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Atash - Durst

Ein prachtvoller Bilderbogen, der von Kargheit und Entbehrung handelt.

Ein prachtvoller Bilderbogen, der von Kargheit und Entbehrung handelt.

ATASH
Palästina/Israel

Regie: Tawfik Abu Wael
Mit: Hussein Yassin Mahajne

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
  • ust

Ein Gefäß fällt um, das Wasser ergießt sich über die ausgetrocknete Erde, sie färbt sich rot oder braun. Fast wie Blut sieht dieses Wasser aus. Wie Lebenssaft eben.Regisseur Tawfik Abu Wael erzählt in seinem Film „Atash“, der 2004 in Cannes den Kritikerpreis erhielt, in eindringlichen Bildern.

Lange Einstellungen und ruhige Szenen dominieren ein Geschehen, das sich mitunter fast unerträglich langsam entwickelt. Bilder, die einem so wenig abwechslungsreichen Alltag entsprechen, den die Familie von Gamila in einem von allen, von Israelis und Palästinensern verlassenen Gebiet lebt. Aber auch Bilder, die jeden Stein, jeden Stacheldraht wie unterm Vergrößerungsglas wirken lassen, Bilder voll intensiver Ruhe, voll Würde und Stolz.Wer will in solcher Kargheit und Einöde freiwillig leben?

Im ganztägigen Ringen um alle Arten von Energie, um Wasser, um Nahrung, um Kohle. In einer solchen Welt füllt Schönheit kaum mehr als ein Kistchen. Mehr Platz nehmen die Erinnerungen an bessere Zeiten nicht ein. Für Wünsche, Sehnsüchte, Liebe scheint kein Raum. Der Vater dieser Familie ist ein Antreiber, ein verhärteter Mann, der mit der Welt abgeschlossen hat. Für seine Familie gibt es keine Rückkehr.Erst nach und nach erfährt man die Gründe dafür, nicht durch klärende Gespräche – mit Worten wird gegeizt.

Die Hintergründe des Familiendramas setzen sich Mosaikstein für Mosaikstein zusammen. Da kehrt der verschwundene Esel mit blutrotem Stigma zurück. Die aufgemalten Zeichen werden nicht überhastet übersetzt. Irgendwann erfahren wir, sie bedeuten: „Bruder der Hure“. Die Sorge um seine Tochter trieb den Vater in die Ödnis.

Die Fassade des Tyranns blättert zwar, aber sie löst sich auch nicht in Güte auf. Der Film bildet in kleinster Einheit und in äußerster Reduktion gesellschaftliche Verhältnisse ab. Seine Bilder immerhin trösten.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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