lassen und hatte nach der ersten Runde schon etwa 30 Meter Rückstand auf das Trio. Doch so wie sich der Rückstand auf die Führenden im Verlauf des Rennens vergrößerte, so wuchs auch der Vorsprung zu seinen Verfolgern, darunter die deutsche Läufer-Garde um 10 000 Meter-Meister Christian Glatting, Marathon-Ass Martin Beckmann (LG Leinfelden) und EM-Silbermedaillengewinner Carsten Schlangen.

So lief Gabius, der aktuelle deutsche Meister über 5000 Meter, sechs der insgesamt 7,5 Kilometer ein einsames Rennen. Der Tübinger hatte gehofft, dass die Führungsgruppe möglichst lange zusammen bleiben würde – die Kenianer taten ihm den Gefallen nicht. „Sie haben sich gegenseitig hoch gepusht, da konnte ich nicht mehr folgen“, erzählte der deutsche Serienmeister, „da musste ich mich darauf konzentrieren, den Abstand zu den Verfolgern zu halten.“

Zu Beginn der dritten Runde verschärfte Titus Kosgei, zweimaliger Sieger des Mössinger Stadtlaufs, das Tempo: Zuerst musste Kiprop Tuwei abreißen lassen, die Neckargasse hinauf fiel dann auch Vorjahressieger Kimeli zurück. Kosgei hielt das Tempo hoch, der Kampf um die Podiumsplätze war entschieden.

Mit über einer halben Minute Rückstand auf Gabius kam Christian Glatting als Fünfter ins Ziel. Der Neunte von Barcelona über 10 000 Meter freute sich über seine Platzierung. „Das ist das beste Resultat, seit ich in Tübingen an den Start gehe.“ Und Glatting kennt die Tübinger Buckelpiste wie kaum ein anderer. Der gebürtige Aalener, mittlerweile in Bochum Medizin studierend und für den TV Wattenscheid startend, war schon als Schüler und Jugendlicher beim Tübinger Stadtlauf am Start. „Die Strecke ist sehr anspruchsvoll“, musste Glatting ein weiteres Mal erfahren, „und in der dritten Runde wird’s halt immer extrem hart.“

„Das tut fast noch mehr weh als ein Marathon“, bestätigte nach dem Rennen der Überraschungssechste Martin Beckmann (LG Leinfelden/Echterdingen). Der Spezialist über die langen Strecken freute sich riesig über sein Resultat: „So gut war ich hier noch nie.“

Hobbyläufer oder Top-Athlet – einmal mehr wurde das große Feld von mindestens 25 000 Zuschauern an der Strecke ins Ziel getragen. Erstmals war auch Daniel Hummel, Aushängeschild des TSV Gomaringen, am Start und belegte am Ende den 14. Platz. Er spricht vielen Lauf-Novizen aus der Seele: „Es ist einfach voll geil. Die Zuschauer tragen dich die Neckargasse hoch.“

Eingespieltes Organisationsteam sorgt für glatten Ablauf

Michael Lucke, Tübingens Erster Bürgermeister, weiß um die Werbewirksamkeit des Stadtlaufs und lobt die vielen helfenden Hände: „Sie haben wieder eine perfekte Veranstaltung hingelegt.“ Ein harter Kern von zehn Organisatoren ist fast das ganze Jahr über mit dem Stadtlauf befasst, am Wettkampftag selbst sind 400 Helfer aus Vereinen, der Feuerwehr oder dem privaten Umfeld der Hauptverantwortlichen mit den vielen anfallenden Aufgaben betraut. Nach jahrelanger Erfahrung greift ein Rad perfekt ins andere. „Wir haben ein ganz tolles Team“, bilanzierte Frieder Wenk, einer der Hauptorganisatoren, „der Zeitplan hat gestimmt, es ist alles genial gelaufen.“

Arne Gabius als Vierter beim Stadtlauf wieder bester Deutscher
Die meisten Zuschauer-Zurufe galten dem Tübinger Arne Gabius (rechts im Hintergrund), doch schon beim ersten Durchlauf bei Start und Ziel hatte das kenianische Trio mit dem späteren Sieger Titus Kosgei (rechts), Vorjahressieger Patrick Kimeli (links) und Kiprop Tuwei einen Vorsprung von rund 30 Metern.Bild: Rippmann

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20.09.2010, 12:00 Uhr

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