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Auch nach fünf Jahren: Ölfleckmörder läuft immer noch frei herum
17. April 2011: Auf dieser Ölspur bei Markt Rettenbach rutschte ein 37-jähriger mit seinem Motorrad aus. Er starb an der Unfallstelle. Foto: Polizei
Polizei tritt bei Suche nach Serientäter auf der Stelle

Auch nach fünf Jahren: Ölfleckmörder läuft immer noch frei herum

Der tödliche Öl-Anschlag auf einen Biker im Unterallgäu jährt sich morgen zum fünften Mal. Alle Spuren sind ausgewertet. Was bleibt, ist die Hoffnung, den Serientäter doch noch irgendwann zu ermitteln.

16.04.2016
  • CARSTEN MUTH

Rettenbach/Schwendi. Fünf Jahre sind seit dem tödlichen Anschlag auf einen Motorradfahrer im bayerischen Landkreis Unterallgäu vergangen. Die Suche nach dem Täter ist vollends ins Stocken geraten: "Nach wie vor erhalten wir Hinweise. Darunter war aber bislang nichts, was uns weitergebracht hätte", sagt Christian Eckel, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten. Die Ermittlungsgruppe "Ölfleck", die phasenweise dutzende Beamte hatte, ist aufgelöst worden. Inzwischen kümmert sich nur noch ein Kollege Eckels um den Fall.

Rückblick: Am 17. April 2011 geriet ein Biker in der Nähe von Markt Rettenbach auf eine absichtlich gelegte Ölspur und prallte gegen ein entgegenkommendes Auto. Der 37-jährige Familienvater war sofort tot. An dem Tag wurden acht weitere Öllachen auf Straßen im Unterallgäu entdeckt. "Wer so etwas macht, nimmt den Tod von Verkehrsteilnehmern in Kauf", sagt der Präsidiumssprecher. "Wir ermitteln nicht ohne Grund in diesem Fall wegen Mordes."

Die Polizei fahndet nach einem Serientäter. Dieser soll vor seinem tödlichen Anschlag sieben Mal in Bayern und Baden-Württemberg zugeschlagen und mit Öl gefüllte Flaschen auf Straßen geschleudert haben: Im April 2007 zum Beispiel bei Bad Schussenried (Kreis Biberach), im April 2008 bei Beuron im Kreis Sigmaringen und im März 2010 bei Schwendi im Kreis Biberach. Ernsthaft verletzt wurde dabei niemand. An den abgebrochenen Flaschenhälsen haben Experten jedoch identische Spuren entdeckt und daraus eine männliche DNA-Spur gewonnen. Vor einigen Tagen ließ die Ermittler eine Meldung aus Franken aufhorchen. Auf eine bei Motorradfahrern beliebten Straße in der Nähe von Nürnberg hatte ein Unbekannter anscheinend große Mengen an schmierigem Holzschutzmittel gekippt. Die Feuerwehr säuberte rechtzeitig die Fahrbahn, bevor ein Unglück geschehen konnte.

Die Polizei ermittelt nun wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. "Mit dem tödlichen Anschlag im Unterallgäu hat dieser Vorfall nichts zu tun", sagt Christian Eckel vom Polizeipräsidium in Kempten. "Wir haben das natürlich im Blick und uns mit den Kollegen ausgetauscht. Wir sehen keinen Zusammenhang." Näher begründen will Eckel diese Einschätzung nicht. "Dann müsste ich aus den Ermittlungsakten zitieren. Und das möchte ich nicht."

Der perfide Anschlag auf den Biker bei Markt Rettenbach hat bundesweit Schlagzeilen gemacht und Motorradfahrer in der Region verunsichert. Die ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" nahm sich zwei Mal des Falls an, RTL sendete eine Reportage über den "Ölfleckmörder".

Nichts brachte die Ermittler weiter. Polizeisprecher Eckel klingt deshalb ernüchtert. Schließlich hätten die Fahndern einen "exorbitant hohen Aufwand" betrieben, um den Täter zu fassen. Mehr als 500 Spuren und Hinweise sind bis heute ausgewertet worden, bei einem Massen-Gentest wurden 1400 Speichelproben genommen und mit der DNA des Unbekannten abgeglichen. Alles ohne Erfolg.

Seit 2011 ist der Täter nicht mehr in Erscheinung getreten. "Warum, wissen wir", sagte Eckel. Fahndungsdruck und Medienberichte hätten den Mann womöglich abgeschreckt. "Vielleicht ist er auch umgezogen." Was bleibt, ist die Hoffnung, den Serientäter doch noch irgendwann zu ermitteln. "Wir haben seine DNA-Spur", sagt der Polizeisprecher: "Was uns fehlt, ist ein passende Abgleich."

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16.04.2016, 00:58 Uhr

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