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Audi denkt an Autobau ohne Fließband
Montage des Audi R8 am Standort Neckarsulm. Foto: dpa
Produktion

Audi denkt an Autobau ohne Fließband

Die Vision für die Fertigung in Ingolstadt: Karosserien suchen sich selbst ihren Weg zur Montageinsel.

26.11.2016
  • DPA

Ingolstadt. 1913 hat Henry Ford in seiner Autofabrik in Detroit das Fließband eingeführt. Ohne das würden heute keine 90 Millionen Autos jährlich gebaut. Der Audi-Vorstand Hubert Waltl plant jedoch eine Revolution: Weg mit dem Fließband, die Autos sollen als Karosserie auf dem Weg durch die Fabrik digital vernetzt und autonom unterwegs sein.

„Nur mit dem einen, immer gleichen Produkt ergab die Fließband-Fertigung vor 100 Jahren Sinn“, sagt Waltl. „Heute wollen unsere Kunden genau das Gegenteil: Jeder Audi soll so einzigartig sein wie ein Maßanzug.“

Also bieten die Autobauer immer mehr Modelle, Motoren, Varianten und Ausstattungen an. In der Oberklasse laufen heute praktisch keine identischen Fahrzeuge mehr vom Band. Für den 7er BMW zum Beispiel gibt es zehn Millionen Möglichkeiten.

Wenn aber das richtige Bauteil am Band fehlt, eine Maschine ausfällt oder die Linie für eine neue Modellvariante umgebaut werden muss, steht gleich die ganze Produktion still, sagt Christoph Stürmer von der Unternehmensberatung PwC. Waltls neuer Ansatz sei deshalb „beeindruckend und zukunftsweisend“.

Statt des Fließbands gibt es im Werk in Ingolstadt dann 200 Montageinseln. Die Karosserie wird von Robotern auf einen Wagen gepackt, der sich selbst seinen Weg zu den Inseln sucht.

Fahrt zur kürzesten Schlange

„Wie vor den Kassen im Supermarkt, wo sich der Kunde an der kürzeste Warteschlange anstellt, steuert das vernetzte Fahrzeug zunächst die Stationen an, wo die Auslastung niedriger ist“, erklärt der Innovationsmanager Fabian Rusitschka. Es durchfährt auch nicht jede Station. „Der Kunde in Afrika hat keine Sitzheizung bestellt, also umfährt das Fahrzeug diese Einbaustation.“ Das mache die Produktion schneller und den Output größer.

Stürmer gefällt vor allem, dass für eine geänderte Modellvariante kein Band mehr gestoppt und umgebaut werden muss. „Die Produktion läuft weiter, während eine neue Montagestation eingerichtet wird. Danach steuern die Fahrzeuge die neue Station an. Das ist hochelegant!“ dpa

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26.11.2016, 06:00 Uhr

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