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Schweißtechnik

Auch Trumpf setzt auf das E-Auto

Die Ditzinger entwickeln Laser, mit denen Motoren, Wannen und Batterien produziert werden können. Die Großaufträge kommen bislang noch vorwiegend aus dem Ausland.

16.02.2019

Von SIMONE DÜRMUTH

Glatte Schweißnähte: Dank Laser-Technologie wird die Batteriewanne erst richtig dicht. Foto: TRUMPF Group

Ditzingen. Gleich am Eingang zur Hausmesse Automotive Photonics des Laserspezialisten Trumpf (Ditzingen) steht ein VW Käfer, den Mitarbeiter Thomas Notheis zum Elektrofahrzeug umgebaut hat. Der Käfer, der mit dem Elektromotor inzwischen fast 20 000 Kilometer gelaufen ist, deutet an, welches Thema für Trumpf in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist: die Elektromobilität.

Es ist ein Thema, das viele Firmen im Autoland Baden-Württemberg umtreibt und bei vielen Mitarbeiter Ängste auslöst. Vor allem die Angst um den eigenen Arbeitsplatz. Christian Schmitz, Geschäftsführer für den Bereich Lasertechnik bei Trumpf, versichert, dass man diese Angst zumindest in seinem Haus nicht haben müsse. Im Gegenteil – das Familienunternehmen profitiere sogar von der Entwicklung.

„Der Wandel hin zur Elektromobilität bietet große Chancen für die deutsche Industrie. Jetzt gilt es, die aus diesem Strukturwandel heraus entstehenden neuen Technologie- und Tätigkeitsfelder schnell neu zu besetzen“, so Schmitz im Rahmen einer Pressekonferenz. Bereits heute würden 20 Prozent des Umsatzes bei Trumpf im Automobilbereich mit der Elektromobilität gemacht. Eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Und weiteres Wachstum wird erwartet.

Dafür sind auch Neuentwicklungen notwendig und für die interessieren sich unter anderem die etwa 250 Vertreter der Autoindustrie, die sich bei der Hausmesse in der Trumpf-Zentrale informieren. Sie interessieren sich unter anderem für den grünen Laser, den die Ditzinger entwickelt haben. Der eignet sich vor allem, um Kupfer zu schweißen, das in Elektroautos häufig zum Einsatz kommt. „Kupfer reflektiert stark, das stört den Laser“, erklärt Projektleiter Marc Kirchhoff. Grüne Laser seien aber unempfindlicher gegen Reflexionen.

Eingesetzt werden kann die Neuentwicklung zum Beispiel beim Schweißen eines Elektromotors. Dabei werden die aufwendigen Spulen durch Stifte ersetzt, die per Laser verschweißt werden.

Aber auch für die Schutzwannen, in denen die Batterien untergebracht sind, ist die Laserschweißtechnik entscheidend. Das Projekt „Faltwanne“ ist in enger Kooperation mit der Benteler-Gruppe mit Sitz in Salzburg entstanden. Die Wanne wird zunächst aus Blech gefaltet und anschließend an den Kanten per Laser geschweißt. Da kein zusätzliches Material aufgebraucht, sondern das vorhandene Blech erhitzt und miteinander verschmolzen wird, entstehen keine Schweißnähte.

Ein entscheidender Vorteil, wie Ludger Gehringhoff von Benteler erklärt. „Die Wanne muss so dicht sein, dass nach 30 Sekunden in einem Meter Tiefe kein Wasser eindringt.“ Das schafft man nur, wenn die Dichtung des Deckels nicht durch Schweißnähte angehoben wird. Ein weiterer Vorteil: die Wanne soll weniger Platz brauchen als die aktuell üblichen und auch noch günstiger werden.

Und auch aus der Batterieproduktion ist der Laser kaum noch wegzudenken. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, dass es auch eine deutsche Fabrik geben kann; mit einem Spezialisten wie Trumpf sei die kostengünstige Produktion auch hierzulande möglich, sagte sie erst kürzlich.

Aber Trumpf wartet nicht. Gerade erst haben sie einen Großauftrag von einem Batterieproduzenten aus China für 50 Laser, Scanner und Software erhalten.

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Erstellt:
16. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 06:00 Uhr

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