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„Wir lassen nicht nach“

Atomkraftgegner feierten nach der 60. Mahnwache ihr „Durchhaltejubiläum“

Seit der Katastrophe im japanischen Atomreaktor Fukushima hat die Bürgerinitiative „Mahnwache für Atomausstieg Freudenstadt“ jeden Montag Mahnwachen auf dem Marktplatz abgehalten. Nun feierte der harte Kern von fast 40 Teilnehmern nach der 60. Mahnwache ein kleines „Durchhalte- Jubiläum“ im Blauen Haus des Künstlers Thomas Rapp.

10.10.2012

Von Petra Haubold

Freudenstadt/Christophstal. Der Atomausstieg ist beschlossen, doch der Protest der Atomkraft-Gegner in Freudenstadt hört nicht auf. „Wir lassen nicht nach?, hieß der Beschluss der Teilnehmer, die sich am Montagabend auf dem Parkplatz vor dem „Blauen Haus? versammelt haben. Angefangen habe man vor über einem Jahr mit rund 140 Leuten, die erste Mahnwache wurde am 14. März 2011 auf dem Marktplatz abgehalten, erinnerte Sprecher Dietmar Lust in der gut halbstündigen Mahnwache. Er erinnerte an das Entsetzen und die Betroffenheit der Bürger nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Die vom französischen Präsidenten François Hollande angekündigte Schließung des AKW in Fessenheim bot jetzt den Atomkraftgegnern Grund zur Freude. Doch bis zur Abschaltung könne noch viel passieren, mahnte Lust. „Früher Abschalten, statt noch mehr Geld reinzustecken?, hieß der Appell des Sprechers an Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft.

Sorgen bereiteten den Bürgern ein fehlendes Katastrophenkonzept hierzulande: „Im Südwesten leben wir in einer höchst gefährdeten Region, falls es doch einmal einen atomaren Zwischenfall gibt?, betonte Lust. Er forderte auch weiterhin schnelle Nachbesserungen in Sachen Atomkraftwerke, etwa in Phillipsburg und Neckarwestheim. Die Initiatoren der Bürgerinitiative haben schon Briefe an die Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe geschickt und nach Evakuierungsplänen gefragt, informierte Lust. „Das ist aber nur ein Stück Papier und für den Ernstfall nicht geeignet?. Betont wurde einmal mehr, dass es nicht reiche, sich mit der Abschaltung nur einiger Atomkraftwerke zufriedenzugeben. Die Energiewende sei noch lange nicht in trockenen Tüchern. Walter Trefz, Mitbegründer der Bürgerinitiative, dankte indes allen Mitstreitern, „die so lange Zeit durchgehalten haben und gegen die Atomenergie demonstrieren?. Viele zwischenmenschliche Begegnungen habe er an den Montagen gehabt, die er nicht missen wollte, so Trefz schmunzelnd. Man sei bis hierher einen weiten Weg gegangen und müsse weiter am Thema dranbleiben, betonte er unter dem Beifall der Teilnehmer. Er setze zudem auf lokale, dezentrale Versorgung mit Energien, „die an den Naturkreislauf angepasst? sein müssten. Energie solle möglichst vor Ort erzeugt werden. Eine Vernetzung mit Gleichgesinnten und „vor allen Dingen mit Experten, die das Know-how einbringen?, forderte Hans-Kurt Rennig, Lehrer aus Schenkenzell und langjähriger Verfechter regenerativer Energien. Zur Gitarre von Pastor Wilfried Röcker sangen die Teilnehmer schließlich gemeinsam das „Bürgerlied?, bevor der gemütliche Teil in der Galerie von Thomas Rapp begann. Jeder Besucher hatte für das Fest Leckereien mitgebracht.

Die Mahnwache mit ihren Initiatoren Dietmar Lust, Walter Trefz und Wilfried Röcker (von rechts) macht weiter. Immer montags ab 18 Uhr sind Bürger eingeladen, um auf dem Freudenstädter Marktplatz ihre Trauer um die Opfer von Fukushima auszudrücken und die Politik zum Atomausstieg aufzufordern.Bild: pez

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Erstellt:
10. Oktober 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Oktober 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2012, 12:00 Uhr

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