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Push nach dem Preis?

Arsenal verleiht die Topfilme Europas und hofft auf den Oscar

Gäbe es einen europäischen Filmpreis für den besten Filmverleih, hätte ihn vermutlich das Tübinger Arsenal gewonnen. Denn seit dem Wochenende ist das hiesige Medienunternehmen deutscher Verleiher sowohl des besten Spielfilms als auch des besten Dokumentarfilms in Europa.

15.12.2014
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Jetzt im Kino: Eine Nonne entdeckt ihre traurige jüdische Vergangenheit - "Ida"

Jetzt im Kino: Eine Nonne entdeckt ihre traurige jüdische Vergangenheit - "Ida" --

01:28 min

Großer Triumphator war am Samstag bei der Verleihung der Europäischen Filmpreise in Riga das polnische Drama „Ida“, das als bester Film sowie in vier weiteren Kategorien ausgezeichnet wurde. Den Schwarz-weiß-Film über eine junge Nonne, die in den sechziger Jahren mit ihrer furchtbaren Familiengeschichte konfrontiert wird, hatte das Arsenal im April dieses Jahres in die deutschen Kinos gebracht. Der Erfolg war mäßig. Während „Ida“ im cinephilen Frankreich gigantische 650000 Zuschauer erreicht hat, waren es in Deutschland nicht einmal 20000.

Arsenal-Chef Stefan Paul hofft nun, dass die Auszeichnung dem Film auch hierzulande einen Push verschafft. Etliche Kinobetreiber, die „Ida“ im Frühjahr nur kurz oder gar nicht auf dem Spielplan hatten, hätten sich bereits „mit schlechtem Gewissen“ gemeldet, so Paul; in Tübingen soll er über Weihnachten noch einmal gezeigt werden. Das kluge und berührende Drama zum Thema Antisemitismus liegt inzwischen auch auf DVD und Blu-Ray vor.

Arsenal verleiht die Topfilme Europas und hofft auf den Oscar
Stefan Paul, Kino Arsenal

Ähnlich kärgliche Zuschauerzahlen wie „Ida“ hatte im vergangenen Herbst der Arsenal-Film „Master Of The Universe“, der jetzt den Preis als bester europäischer Dokumentarfilm erhalten hat. „Jedes Feuilleton hat damals groß über den Film berichtet, nur im Kino wollte ihn fast niemand sehen“, berichtet Paul, der dafür auch Raubkopierer verantwortlich macht. Das 90-minütige Interview mit einem ehemaligen deutschen Investment-Banker, der schonungslos Einblick in die dubiosen Praktiken der Finanzwelt gibt, sei bereits vor dem Kinostart weithin im Internet kursiert. Da „Master Of The Universe“ mittlerweile mehrmals auch im Fernsehen gelaufen ist, dürfte der Filmpreis keinen kommerziellen Effekt mehr haben.

Allerdings steht ja in Kürze noch eine weitere, viel wichtigere Preisverleihung an. Nimmt man die bisher in den USA vergebenen kleineren Auszeichnungen als Gradmesser, ist „Ida“ momentan erster Anwärter auf den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film.

Oscarmeter des Online-Portals Metacritic

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15.12.2014, 12:00 Uhr

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