Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Luftfahrt kommt Klimaziel nicht näher

Atmosfair zieht Fortschritte in Zweifel

Fliegen ist dank moderner Technik umweltschonender geworden. Doch die Luftfahrt gelangt trotzdem an die Grenzen des ökologisch Tragbaren.

20.11.2015
  • DPA

Hannover Die Weltluftfahrt wächst und wächst. Spritsparende und damit auch umweltschonendere Neuauflagen betagter Modelle sind echte Verkaufsrenner. Doch beim Ringen um ein grüneres Image durch weitere Ersparnisse beim klimaschädlichen CO2-Ausstoß geht es nicht so schnell voran wie erhofft. Das zumindest zeigt der jüngste Klimaindex der Organisation Atmosfair. Sie fragte: Hat die Luftfahrt es geschafft, die Treibhausgas-Emissionen spürbar zu reduzieren?

Die Antwort der Autoren fällt eher verhalten aus. Global gesehen hätten die Airlines binnen eines Jahres ihren CO2-Ausstoß pro Passagier und Kilometer zwar um 2 Prozent gesenkt. Gleichzeitig habe der Flugverkehr jedoch weltweit um gut 4 Prozent zugelegt.

Woran liegt das? Der Hamburger Luftfahrtexperte Cord Schellenberg verweist auf Kostengründe und sieht einen Faktor, der gegen die angestrebte Senkung des CO2-Ausstoßes läuft: "Aufgrund des aktuell niedrigen Kerosinpreises könnten Fluggesellschaften ihre älteren, abgeschriebenen Flugzeuge länger in der Flotte lassen als geplant", erklärt er.

Dennoch ist Schellenberg optimistisch: "Ich erwarte, dass die im Branchenverband IATA organisierten 240 Fluggesellschaften ihre Ziele erreichen: Bis 2050 soll der Schadstoffausstoß halbiert werden, das muss geleistet werden."

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: die Auslastung der bestehenden Flotten zu verbessern oder umwelteffizientere Flugzeuge anzuschaffen. Denn mit einer höheren Flugzeugauslastung sinkt der Treibstoffverbrauch pro befördertem Passagier. Im Klartext: Je mehr Passagiere in einem Flugzeug sitzen, umso weniger umweltschädlich der Flug.

Ein methodisches Problem hat der Klimaindex freilich. Bei ihm werden alle Airlines in einen Topf geworfen. Regionalflieger müssen sich dabei mit Linienfluggesellschaften wie der Lufthansa messen, die jährlich auf immerhin 76,3 Mio. beförderte Fluggäste kommt.

Obwohl Atmosfair der Lufthansa eine Verbesserung ihrer Klimaeffizienz bescheinigt, landete sie so nur auf Rang 68. Auch andere große Airlines gelangen nicht auf die vorderen Positionen. Als vergleichsweise klimafreundlichste Charter-Airline schaffte es die Tuifly auf Rang drei der Gesamtwertung. Als zweitbester deutscher Charterer folgt Condor auf Platz 18.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

20.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball