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Auf dem Weg zur Dynastie
Ein Paar an der Macht: Rosario Murillo und Daniel Ortage. Foto: afp
Zur Person

Auf dem Weg zur Dynastie

Bei der Präsidentenwahl in Nicaragua am Sonntag steht der Sieger schon fest: Der 70-jährige Amtsinhaber Daniel Ortega dürfte mit großem Vorsprung ein viertes Mandat bekommen.

04.11.2016
  • AFP

Der ehemalige Guerillaführer tritt gemeinsam mit seiner fünf Jahre jüngeren Ehefrau Rosario Murillo an, die für den Posten der Vizepräsidentin kandidiert. Für die Opposition ist die Wahl eine „Farce“, sie wirft den beiden vor, in Nicaragua ihre Dynastie etablieren zu wollen.

Ortega regierte das kleine zentralamerikanische Land bereits von 1985 bis 1990. 2006 wurde er wiedergewählt und dann noch einmal 2011. Meinungsumfragen sagen ihm jetzt zwei Drittel der Stimmen voraus. Durch Winkelzüge hatte es Ortega geschafft, die wichtigste Oppositionspartei kleinzuhalten. Ihre fünf Kandidaten kommen laut einer Umfrage zusammen nur auf rund zehn Prozent. Die Opposition ruft die etwa 3,8 Millionen Stimmberechtigten auf, die Wahl zu boykottieren und 2017 neue Wahlen anzusetzen.

Die Opposition wirft Ortega und seiner Frau vor, Murillo werde für den Fall seines Todes schon jetzt für das höchste Amt im Staat in Stellung gebracht. Die Kinder des Paares haben gut dotierte Posten in strategisch wichtigen Bereichen von Wirtschaft, Politik und Medien inne. Murillo gilt schon jetzt als graue Eminenz der Regierung, als deren Sprecherin sie seit Jahren fungiert.

Als Kämpfer der linken FSLN-Guerilla hatte Ortega Anteil am Sturz der Diktatur von Anastasio Somoza im Jahr 1979, dessen Familie Nicaragua rund 45 Jahre lang beherrschte. Ortega regierte Nicaragua zunächst an der Spitze einer Junta des nationalen Wiederaufbaus und dann als Präsident bis zu seiner Abwahl im Jahr 1990. Immer noch zählt Nicaragua zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Zahlreiche Menschen leiden an Unterernährung und leben in Armut.

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04.11.2016, 06:00 Uhr

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