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Die Kapelle

Auch in Van Goghs Sternennacht gelandet

Sie hat es wieder getan: Inge Eberle-Delius aus Pfäffingen hat das Wurmlinger Wahrzeichen in zwölf neuen Versionen gemalt – impressionistisch und expressionistisch.

09.12.2016
  • Miri Watson

„Mein Mann hat gar nichts gemerkt“, sagt Inge Eberle-Delius. Zwei Wochen hat sie gebraucht, um die zwölf verschiedenen Bilder der Wurmlinger Kapelle anzufertigen; ihrem Mann hat sie nur erzählt, dass sie „da etwas macht“, um ihn mit der fertigen Bilderserie zu überraschen.

Die Wurmlinger Kapelle ist der Malerin schon lange ein liebgewordenes Motiv. „Seit 30 Jahren habe ich eine kleine Malgruppe, und da kommen wir immer wieder auf die Kapelle“, so Eberle-Delius.

Schon zum Ende der 1990er-Jahre hat sie die erste zwölfteilige Serie gemalt, in der sie das Kapellen-Thema auf jedem Bild im Stile eines anderen Künstlers angegangen ist. „Ich habe mich immer gefragt: Wie würde derjenige die Kapelle abbilden?“, sagt die 81-Jährige. Damals hat sie etwa Bilder im Stile Friedensreich Hundertwassers, Salvador Dalis und Emil Noldes gemalt.

Als 2014 ihr Sohn auf die Idee kam, die Bilder als Poster mit dem Titel „Variationen zum Thema Wurmlinger Kapelle“ zu drucken, berichtete das TAGBLATT schon einmal und druckte die Bilder als Rätsel zum Zuordnen der jeweiligen Maler ab. Die Resonanz daraufhin war groß, etwa 50 Leute meldeten sich bei Eberle-Delius, um ein Plakat zu erwerben. „Das waren so nette Leute“, sagt die Malerin.

Auch dieses Mal gibt es wieder ein Poster. Von den Künstlern, die sie in ihrer ersten Serie als Vorbilder nahm, ist nur Emil Nolde in der aktuellen Serie wieder vertreten: „Ihn verehre ich besonders“, so Eberle-Delius. Ansonsten hat sie sich neue Künstler ausgesucht – und eine Künstlerin, Gabriele Münter, deren langjähriger Lebensgefährte Wassily Kandinsky ebenfalls von Eberle-Delius imitiert wurde.

Während Eberle-Delius die Kapelle in der ersten Serie aus der Ammertaler Perspektive abbildete, wählte sie dieses Mal ganz verschiedene Blickwinkel. Auch ihr Vorgehen war jetzt anders: Statt der Frage danach, wie andere Künstler das Wallfahrtsziel wohl dargestellt hätten, war nun die Betrachtung verschiedener Gemälde ihr Ausgangspunkt. „Ich habe mich gefragt: Wo könnte ich da die Kapelle noch mit reinschmuggeln?“, so die Künstlerin.

Da ist jetzt etwa eine Wurmlinger Kapelle in Van Goghs berühmter „Sternennacht“ gelandet, und in einem abstrakten Winterbild von Max Pechstein hat Eberle-Delius ein Haus durch die Kapelle ersetzt. Weitere Vorbilder waren dieses Mal unter anderem Hermann Hesse, August Macke und Paul Cézanne. „Etwa zur Hälfte sind es Expressionisten und zur Hälfte Impressionisten, damit auch Abwechslung da ist“, so die Pfäffingerin. Interessierten kann Inge Eberle-Delius vom heutigen Fraitag an ein Poster mit allen zwölf neuen Kapellen-Motiven herstellen, Telefonnummer: 0 70 73 / 70 76.

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09.12.2016, 01:00 Uhr

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