Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Der Traum vom Heimsieg beim Stadtlauf

Arne Gabius muss sich einiger Kenianer erwehren

Wenn am Sonntag wieder die Läufer-Karawane ihre drei Runden dreht, ist vieles anders: Der Tübinger Stadtlauf heißt jetzt nach dem Hauptsponsor Erbe-Lauf, die Strecke ist auf zehn Kilometer gewachsen, Start und Ziel ist in der Wilhelmstraße. Und vielleicht läuft erstmals ein Tübinger als Sieger durchs Ziel: Vize-Europameister Arne Gabius zählt zu den Favoriten.

12.09.2012

Probe für den Erbe-Lauf: Zum ersten Mal auf der neuen Strecke trainiert

© Wegner 01:42 min

Tübingen. Es war heuer nicht einfach, die nationale Läufer-Spitze zum Tübinger Altstadt-Wetz an den Neckar zu locken. Denn zeitgleich mit dem Erbe-Lauf werden in Nagold die deutschen Straßenmeister über zehn Kilometer ermittelt. Außerdem, so der mit seiner Frau Isabelle für die Athletenverpflichtung zuständige Mitorganisator und Olympiasieger Dieter Baumann auf der gestrigen Pressekonferenz im Institut für Sportwissenschaft, seien einige Athleten nach einer langen Saison mit Europameisterschaft und Olympia in London verständlicherweise „laufmüde“.

Dazu zählt nicht Arne Gabius, der den Stadtlauf ganz fest in seine Saisonplanung eingebaut hat. Bei der neunten Teilnahme in Folge will der Vize-Europameister über 5000 Meter am Sonntag seine bisher beste Platzierung, ein dritter Rang, möglichst toppen. Und selten waren die Aussichten so gut: Der 31-jährige Mediziner ist in der Form seines Lebens und hat dies am Sonntag beim Alsterlauf in seiner Heimatstadt Hamburg mit dem siebten Platz hinter einer Phalanx kenianischer Spitzenläufer unter Beweis gestellt. Vor allem die neue deutsche Jahresbestzeit von 28:35 Minuten lässt den Vize-Europameister von Helsinki mit viel Selbstvertrauen ins „Heimrennen“ gehen. „Ich würde natürlich gerne einmal gewinnen“, sagt Gabius, „aber ich weiß jetzt noch nicht, wie viele Kenianer letztendlich am Start stehen werden.“ Gabius wäre übrigens nach Dieter Baumann, der 1997 gewann, wieder der erste deutsche Stadtlaufsieger – und der erste Tübinger überhaupt.

Das Siegen schwer machen könnte ihm ein bereits angemeldetes kenianisches Duo: Patrick Kimeli, der letztjährige Stadtlauf-Fünfte, hat zuletzt einen Halbmarathon in 1:02 Stunden gewonnen. Frederik Ngeny hat eine Saisonbestleistung von 28:13 Minuten über 10.000 Meter stehen. Olympia-Teilnehmer und Dauergast Steffen Ulliczka und der einstige Tübinger Wolfram Müller vervollständigen die Spitzengruppe.

Arne Gabius muss sich einiger Kenianer erwehren
Blumen für ihr Engagement beim Stadtlauf-Vorbereitungstraining auf dem Sand: Anke Maier, Gabriele Ulrich und Doris Maier (von links) wurden gestern Abend von Stadtlauf-Organisator Dieter Baumann mit Sträußen, Einkaufsgutscheinen und Freikarten für Baumanns „Brot und Spiele“ (21./22. September im Sudhaus) beschenkt.Bild: Metz

Für Filmon Ghirmai, Ulliczkas langjährigen Konkurrenten auf der Hindernisstrecke, ist der Erbe-Lauf das letzte Rennen als Leistungssportler. Der Ehrgeiz des mehrfachen deutschen Meisters hält sich allerdings notgedrungen in Grenzen. Die schmerzende Achillessehne, die Ghirmai schon vor London ausgebremst hat, wird ihn auch am Sonntag zum eher gemäßigten Trab zwingen. In der Spitze schwächer besetzt ist das Starterfeld der Frauen. Zu den Favoritinnen zählen auch hier zwei Kenianerinnen, die regionalen Fahnen hält die für Dortmund startende Kusterdingerin Friederike Feil hoch.

Mit insgesamt 2000 Stadtlauf-Startern rechnet Marc Oßwald. Der Tübinger Veranstaltungsprofi greift den Sportstudenten des Projektseminars „Sport konzipieren, organisieren und evaluieren“ bei der Organisation des größten Tübinger Sportereignisses unter die Arme. 1478 haben sich bisher für die Hauptläufe angemeldet, etwa 400 Schüler wollen bis jetzt auf die Runde durch den Botanischen Garten. „Das werden jetzt nach Schulbeginn noch mehr“, ist sich Oßwald sicher. Auch für die Hauptläufe erwartet er noch einige Nachmeldungen.

Mit dem Shuttle-Bus zur Stadtlauf-Runde

Trotzdem werden die aktuellen Zahlen wohl um 500 Meldungen unter dem Ergebnis des Vorjahres liegen. „Für uns sind 2000 Starter ein tolles Ergebnis“, sagt Baumann, „als Veranstaltungsanfänger hätten wir mit noch mehr Startern vielleicht unsere Probleme.“ Und Baumann glaubt auch nicht, dass die Umstellung auf die längere Strecke die Läufer abgeschreckt hat: „Im letzten Vorbereitungstraining sind wir erstmals auf die lange Runde gegangen – und als sie es geschafft hatten, waren alle stolz wie Oskar.“

Der Stadtlauf sei ihm eine Herzensangelegenheit, sagt Rainer Kaltenmark, Chef der Ordnungsabteilung im Tübinger Rathaus. Deshalb hat er auch schon früh den Schulterschluss mit Event-Manager Oßwald gesucht. „Wer am Sonntag nach Tübingen kommt, soll sich wohlfühlen“, heißt Kaltenmarks Devise. Ein kostenloser Shuttlebus-Verkehr soll die zu erwartenden 20 bis 30 000 Besucher und Läufer an die Strecke bringen. Reisebusse würden in der Europastraße ausreichend Parkangebot finden, die Zufahrten zu den Parkhäusern seien überwiegend frei. Allerdings ist der Verkehr auf der Mühl- und Wilhelmstraße, damit auch der Zugang zum Österberg, während der Veranstaltung, das heißt bis 17 Uhr, unterbrochen.

Die ersten Läufer, die acht- und neunjährigen Schüler, gehen am Sonntag schon um 9.30 Uhr auf die 800 Meter lange Runde durch den Botanischen Garten. Eine Viertelstunde später folgen die zehn- bis elfjährigen Schüler. Die 12- bis 13-jährigen Jugendlichen nehmen ihre zwei Runden um 10 Uhr in Angriff, die älteren Jahrgänge starten eine Viertelstunde später.
Der erste, das heißt der langsamere Hauptlauf über drei Runden und genau ausgemessene zehn Kilometer wird um 11.30 Uhr gestartet. Eine Stunde später streiten die Schnelleren um Bestzeiten und Siegprämien.
Nach dem Ende des zweiten Laufes und vor der Siegerehrung gehen einige Top-Sprinter zu einem Einlagen-Wettkampf auf eine 200-Meter-Strecke die Wilhelmstraße hinauf. Am Start unter anderem Tobias Unger, Olympiateilnehmer in London und Student am Tübinger Sportinstitut.
Umkleiden und duschen können sich die Läufer im Hauptgebäude des Sportinstituts.
Meldeschluss war schon am 8. September, doch Kurzentschlossene können noch am Samstag (10 bis 18 Uhr) und Sonntag 8 bis 12 Uhr in der Mensa Wilhelmstraße nachmelden.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.09.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball