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Bühne vor Olympia

Arne Gabius träumt von einer EM-Medaille

Gleich zwei Leichtathleten der LAV gehen bei der morgen beginnenden Europameisterschaft in Helsinki für Deutschland an den Start. Langstreckler Arne Gabius darf sich Chancen auf einen Podestplatz ausrechnen, Hürdensprinter Gregor Traber will sich nach dem Strauchler bei der DM für London empfehlen.

27.06.2012
  • bernhard schmidt

Helsinki. Arne Gabius fühlt sich wohl in der noch ungewohnten Rolle. Die Medien begleiten die neue deutsche Langlauf-Hoffnung in Helsinki auf Schritt und Tritt: Interview-Wünsche hier, Video-Dreh dort. Die ARD, die heute acht Stunden aus Finnlands Hauptstadt übertragen wird, hat auch das 5000 Meter-Rennen live im Programm (Start 18.40 Uhr unserer Zeit). In enem Trailer porträtieren sie ausführlich den Läufer, der erstmals wieder seit Dieter Baumanns großen Zeiten auf der Langstrecke bei einer internationalen Großveranstaltung Medaillenchancen hat. „Ich genieße das“, sagt Gabius, „und sehe das auch als Anerkennung.“

Im Gegensatz zu den Vorjahren, als er dem internationalen Spitzenfeld meist hinterher lief, zählt der deutsche Serienmeister diesmal zum Favoritenkreis. Denn mit seiner vor gut zwei Wochen im Osloer Bislett-Stadion gelaufenen Bestzeit von 13:13,43 Minuten ist er als Zweitschnellster gemeldet. Nur der Brite Mo Farah, Weltmeister und Titelverteidiger, hat mit 12:56 Minuten eine bessere Jahresbestleistung stehen. „Mo Farah muss eigentlich gewinnen, alle schauen auf ihn“, sagt Gabius, der froh ist, dass der Brite die Last des Topfavoriten trägt.

Eigentlich sollten sich die englischen Leichtathleten ganz auf Olympia in London konzentrieren und auf die EM-Teilnahme verzichten. Doch weil es in Helsinki keinen kräfteraubenden Vorlauf geben wird, darf Farah doch zur Titelverteidigung antreten. Um die Podestplätze hinter Farah werden neben Gabius vermutlich aber auch einige Spitzenläufer aus Spanien und mehrere eingebürgerte Afrikaner streiten.

Topfavorit Farah, vermutet der Läufer der LAV Stadtwerke Tübingen, wird zunächst im großen Feld mitlaufen, um dann plötzlich das Tempo anzuziehen. „Da muss ich höllisch aufpassen“, hat sich Gabius vorgenommen, „wenn Farah losläuft, dann muss ich mit, auch wenn’s wehtut.“ Weil der 31-jährige Tübinger eher ein konstant hohes Tempo bevorzugt, wäre es ihm recht, wenn Farah das Tempo schon nach 3000 Meter anzieht und nicht erst in der letzten Runde. In einem verbummelten Rennen mit einem Schlussspurt auf den letzten Metern würden die Chancen der Spanier steigen, befürchtet Gabius.

Die Temperaturen in Helsinki sind moderat, die Sonne scheint und über dem Ostseehafen pfeift ein kühler Wind. Der gebürtige Hamburger fühlt sich einen Tag vor dem Wettkampf seines Lebens absolut wohl in der finnischen Hauptstadt: „Ich verspüre eine große Vorfreude und werde erst jetzt langsam ein bisschen nervös.“ Eine Medaille bei der Europameisterschaft, sagt Gabius abschließend, „wäre schon grandios“.

Traber will in Helsinki zeigen, was er kann

Hürdensprinter Gregor Traber, ebenfalls LAV Stadtwerke Tübingen, hat das Trauma von Wattenscheid mittlerweile verarbeitet. Im DM-Endlauf über 110 Meter Hürden war er klar in Führung liegend nach einer Berührung mit dem neben ihm laufenden Alexander John an der letzten Hürde gestürzt und nur als Sechster durchs Ziel gelaufen. „Ich kann eigentlich stolz sein auf diesen Lauf“, blickt der 20-jährige Abiturient zurück, „ich hatte halt Pech und bin aus dem Tritt gekommen. Aber diese Sache ist jetzt Geschichte. Ich schaue nur noch nach vorne und will in Helsinki zeigen, was ich kann.“

Im Gegensatz zum LAV-Teamkollegen Gabius muss Traber Vorlauf und Zwischenlauf überstehen, um am Sonntagabend im Finale zu stehen. Der Tübinger, der gestern Vormittag schon nach Helsinki flog und die Zeit bis zum ersten Rennen am Samstag mit einigen Trainingseinheiten überbrückt, will sich nicht allzu sehr unter Druck setzen. „Das Finale ist zwar möglich, es kann am Samstag aber auch ganz dumm laufen“, weiß der Hürdensprinter aus leidvoller Erfahrung. Als Spätfolge des Sturzes von Wattenscheid zwickt es zwar ein bisschen an der Ferse, ansonsten sieht sich Traber bestens vorbereitet und in Form: „Erwische ich am Samstag einen guten Lauf, dann ist auch im Finale am Sonntag viel möglich.“

Arne Gabius träumt von einer EM-Medaille
Analyse im ZDF: Gregor Traber nach seinem Olympia-Aus.

Sowohl das Rennen von Arne Gabius wie Vor- Zwischen- und Endlauf von Gregor Traber bei der Europameisterschaft in Helsinki sind live im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen. Gabius geht heute, 18.40 Uhr, auf die 5000 Meter-Strecke. Gregor Traber hat über 110 Meter Hürden bestenfalls drei Rennen an zwei Tagen. Am Samstag, 13.45 Uhr beginnen die Vorläufe, am Sonntag, 15.35 Uhr, die Zwischenläufe. Am Sonntag, 18.10 Uhr, wird das Finale gestartet.
Heute überträgt die ARD (6 bis 15 und 17.15 bis 20 Uhr), morgen das ZDF (8 bis 13, 16 bis 19 Uhr). Freitag ARD (8 bis 14, 17.15 bis 20, 20.15 bis 21.45 Uhr). Samstag ZDF (10 bis 15, 17.45 bis 21.45 Uhr). Sonntag ARD (13.15 bis 19.05 Uhr).

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27.06.2012, 12:00 Uhr

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