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Auf dem Sprung
Zäh verlaufen die Verhandlungen um die Aufnahme des Landkreises Göppingen als Vollmitglied in den Verkehrsverbund Stuttgart. Die Regionalräte wollen jetzt endlich ein Ergebnis sehen. Foto: VVS
Nahverkehr

Auf dem Sprung

Der Regionalverband Stuttgart drängt auf die volle Integration des Landkreises Göppingen in das VVS-Netz: „Laufende Verhandlungen positiv und ergebnisorientiert begleiten.“

17.11.2016
  • RAIMUND WEIBLE

Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart (VRS) hat sein großes Interesse daran bekundet, dass der Landkreis Göppingen rasch voll in den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) integriert wird. Ein Antrag der SPD-Fraktion, die Regionalverwaltung solle die Verhandlungen „positiv und ergebnisorientiert“ begleiten, ist am Mittwoch in der Haushaltssitzung des Ausschusses einstimmig verabschiedet worden. Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) bezeichnete den Vorstoß als „gutes Angebot an den Kreis Göppingen“.

Der Landkreis Göppingen ist zwar von Anfang an Mitglied des Regionalverbands, der 1994 per Gesetz besondere Zuständigkeit in Verkehrssachen erhielt. Beim Aufbau des S-Bahnnetzes im Raum Stuttgart war der Staufer-Kreis allerdings nicht mit dabei. Erst seit zwei Jahren ist der Kreis teilweise in den VVS eingebunden. Seitdem kann man von Sießen aus auf der Schiene mit VVS-Ticket ins VVS-Gebiet einfahren und wieder zurück. Für das Busnetz in Göppingen gilt das normale VVS-Ticket allerdings nicht, sondern der Tarif des Filsland-Mobilitätsverbundes. Lediglich die „StudiTickets“ des VVS berechtigen auch für die Fahrt im Göppinger Kreisverkehr.

Was kostet der Beitritt?

Doch seit Jahren laufen Verhandlungen mit dem Ziel, den Landkreis voll zu integrieren. Eingebunden sind dabei die vier Verbundlandkreise, die Landeshauptstadt, das Land und der VVS. Erschwert wurden die Verhandlungen durch den parallelen Aufbau des Regionalexpressnetzes durch das Land. Doch nun sollen alle Hürden aus dem Weg geräumt werden. „Wir versuchen jetzt den großen Schritt zu machen“, sagte ein Mitarbeiter der Regionalverwaltung.

Dabei geht es aber um viel Geld. Um Vollmitglied zu werden, muss sich Göppingen an den Grundkosten beteiligen, auch von einer „Aufnahmegebühr“ ist die Rede, die mehrere Millionen Euro betragen könnte. Der Verkehrsausschuss des Regionalverbands erwartet auf Antrag der SPD im ersten Quartal 2017 einen Bericht der Regionalverwaltung zum Stand der Verhandlungen. Dabei soll auch darüber informiert werden, ob es noch unterschiedliche Vorstellungen des Landkreises Göppingen und der bisherigen Verbundlandkreise sowie der Landeshauptstadt bei der Neuverteilung der Verkehrsumlage gibt.

Außerdem möchte der Ausschuss wissen, ob der Landkreis bereit ist, seinen öffentlichen Nahverkehr auf das Niveau des VVS-Gebiets anzupassen. Schließlich ist die SPD auch daran interessiert, ob der Kreis Göppingen zusätzlich mit Expressbus-Linien angebunden werden könnte. Auf diesem Gebiet tut sich was in der Region Stuttgart. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember nehmen die ersten drei Linien Kirchheim (Teck) – Flughafen/Messe (X10), Waiblingen – Esslingen (X20) und Leonberg – Flughafen/Messe (X60) ihren Betrieb auf.

Das Thema, wie der Landkreis Göppingen besser an Stuttgart angebunden werden könnte, beschäftigt auch die CDU-Fraktion im Regionalparlament. Sie wünscht eine umsteigefreie Zugverbindung zwischen dem Osten der Region und insbesondere von Göppingen mit dem Landesflughafen auf den Fildern. Die Zugverbindungen zwischen dem Raum Göppingen und dem Airport hält CDU-Regionalrat Helmut J. Noé für „nicht befriedigend“. Und der Weg über die Autobahn sei wegen der häufigen Staus ebenfalls problematisch. „Wir müssen rechtzeitig eine Lösung finden für die Zeit, wenn das Bahnprojekt Stuttgart 21 fertiggestellt ist“, mahnte Noé zur Eile.

Varianten untersuchen

Der frühere Böblinger Landrat Bernhard Maier (Freie Wähler) stieß ins gleiche Horn. „Wir haben noch keine Strategie“, sagte er. Man dürfe mit der Planung nicht erst anfangen, wenn die S21-Strecke in Betrieb seit. Maier stellte für seine Fraktion den Antrag, untersuchen zu lassen, was für Varianten für eine S-Bahn-Verbindung zwischen Böblingen, dem Flughafen und dem Neckartal möglich sind und wie es mit der Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit aussieht.

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17.11.2016, 06:00 Uhr

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