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Wie kommt eine Sprenggranate aufs Schulgelände?

Artilleriestellung auf dem Aischbach-Sportplatz

Ein Zeitzeuge erklärt, wie die am Montag ausgegrabene amerikanische Sprenggranate an den Aischbach kam.

24.06.2014

Von hz

Tübingen. Ein Baggerführer hat am Montag nahe der Aischbachschule eine Artilleriegranate gefunden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst räumte das Geschoss weg. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich auf dem Gelände weitere Munitionsreste befinden, hat man bei der Stadt entschieden, die Bauarbeiten am Sportplatz bis auf weiteres einzustellen und abzuwarten, was die Recherchen der Kampfmittelspezialisten ergeben.

Diese 90-Millimeter-Sprengranate fand ein Baggerführer bei Bauarbeiten am Sportplatz de Aischbachschule.

Das Gelände an der Ammer westlich der B 28 wurde vor vielen Jahren um etwa einen Meter aufgefüllt, berichtete Bauunternehmer Hans Schmid dem TAGBLATT. Nur stellenweise sei dafür aber Schutt aus dem Zweiten Weltkrieg verwendet worden.

Der Ofterdinger Gerhard Bliestle, Jahrgang 1932, hat eine andere Erklärung, wie die Granate aufs heutige Schulgelände kam. 1945 wohnte Bliestle in der Weberstraße und erlebte, wie am 19. April die Franzosen von Unterjesingen her in Tübingen einrückten. Auf dem Gelände am Aischbach habe es schon damals einen Sportplatz gegeben. Dort hätten die Franzosen am 20. oder 21. April ihre Artilleriegeschütze in Stellung gebracht, um die Härten und Reutlingen zu beschießen.

„Am Tag nach der Besetzung tat es da ganz furchtbare Schläge“, berichtet Bliestle, der damals gerade zwölfeinhalb Jahre alt war. Dass es sich bei der gefundenen unbenutzten und gesicherten Sprenggranate um eine amerikanische handelt, sei nicht verwunderlich, so Bliestle, denn die Franzosen seien mit Material der Amerikaner ausgerüstet gewesen.

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Erstellt:
24. Juni 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juni 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2014, 12:00 Uhr

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