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Syrien

Assad lehnt Feuerpause für Aleppo ab

Das Regime will nach der Eroberung der Metropole mit aller Härte weiterkämpfen. Russland scheitert mit Vermittlungsversuch.

15.12.2016
  • MARTIN GEHLEN

Kairo. Für die Menschen in Aleppo nimmt der Albtraum kein Ende. Ein Evakuierungsplan für Zivilisten und Rebellen, den Russland am Dienstagabend auf der UN-Sicherheitsratssitzung in New York angekündigt hatte, scheiterte bereits nach wenigen Stunden. Stattdessen nahm die syrische Armee die heftige Bombardierung der umzingelten Enklave wieder auf.

Das syrische Regime will nach der Rückeroberung von Aleppo weiter mit Härte militärisch gegen seine Gegner vorgehen. „Von einer Feuerpause kann keine Rede sein“, sagte Präsident Baschar al-Assad dem russischen Staatsfernsehen in einem gestern ausgestrahlten Interview. Mit Milde könnten nur „Terroristen“ rechnen, die sich ergeben oder den Kampfort verlassen. Die Kämpfe gingen weiter, bis „das ganze Land von Terroristen gesäubert“ sei, sagte Assad.

Nach Augenzeugenberichten irrten aberhunderte Menschen in panischer Angst durch die Ruinen in der verzweifelten Suche nach Deckung. Die Opposition kontrolliert nur noch ein winziges Territorium von gut zwei Quadratkilometern, in das sich offenbar 80 000 Menschen geflüchtet haben. Das syrische Regime und sein Verbündeter Iran blockieren die von Russland und der Türkei federführend ausgehandelte Evakuierungs-Vereinbarung. Diese sah vor, zunächst alle Zivilisten aus Aleppo herauszubringen und dann die Kämpfer mit ihren leichten Waffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzte sich in einem Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin für eine sofortige Waffenruhe ein. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin sagte, verlangte die Kanzlerin in dem Telefongespräch zudem ungehinderten Zugang für humanitäre Helfer. Als wichtigster Verbündeter stehe Russland „in der Verantwortung“, die syrische Regierung zu „überzeugen“.

Der türkische Vize-Premierminister Mehmet Simsek kündigte an, die Türkei bereite ein Aufnahmelager für 80 000 Menschen aus Aleppo vor. (mit afp)

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15.12.2016, 06:00 Uhr

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