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Abgasskandal

Auch EU-Kommission macht Druck auf Fiat Chrysler

Bundesverkehrsministerium wirft Konzern illegale Tricks vor. Marchionne: „Haben nicht betrogen.“

14.01.2017
  • DPA

Brüssel. Nach den US-Vorwürfen gegen Fiat Chrysler zu Abgasmanipulationen hat die EU-Kommission schnelle Aufklärung über den möglichen Einsatz von illegalen Abschalteinrichtungen auch in Europa gefordert. Die Angaben aus den USA seien „beunruhigend“, sagte die Kommissionssprecherin gestern.

Nach Volkswagen hatte die Umweltbehörde EPA am Donnerstag auch den italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler offiziell beschuldigt, in Diesel-Fahrzeugen eine Software zur Verfälschung der Abgaswerte eingebaut zu haben. Betroffen sind demnach rund 104 000 Fahrzeuge. Die EPA fand die Software beim Jeep Grand Cherokee sowie bei dem Kleinlastwagen Dodge Ram 1500. Die Kommission forderte von Italien nun auch schnelle Aufklärung zu einer bereits im September durch Deutschland ausgelösten Überprüfung zu angeblichen Abgasmanipulationen bei Fiat-Modellen. Für diese werde „die Zeit knapp“, sagte die Sprecherin der Behörde.

Das Bundesverkehrsministerium hatte im September in einem Schreiben an die EU-Kommission auf die Existenz illegaler Software zur Abschaltung der Abgasreinigung bei Fiat-Fahrzeugen verwiesen. Grundlage war der Test von vier Autos durch das Kraftfahrtbundesamt: zwei Fiat 500x, einen Jeep Renegade und einen Fiat Doblo.

Durch die festgestellte Abschaltung steigt nach den deutschen Angaben der Ausstoß an Stickoxiden auf das neun- bis 15-fache des Grenzwerts. Die italienische Zulassungsbehörde sieht nach eigenen Tests jedoch keinen Verstoß.

Die EU-Kommission hatte in dem Fall deshalb ein Vermittlungsverfahren zwischen Deutschland und Italien eingeleitet. Dies kommt aber offenbar nicht voran.

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne hat einen Vergleich mit Volkswagen scharf zurückgewiesen. „Wer uns mit dem deutschen Unternehmen vergleicht, hat etwas Illegales geraucht“, sagte er in einem Interview mit italienischen Medien. „Wir haben keinerlei Betrug begangen.“

Derweil hat die französische Justiz Ermittlungen zu Abgaswerten beim Autobauer Renault eingeleitet. Es bestehe der Verdacht der Täuschung. Nach dem VW-Abgasskandal waren bei Tests in Frankreich Überschreitungen von Abgasnormen bei Renault-Fahrzeugen festgestellt worden. dpa

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14.01.2017, 06:00 Uhr

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