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Die Stadt räumt nach Kräften

Auf den Gehwegen gilt die Streupflicht aber in erster Linie für die Anlieger

Warum lag der Tübinger Marktplatz die letzten Tage voll mit Schneematsch, warum war es selbst auf stark begangenen und abschüssigen Strecken wie der Neckargasse rutschig und glatt? Weil die 90 Leute vom Winterdienst auch mit noch so gutem Willen nicht hinterherkommen, sagt die städtische Pressereferentin Sabine Schmincke.

31.12.2014
  • Renate Angstmann-Koch

Tübingen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag fing es an zu schneien. Am Samstag wurde es erstmals in diesem Winter richtig heftig. Seit diesem Tag ist auch der Rittweg von Waldhäuser-Ost nach Bebenhausen gesperrt. Er war früher den ganzen Winter über unpassierbar, wird jetzt aber nur noch bei schlechten Witterungsverhältnissen geschlossen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt haben Sabine Schmincke zufolge drei Nächte durchgearbeitet. Sie seien derzeit für die Kommunalen Servicebetriebe mit 18 Räumfahrzeugen im Einsatz. Eines der Fahrzeuge wurde speziell für Gehwege und die Altstadt angeschafft.

Die Schichten der Leute vom Winterdienst dauern der städtischen Pressestelle zufolge von Montag bis Samstag zwischen 4 Uhr morgens und 21 Uhr abends. Am Sonntag arbeiten sie von 5 bis 21 Uhr. Dabei sind die Tübinger Straßen nach Prioritäten eingeteilt, die nacheinander abgearbeitet werden – wenn nötig und möglich auch mehrfach am Tag. Bei Bedarf werden auch zusätzlich nachts zwischen 21 und 4 Uhr die wichtigsten Nachtbuslinien und die Klinikzufahrten frei gehalten.

Der städtische Winterdienst hat auch einen Streuplan für die wichtigsten Wege und Plätze der Altstadt mit zwei Prioritätenstufen – und das, obwohl eigentlich die Anlieger für die Räumung und das Streuen begehbarer Flächen mit Sand oder Splitt zuständig sind. Oberbürgermeister Boris Palmer hat Schmincke zufolge angeordnet, dass der städtische Winterdienst trotz dieser Pflicht besonders neuralgische Punkte von Schnee und Eis befreit.

Nach dem Streuplan für die Altstadt haben die Neckargasse, der Holzmarkt, die Kirchgasse, die Hirschgasse, der Marktplatz und die Marktgasse höchste Priorität, ebenso die Kornhausstraße, die Krumme Brücke, die Schmiedtorstraße und die Ammergasse. Damit Fußgänger sicher unterwegs sind, haben die Mitarbeiter der kommunalen Servicebetriebe auch auf den Fußwegen in Park- und Gartenanlagen und auf Holzbrücken Splitt verteilt. Das erhöhe die Sicherheit, dennoch sei gerade auf diesen Strecken im Winter Vorsicht geboten, warnt die Stadtverwaltung.

Es gibt auch einen Streuplan für die Fahrrad-Hauptrouten. Als besonders wichtig gelten etwa die Radwege in der Steinlach-Unterführung, die Eberhardsbrücke, die Mühl- und die Wilhelmstraße auf beiden Seiten. Aber auch die Reutlinger Straße und die Wöhrdstraße gehören zur höchsten Dringlichkeitsstufe, ebenso die Derendinger Allee, die Uhlandstraße, die Münzgasse, die Kelternstraße, Am Stadtgraben, die Rümelin- und die Hölderlinstraße bis zur Einmündung der Sigwartstraße.

Ausdrücklich weist die Stadt auf die Anwohner-Streupflicht hin. Sie gilt für Privathaushalte und Geschäftsleute. Für den privaten Gebrauch kann man kostenlosen Splitt an 18 Standorten im Stadtgebiet abholen, solange der Vorrat reicht. Nur am Bauhof Schwärzlocher Täle sorgen die Servicebetriebe außerhalb des Betriebsgeländes solange wie möglich für Nachschub.

Die Räumpflicht für alle Eigentümer und Besitzer von Grundstücken gilt nach einer städtischen Satzung für alle Flächen, auf denen Fußgänger unterwegs sind. Wenn es auf keiner Straßenseite Gehwege gibt und in verkehrsberuhigten Bereichen gilt sie für einen Streifen am Fahrbahnrand mit einer Breite von anderthalb Metern. Die Flächen müssen werktags bis 7.30 Uhr, sonn- und feiertags bis 9 Uhr geräumt und bestreut sein. Wenn danach noch Schnee fällt oder sich Eis bildet, muss man erneut räumen und streuen.

Die Pflicht endet um 21 Uhr. Bei Verstößen drohen Bußgelder. In erster Linie setze die Stadt jedoch auf Einsicht, sagt Schmincke. Wenn man dafür haften muss, dass sich jemand auf ungeräumten Fußwegen verletzt, werde es jedenfalls deutlich teurer.

Info Streupläne, Lagerplätze für Splitt und Informationen zur Räum- und Streupflicht finden sich auch unter www.tuebingen.de/winterdienst.

Auf den Gehwegen gilt die Streupflicht aber in erster Linie für die Anlieger
Angelo Decillis von den Servicebetrieben der Stadt streut auf den Treppen vor dem Rathaus. Bild: Bachmann

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31.12.2014, 12:00 Uhr

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