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Auf Anhieb in Stuttgart erfolgreich
Stark: Agnes Obel in der Liederhalle. Foto: Udo Eberl
New Fall Festival

Auf Anhieb in Stuttgart erfolgreich

7000 Besucher erlebten interessante Künstler wie Agnes Obel und James Rhodes.

02.11.2016
  • HELMUT PUSCH

Stuttgart. Die Festival-Achse Düsseldorf-Stuttgart scheint zu passen. Der Versuch, das „New Fall Festival“ nach fünf erfolgreichen Jahren am Rhein auch im Kessel zu etablieren, gelang. Die Idee, anspruchsvollen Pop und Indie-Kultur in der Liederhalle und dem Neuen Schloss zu veranstalten, kam auch an. Fast 20 000 Besucher waren es am Ende in beiden Städten, davon 7000 bei der Festivalpremiere in Stuttgart.

Es gab sie, die erhofften besonderen Musikerlebnisse – beispielsweise mit Regina Spektor, Boy oder Wilco. Und Agnes Obel. Die Dänin war so zugkräftig, dass sie den Mozartsaal an einem Sonntagnachmittag ausverkaufte. Mit drei musikalischen Begleiterinnen füllte die Sängerin den Raum geradezu orchestral. Die Stimmung ihres jüngsten, zurecht hoch gelobten Albums „Citizen of Glass“, transferierte sie mühelos. Dazu die kristalline und doch warme Stimme einer Frau, die auch mit ihren 36 Jahren bereits intensive Geschichten zu erzählen weiß. Stark.

Klassik im Neuen Schloss? Eigentlich nichts Neues. Wenn James Rhodes dort antritt eben doch. Er zählt zu den Erneuerern der Klassik. Nicht weil er mit seinem hartkantigen und teils überemotionalisierten Spiel Sonaten ganz andere Seiten abgewinnen könnte. Er gewinnt neue Hörerschichten durch seine Rockstar-Biografie, die er ja auch in seinem Buch „Der Klang der Wut“ niederschrieb. Die Misshandlungen und selbstzerstörerischen Irrwege schwingen immer mit, wenn der von der Musik geheilte Pianist die Tasten anschlägt.

Auf seinem Sweatshirt steht in großen Lettern Bach, die Fantasien eines Chopin und die Sonate Nr. 31 von Beethoven erklärt er mit starken Bildern und Metaphern, ehrfürchtig und doch mit trockenem britischen Humor, arbeitet auch Parallelen zwischen dem großen Van und Goya heraus. Es lebt und bebt bei Rhodes. Da wird auch verwischt und verkantet. Das kommt direkt, manchmal zu sehr. Sechs Zugaben spielt er, darunter einen Rachmaninow. Dessen Namen hat er sich in Russisch in den Unterarm tätowieren lassen.

Info Das zweite Stuttgarter New Fall Festival findet vom 15. bis 19. November 2017 statt.

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02.11.2016, 06:00 Uhr

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