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Neubau mit Eisklotz im Keller

Auf dem Reutlinger Campus ist das Institutsgebäude Nummer 16 fertig

Für den stellvertretenden Ministerpräsidenten Nils Schmid gilt: „Die Schwaben verstehen sich nicht nur aufs Häuslebauen, sondern auch aufs Hochschulbauen!“ Neuestes Beispiel: Das gestern übergebene Institutsgebäude Nummer 16 in Reutlingen.

23.07.2015
  • Thomas de Marco

Reutlingen. Mit dem Neubau könne die Reutlinger Hochschule ihrem Anspruch, „kluge Köpfe für die Welt, Wissen für das Land“, noch besser gerecht werden, sagte Schmid (SPD) und lobte dabei seine Landesregierung: Diese investiere so viel in Bildung wie noch keine zuvor. Alleine in Reutlingen seien in den vergangenen Jahren fast 50 Millionen Euro in Sanierung und Neubau von Gebäuden investiert worden. Die nächsten 5,3 Millionen seien bereits verplant: Demnächst wird die Reutlinger Mensa erneuert.

Ministerialdirektorin Simone Schwanitz vom Wissenschaftsministerium ließ sich bei der Würdigung von Gebäude Nummer 16 von der Lyrik des Sängers Billy Idol inspirieren: „I do everything for my sweet sixteen“, hatte dieser 1987 gesungen. Ausschlaggebend für die Investition sei freilich vor allem der gute Ruf der Reutlinger Hochschule gewesen. Mit 5700 Studierenden sei diese bei den Einschreibungen die Nummer zwei in Baden-Württemberg und belege vordere Ranking-Plätze. „Hier herrscht ein vorwärtsgewandter, kosmopolitischer Geist. Die Absolventen sind begehrt in Industrie und Gesundheitswesen“, sagte sie.

Bei so viel Lob wäre es wohl am besten, jedes Jahr ein neues Gebäude zu eröffnen, erklärte Hochschul-Präsident Prof. Hendrik Brumme, nachdem ihm ein überdimensionierter Schlüssel übergeben worden war. 76 Anfänger im Bereich „International Operations and Logistics Management“ sowie 57 bei der Medizinisch-Technischen Informatik sind im Neubau vorgesehen. „Wir schaffen bestmögliche Bedingungen für die bestmögliche Ausbildung“, sagte Brumme.

Das Besondere am kompakten Neubau ist dessen Energie-Effizienz: Im Winter wird Abwärme aus den Serverräumen zum Heizen benutzt. An heißen Sommertagen wird zur Kühlung der Räume ein Eisspeicher verwendet – in einem unterirdischen Becken wird dafür Wasser im Winter zu Eis gefroren. Dadurch liegt der Energiebedarf rund 80 Prozent unter dem von ähnlich genutzten Gebäude. Die Lüftungsanlage ist offenbar so effektiv, dass bei Inbetriebnahme wegen des Drucks die Eingangstüre zunächst nicht mehr aufging, berichtete Brumme.

Der Neubau steht eigentlich auf hartem und solidem Grund – doch der hat es in sich: Der Lias-Epsilon ist zwar gut tragend, neigt jedoch wegen bitumenhaltiger Ton- und Mergelschichten beim Austrocknen zu Hebungen, die Gebäude erheblich beschädigen können. Um das zu verhindern, wird der Baugrund ständig bewässert: Entweder mit Regenwasser vom Dach oder bei Bedarf mit Leitungswasser. Der Wasserstand wird über Kontrollschächte rund um den Bau überwacht.

Auf dem Reutlinger Campus ist das Institutsgebäude Nummer 16 fertig
Neues Hochschulgebäude auf schwierigem Untergrund: Der Lias Epsilon muss ständig feucht gehalten werden, damit er sich nicht hebt.Bild: de Marco

Auf dem Reutlinger Campus ist das Institutsgebäude Nummer 16 fertig
Nils Schmid

Das neue Institutsgebäude Nummer 16 kostet 7 Millionen Euro. Das Land finanziert davon 5,6 Millionen Euro aus Mitteln des Ausbauprogramms 2012, die Hochschule steuert aus eigenen Rücklagen 1,4 Millionen Euro bei. Im Neubau sind die Studiengänge „Operations and Logistics Management“ der Fakultät ESB-Business-School und „Medizinisch-Technische Informatik“ der Fakultät Informatik untergebracht. Das Gebäude steht direkt neben dem ESB-Hauptgebäude am südöstlichen Rand des Campus. Ein verglaster Steg verbindet beide Bauwerke, die Kosten von 120 000 Euro dafür haben die Fördervereine der Hochschule aufgebracht. Im Gebäude sind auf 1600 Quadratmetern modernste Seminarräume, Hörsäle, PC-Labore und Serverräume entstanden. Der kompakte Neubau hat eine sehr hohe Energie-Effizienz.

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23.07.2015, 12:00 Uhr

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