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Die Namen hinter dem Horror

Attentäter, Drahtzieher, Bombenbauer - Ein Überblick über die Terroristen von Paris - Verbindung zu bekanntem Dschihadisten

Die meisten der Attentäter von Paris sind tot. Experten gehen davon aus, dass der Konstrukteur der Sprengstoffgürtel gar nicht an den Anschlägen beteiligt war - um weitere Angriffe vorzubereiten.

17.11.2015
  • AFP/DPA

Brahim Abdeslam (31): Der Franzose sprengte sich im Café Comptoir Voltaire am Boulevard Voltaire in die Luft. Er lebte im Brüsseler Problemviertel Molenbeek und ist der Mieter eines belgischen schwarzen Seat, der bei den Anschlägen in Paris verwendet wurde und im Pariser Vorort Montreuil mit drei Kalaschnikows gefunden wurde.

Attentäter, Drahtzieher, Bombenbauer - Ein Überblick über die Terroristen von Paris - Verbindung
Zu ihm gibt es offenbar Verbindungen: Abdelhamid Abaaoud, genannt Abu Umar al-Baljiki. Foto: afp photo / ho / dabiq

Samy Amimour (28): Er war einer der drei Angreifer auf die Konzerthalle Bataclan. Gegen den im Pariser Vorort Drancy aufgewachsenen Franzosen wurde 2012 ein Ermittlungsverfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eingeleitet, weil er in den Jemen ausreisen wollte. Er entzog sich 2013 einer richterlichen Überwachung und wurde seitdem mit internationalem Haftbefehl gesucht. Nach Angaben seiner Familie reiste er zwischenzeitlich nach Syrien.

Bilal Hadfi (20): Er sprengte sich vor dem Fußballstadion Stade de France in die Luft. Der Franzose lebte zuletzt in Belgien. Er soll auch in Syrien gewesen sein.

Omar Ismail Mostefai (29): Der 1985 im Pariser Vorort Courcouronnes geborene Mostefai war einer der Angreifer auf das Bataclan. Der Kleinkriminelle fiel den Sicherheitsbehörden 2010 wegen seiner islamistischen Radikalisierung auf. Er hielt sich vermutlich zwischen 2013 und 2014 in Syrien auf.

Ahmad al-Mohammad (25): Neben der Leiche eines der beiden Selbstmordattentäters am Stade de France wurde ein syrischer Pass mit diesem Namen gefunden. Die Fingerabdrücke des Attentäters stimmen mit denen eines Mannes überein, der Anfang Oktober mit diesem Pass in Griechenland als Flüchtling registriert wurde. Er stellte in Serbien einen Asylantrag, in Kroatien verlor sich seine Spur. Den französischen Geheimdiensten ist der Mann aber nicht bekannt. Die Echtheit des Passes muss noch bestätigt werden.

Salah Abdeslam (26): Der Bruder von Brahim und Mohamed Abdeslam ist international zur Fahndung ausgeschrieben und wird als "gefährlich" beschrieben. Er hatte einen belgischen Polo gemietet, mit dem die Bataclan-Attentäter zu der Konzerthalle fuhren.

Baptiste Burgy (32): Er wird in Italien vermutet. Nach dem Franzosen werde im Großraum Turin gesucht, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Es sei möglich, dass er Ventimiglia die Grenze überqueren konnte.

Außerdem gibt es eine Verbindung zu einem bekannten Dschihadisten, Abdelhamid Abaaoud (27). Der Belgier mit marokkanischen Wurzeln, der im Brüsseler Stadtteil Molenbeek aufwuchs, soll in Syrien für die Dschihadistenmiliz IS gekämpft haben. Er gilt als Kopf der Gruppe, die im Januar im ostbelgischen Verviers zerschlagen wurde, bevor sie einen Anschlag ausführen konnte. Sein Name taucht Medienberichten zufolge in mehreren Strafverfahren zusammen mit dem Brahim Abdeslams auf. Ermittler bestätigten Verbindungen zwischen den Männern.

Bei den Attentätern wurden nach den Worten von Staatsanwalt François Molins Sprengstoffgürtel gleicher Bauart gefunden. Es gilt als mehr als wahrscheinlich, dass der Konstrukteur nicht unter den Todeskommandos war. "Der Sprengstoffexperte ist zu wertvoll, er nimmt nie an Angriffen teil", sagt Alain Chouet, einst Mitarbeiter des Auslandsgeheimdienstes. Eine Anleitung im Internet reicht Experten zufolge nicht aus, um solch einen Gürtel bauen zu können. "Das lässt sich nicht in zwei Tagen machen", meint ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter. "Sie haben die Sprengstoffgürtel nicht aus Syrien importiert ... Es ist sehr wahrscheinlich, dass es hier, in Frankreich oder Europa, ein oder zwei Kerle gibt, die aus den (islamistischen) Kampfgebieten zurückgekommen sind und die es vor Ort gelernt haben."

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17.11.2015, 12:00 Uhr

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